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Netzwerk gegen Brustkrebs

14.11.2002 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Für erfolgreiche Therapien bei Brustkrebspatientinnen ist es wichtig, dass die beteiligten Ärzte und Kliniken schnell und effizient miteinander kommunizieren. Für den sicheren Austausch von Daten sorgt ein Ärztenetz, das bis Ende des Jahres aufgebaut werden soll.

Die Diagnose Mammakarzinom ist ein Angriff auf die Identität jeder Frau - vor allem wenn in einem fortgeschrittenen Stadium die betroffene Brust amputiert wird. "Wir gehen davon aus, dass jede zehnte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens mit dieser Krankheit konfrontiert wird", sagt Dr. Dieter Alt, Geschäftsführer der "Aktion: Bewusstsein für Brustkrebs". "Die Bilanz ist düster, denn mit etwa 20 000 Fällen jährlich ist es die häufigste Todesursache bei Frauen über vierzig." Die bundesweite Aufklärungskampagne, die von der Fraunhofer-Gesellschaft finanziell unterstützt wurde, weist auch auf die große Bedeutung der Früherkennung hin: Je eher Brustkrebs diagnostiziert wird, desto höher sind die Heilungschancen.

An der sich anschließenden Behandlung sind oft mehrere Ärzte und Kliniken beteiligt. Eine gemeinsame elektronische Dokumentation des Krankheitsverlaufs und der Behandlungsschritte würde die Therapie optimieren. Ein Mittel dazu ist die "Patientenbegleitende Dokumentation", die am saarländischen Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT entwickelt wird. Bis Ende dieses Jahres soll das System PaDok® auch im Mammakarzinomprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein eingesetzt werden. Der Austausch der Patientendaten erfolgt mit PaDok nicht über das weitgehend offene Internet, sondern über ein eigens aufgebautes Netzwerk, an das nur die behandelnden Ärzte angeschlossen sind. PaDok fungiert dabei als Kommunikationsschnittstelle im Hintergrund - im Vordergrund läuft die in Arztpraxen übliche Software. "Damit kann ein Frauenarzt in A-Stadt die relevanten Daten einer Brustkrebspatientin sekundenschnell zum Chirurgen in B-Stadt schicken", erklärt Dr. Volker Paul. Um den strengen Datenschutzanforderungen zu genügen, werden die Informationen mehrfach verschlüsselt. "Die letzte Entscheidung darüber, welcher Arzt Einblick in die Daten nehmen kann, liegt bei der Patientin selbst, denn sie hat den Freigabeschlüssel", betont der Projektleiter im IBMT-Bereich Medizinische Netze. Damit ist die gesetzlich garantierte freie Wahl des Arztes weiterhin gewährleistet.

Der Einsatz von PaDok soll nicht auf die Brustkrebstherapie oder eine bestimmte Region beschränkt bleiben. "Die Kassenärztliche Bundesvereinigung befürwortet es, Systeme wie PaDok deutschlandweit einzusetzen", sagt deren Telematikbeauftragter Reinhold Mainz. PaDok und das Projekt werden vom 20. bis 23. November auf der MEDICA in Düsseldorf vorgestellt: in Halle 3 am Stand C 90 des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit.

Ansprechpartner:
Dr. Volker Paul
Telefon 0 68 94 / 9 80-3 00, Fax -4 00, volker.paul@ibmt.fraunhofer.de
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