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Virtuelle Welten im Fitnessstudio

14.11.2002 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Bei ungemütlichem Wetter wechseln viele Sportbegeisterte aus dem Freien ins geheizte Studio. Mit Spezialbrillen ausgerüstet, können sie dort durch dreidimensionale virtuelle Landschaften laufen oder Rad fahren und sogar gemeinsam Wettkämpfe austragen.


Der einsame Radfahrer muss auch in der virtuellen Welt mit Hindernissen rechnen. Dank der Übersichtskarte oben rechts kann sich sein menschlicher Repräsentant jedoch leicht gleich Gesinnte suchen. ©Fraunhofer IAO Knapp ein Fünftel der Bevölkerung ist Mitglied in einem der 6 500 Fitnesscenter und -studios in Deutschland. Etwas für den Körper zu tun oder schweißtreibend von Alltag und Schmuddelwetter abzuschalten, wird durch Spaß und Gemeinschaftserlebnis versüßt. Eine neue Generation von Fitnessgeräten ermöglicht es, in virtuelle Welten einzutauchen. Die Fahrradtrainer oder Stepper wurden mit Rechner, Videobrillen und Internetzugang aufgerüstet und schon sieht der Sportler seinen Avatar genannten Repräsentanten etwa in einer animierten Berggegend trainieren. "In der auswechselbaren Landschaft kann er sich frei bewegen", erläutert Henning Hinderer, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. "Ebenso kann er aber auch einen Rundkurs wählen oder auf der Laufbahn trainieren. Hindernisse erhöhen den Reiz. Dadurch wird das ansonsten eher dröge Laufen - bestenfalls vor einem einfachen Monitor oder der Fototapete - von einem bewegten Geschicklichkeitstraining abgelöst." Der Clou ist, dass sich die Sportler in den künstlichen Welten des IAO treffen können. Mittels Kopfhörer verständigen sie sich, um in der Gruppe zu laufen oder Radwettkämpfe gegeneinander auszutragen.

Die Eingabe der Daten erfolgt über Sensoren, die an den Trainingsgeräten angebracht sind. Sie erfassen Laufgeschwindigkeit oder Tretfrequenz als Maß der zurückgelegten Entfernung. Eine andere Richtung kann über Schaltknöpfe in den Griffen der Geräte eingeschlagen werden. Die ebenfalls am IAO entwickelte internetbasierte Plattform errechnet die Positionen in der virtuellen Landschaft und 3-D-Videobrillen geben nahezu unverzögert ein Panoramabild für jeden der Sportler aus. Flachbildschirme sind alternative, kostengünstigere, aber weniger spektakuläre Sichtgeräte.

Das gesamte Equipment vermarktet das Unternehmen matrixmove AG in Kiel. Über die Internetseite des Unternehmens (Menüpunkt "Start") erhalten potenzielle Kunden ein erstes Bild von der Technik. Nach dem Freischalten des Zugangs kann es losgehen: In der abgespeckten Animation folgt der einsame virtuelle Läufer dem gedrückten Zeiger der Maus durch die animierten Landschaften. Zwar wirkt dies je nach Bandbreite des Internetzugangs ruckelnd und auch ein Gruppenerlebnis ist so nicht möglich. Lässt man sein virtuell rennendes Abbild jedoch über eine "Klippe" in die nächste Szene stürzen, wird ganz beiläufig ein angenehmer Nebeneffekt offenbar: Knochenbrüche und Muskelzerrungen sind in dieser Welt ausgeschlossen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Henning Hinderer
Telefon 07 11 / 9 70-21 24, Fax -22 99, henning.hinderer@iao.fraunhofer.de
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