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Bachelor- und Masterstudiengänge in der Sozialen Arbeit:

16.11.2004 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

Zu einer Dialogtagung sind Professorinnen und Professoren der Fachbereiche Sozialwesen mit Spitzenvertretern aus Politik, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und Berufs-verbänden in Nürnberg zusammengekommen. Auf Einladung der Bayerischen Dekane-konferenz Sozialwesen tagten sie am 10. und 11. November in der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule und der Evangelischen Fachhochschule und diskutierten die zukünfti-gen Entwicklungen des Bolgona-Prozesses auf ihr Fachgebiet. Nicht nur in den Fachbereichen Sozialwesen der bayerischen Fachhochschulen werden in den nächsten Jahren die bisherigen Diplomstudiengänge durch Bachelor- und Masterstudiengänge abgelöst. Auf dem zweitägigen Symposium in der Frankenmetropole diskutierten die Teil-nehmer ihre Erwartungen und klärten viele der sich stellenden Fragen. Staatssekretär Jürgen Heike vom Bayerischen Sozialministerium lobte auf seiner Eröffnungsrede die geplante Ein-führung von Bachelor- und Masterstudiengängen als Chance der weiteren Professionalisie-rung der Sozialen Arbeit. Die Dialogtagung selbst würdigte Heike als gelungenes Beispiel der Vernetzung zwischen Hochschule und Praxis.

Auch Spitzenvertreter von Kommunen, Wohlfahrts- und Berufsverbänden nahmen die Ent-wicklung zu den neuen Studienmodellen positiv auf. So betonte der Direktor des Caritasver-bandes Bayern, Prälat Karl-Heinz Zerrle, dass die Einführung der neuen Studiengänge eine Chance sei, die Qualität der bisherigen Ausbildung auszubauen und dem veränderten Bedarf anzupassen. Diesen sieht auch Gabriele Säuberlich vom Hochschulteam der Bundesagentur für Arbeit. Sie prognostizierte einen steigenden Bedarf an Absolventen in akademisch ausgebildeten Sozial- und Gesundheitsberufen mit neuen Qualifikationsanforderungen. Nach ihrer Einschätzung sollten die künftigen Bachelor-Absolventen neben dem Fachwissen auch über Kenntnisse in Betriebswirtschaft und EDV verfügen und in der Lage sein, ein Fallmanagement erfolgreich zu koordinieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen lag auf der Frage, wie die bisher erfolgreiche Verknüpfung von Theorie und Praxis zukünftig gestaltet und ausgebaut werden kann. Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine neue Form der Ausbildungspartnerschaft zu entwickeln sei, die über das Modell der praktischen Studiensemester hinausgehe. So könnten Professoren durch vermehrte Praxisforschung zu einer wissenschaftlichen Begleitung des Wandels der Praxis beitragen und Anstöße für innovative Programme und Konzepte geben.

Ebenfalls einig war man über die Qualitätsanforderungen: Diese sollen transparenter formu-liert werden, was beispielsweise durch die Vergabe von Qualitätssiegeln geschehen könne. Ein hohes Qualitätsniveau von Praktikumstellen und Praxisanleitung könnten damit auch für andere Einrichtungen sichtbar gemacht und genutzt werden. Ellen Kuhn vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München machte in dem Zusammenhang deutlich, dass qualifizierte Praxisstellen zu einem guten Image der Einrichtung beitragen und die eigene Personalentwicklung sichern helfen.

Um die vielen vorgetragenen Ideen bei der Entwicklung der neuen Studienstrukturen berück-sichtigen zu können, werden die Fachbereiche Sozialwesen der bayerischen Fachhochschulen auf regionaler Ebene den Dialog mit der Praxis in den nächsten Monaten weiter intensivieren. Dabei soll es auch um die Frage gehen, wie durch die geplanten Masterstudiengänge der veränderte Bedarf an Leitungs- und Fachkräften in der Sozialen Arbeit abgedeckt werden kann. Gerade die Masterstudiengänge werden nach Einschätzung der Tagungsteilnehmer dazu beitragen, die Professionalisierung der Sozialen Arbeit weiter zu entwickeln und damit die be-rufliche Identität der Sozialen Arbeit zu erweitern.


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Rückfragen richten Medienvertreter bitte an Prof. Dr. Hans-Joachim Puch von der Evan-gelischen Fachhochschule Nürnberg: Telefon 09 11 / 27 25 38 00 bzw. jochen.puch@evfh-nuernberg.de oder an Prof. Dr. Ralf Kuckhermann von der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg: Telefon 09 11 / 58 80 25 40 oder ralf.kuckhermann@fh-nuernberg.de.

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