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70 Jahre Geiseltalmuseum in Halle (Saale) - Sonderausstellung zum Jubiläum

18.11.2004 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Geiseltalmuseums an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird am 23. November 2004, 16.00 Uhr, die Sonderausstellung "Rekonstruktionen zum eozänen Geiseltal" in der "Sakristei" der Neuen Residenz, Domstraße 5, in Halle (Saale) eröffnet. Den Festvortrag zu "Bedeutung und Entwicklung des Geiseltalmuseums" hält PD Dr. Michael Schudack von der Freien Universität Berlin. Anschließend wird Kustos Dr. Meinolf Hellmund einige Erläuterungen zur Exposition geben. Das Wissensgebiet Paläontologie besitzt an der Martin-Luther-Universität eine jahrzehntelange Tradition, in die das Geiseltalmuseum fest integriert ist. Gegründet von Prof. Dr. Johannes Weigelt am 23. November 1934 in der ehemaligen Kapelle des Kardinals Albrecht in der Neuen Residenz, entwickelte sich das Museum zu einer weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannten Stätte für paläontologische Sammlungen.
Im Rahmen der Jubiläumsschau wird selbstverständlich an den Museumsgründer erinnert, der ein hervorragender und überaus vielseitiger Geowissenschaftler war. Johannes Weigelt hat frühzeitig die Besonderheit und Bedeutung der Geiseltalfossilien für die erdgeschichtliche Entwicklung erkannt und präsentierte öffentlichkeitswirksam im Geiseltalmuseum diese Funde. So sind unter anderem in der Ausstellung Fotos aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu sehen, die ihn bei wissenschaftlichen Studien an der Golfküste der USA zeigen und bisher noch nicht verbreitet wurden.
Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet eine dreidimensionale Moorlandschaft aus der Braunkohlenzeit mit Urpferd-Plastiken, die zur kleinsten im Geiseltal nachgewiesenen Urpferd-Species zählen. Sie erreichten im ausgewachsen Zustand die Größe eines Foxterriers. Die detailgetreue Wiedergabe des exemplarisch dargestellten Lebensraumes im eozänen Geiseltal schließt auch die Vegetation ein. Sie dient vorrangig didaktischen Zwecken und soll die jüngeren Museumsbesucher ansprechen.
Weitere Anziehungspunkte sind die graphischen Darstellungen zu unterschiedlichen Ökosystemen des eozänen Geiseltales (vor 50 Millionen Jahren) mit den berühmten "Urpferden" der Gattung Propalaeotherium. Derartige Rekonstruktionen sind Spiegelbilder des Erkenntnisstandes zu einer bestimmten Zeit und deuten darauf hin, dass auch sie einem Wandel und damit auch einer Evolution unterworfen sind. Dies lässt sich an den Grafiken beispielhaft erkennen.
So hat die Synthese zahlreicher Einzelbeobachtungen, ausgehend vom Skelett und dem sich hieraus ergebenden Habitus eines Körpers sowie von Befunden über die Gestalt einzelner Weichteile (zum Beispiel Ohren), zu einer neuen umfassenden bildlichen Darstellung geführt, die auf einem Aquarell des akademischen Malers P. Major aus Prag dokumentiert wird. Das Bildnis ist in der Schau zum ersten Mal zu sehen.
Als ergänzendes und wertvolles Zeitzeugnis erweist sich auch ein Gemälde von G. Heinze, das zur Zeit der Museumsgründung (1934) entstand. Es ermöglicht den Einblick in die bergmännischen Aktivitäten in einem aktiven Braunkohlentagebau der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Abgebildet ist die Grube "Cecilie", von der auch das "Wappentier" des Geiseltalmuseums stammt. Hierbei handelt es sich um ein einmalig gebliebenes Urpferd, dessen Skelett nahezu vollständig und im Zusammenhang überliefert ist. Es ist das bekannteste Fundstück der Geiseltalsammlung und in der Dauerausstellung des Geiseltalmuseums zu sehen.


Die Sonderausstellung ist bis auf weiteres von
Montag bis Donnerstag von 9.00-12.00 Uhr und von 13.00-17.00 Uhr, Freitag von 9.00-12.00 Uhr und von 13.00-15.00 Uhr sowie jeden 2. u. 4. Sonnabend
u. Sonntag im Monat von 9.00-13.00 Uhr, geöffnet.
Der Eintritt ist frei.

Ansprechpartner:
Dr. Meinolf Hellmund
Tel.: 0345 55-26073
E-Mail: hellmund@geologie.uni-halle.de

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