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Jenaer Magnetresonanz-Physiker "blicken" in winzigste Gefäße

19.11.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Zwei Preise der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik e. V. gingen an die Universität Jena Jena (19.11.04) Direkt zwei Preise konnten Physiker vom Jenaer Universitätsklinikum von der diesjährigen Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik e. V. (DGMP) in Leipzig mit an die Saale bringen. Alexander Rauscher vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR) erhielt den mit 2.000 Euro dotierten, erstmals vergebenen Toshiba-Forschungspreis. Dieser wird nun alle zwei Jahre für herausragende Arbeiten vergeben, die der Überführung und Integration neuer physikalisch-technischer Innovationen im Bereich der diagnostischen Schnittbildverfahren in die klinische Anwendung dienen. Der mit 750 Euro dotierte Siemens-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Medizinischen Physik ging an den IDIR-Mitarbeiter Jan Sedlacik.

Beide Diplom-Ingenieure gehören zur Arbeitsgruppe Medizinische Physik am IDIR, die von PD Dr. Jürgen R. Reichenbach geleitet wird. "Diese Auszeichnungen zeigen, dass die Arbeitsgruppe auf einem wichtigen Gebiet arbeitet", freut sich Reichenbach und verspricht, "dass wir nun noch intensiver forschen werden".

Die beiden prämierten Arbeiten beschäftigen sich mit einer in der Arbeitsgruppe Medizinische Physik am IDIR entwickelten Methode, um kleinste Blutgefäße sichtbar zu machen. Dabei nutzen die Jenaer Forscher die Magnetresonanztomographie (MRT), um räumlich hoch aufgelöste Änderungen des Blutsauerstoffs im Gehirn nicht-invasiv darzustellen. Ausgenutzt wird dabei die Tatsache, dass arterielles und venöses Blut unterschiedliche magnetische Eigenschaften besitzen. Mit der hochsensiblen Jenaer Methode ist es möglich, winzigste Blutgefäße (mit Durchmessern von 100-200 Mikrometer) sichtbar zu machen und sogar den Sauerstoffgehalt des Blutes zu bestimmen. "Als zukünftige klinische Einsatzbereiche", ergänzt Instituts-Direktor Prof. Dr. Werner A. Kaiser, "sind etwa eine verbesserte Untersuchung und Diagnostik von Hirntumoren oder auch die verbesserte Charakterisierung von Hirnregionen mit einer anomalen Blutversorgung - wie nach einem Schlaganfall oder bei Tumoren - denkbar".

Kontakt:
PD Dr. Jürgen R. Reichenbach
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universität Jena
Philosophenweg 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 935372
E-Mail: juergen.reichenbach@med.uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.med.uni-jena.de/idir/medphys
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