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Tschechien - Das erneuerte Herz Europas

19.11.2004 - (idw) Universität Erfurt

Ehemaliger tschechischer Bildungsminister und Präsidentschaftskandidat bei der Ringvorlesung zu Gast "Das erneuerte Herz Europas? Die Tschechische Republik nach der Samtenen Revolution", ist der Titel der Ringvorlesung am kommenden Dienstag (23.11.). Professor Jan Sokol Ph.D. Csc. von der Karls-Universität Prag wird ab 18.00 Uhr im Rathausfestsaal über die Entwicklung der Tschechischen Republik nach 1989 referieren.

Kaum jemand kann die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Besonderheiten des Landes vor und nach der Wende besser analysieren, als Prof. Jan Sokol. 1976 war er Mitunterzeichner der Charta 77 Menschenrechtserklärung, von 1990 bis 92 Vize-Vorsitzender des Parlaments der ÈSFR und 1998 Bildungsminister der Tschechischen Republik in der Interimsregierung Tosovsky. Seither ist er Berater des Bildungsministers. 2003 war Koalitionskandidat für die Wahl des Präsidenten.

In seinem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der Universität zur "EU-Osterweiterung" will er u.a. die großen Probleme bei der Transformation, den ersten politischen Schritten des Landes, bei der Trennung von der Slowakei oder bei die Bewältigung der Vergangenheit beschreiben und die politische, rechtliche und wirtschaftliche Entwicklung weg - von der Planwirtschaft hin zur Privatwirtschaft - darstellen. Es gehe um "Perspektiven eines Landes, das zentral liegt, es aber manchmal nicht möchte", so Prof. Sokol.

Prof. Jan Sokol ist Dekan der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität. Geboren 1936 in Prag, lernte und arbeitete er zunächst als Goldschmied und Mechaniker. Nach dem Abitur und Fernstudium der Mathematik leitete er von 1964 bis 1990 die Softwareentwicklung im VUMS Praha. Nach der politischen Wende begann seine wissenschaftliche Kariere als Magister in Anthropologie (1993). Es folgte 1997 die Habilitation in Philosophie, seit 2000 ist er Professor an der Karl-Universität, wo er Philosophie und philosophische Anthropologie lehrt.

Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen u.a. "Mensch und Welt in der Sicht der Bibel" (1993), "Meister Eckhart und die Mittelalterliche Mystik" (1994), "Zeit und Rhythmus" (1996), "Eine kleine Philosophie des Menschen" (4. Aufl. 2004), "Der Mensch als Person" (2002), "Anthropologie und Ethik" (2003), "Mensch und Religion" (2004). Dazu kommen zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen, Deutschen, Englischen und Lateinischen und die Mitarbeit an der neuen ökumenischen Bibelübersetzung (1965-80).

Die gemeinsam mit der Fachhochschule, mit Unterstützung der Sparkassenfinanzgruppe, der Stadtverwaltung Erfurt und der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. veranstaltete und von der Thüringischen Landeszeitung präsentierte populäre Reihe bietet jeweils dienstags (Beginn 18.00 Uhr im Rathausfestsaal) in insgesamt 14 Veranstaltungen Vorträge von Europapolitikern und Professoren verschiedener europäischer Universitäten sowie ein abschließendes Podium mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus.

Nächster Termin der Reihe:
Dienstag, 30.11.2004; 18.00 Uhr; Rathausfestsaal;
"Eine Region im Verbund: Bratislava - Györ - Wien"; Prof. Dr.-Ing. Bystrik Bezak, Slowakische Technische Universität, Bratislava und
Prof. Dr.-Ing. Csaba Koren, Szechenyi Istvan Universität, Györ
Weitere Informationen: http://www.uni-erfurt.de/presse/veranstaltungen/ringvorlesung/osterweiterung.html
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