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Nahrung für eine Nachhaltige Landwirtschaft

23.11.2004 - (idw) Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)

Bericht vom 15. Symposium des Internationalen Zentrums für Düngemittel (CIEC) in Pretoria, Republik Südafrika "Die letzte entscheidende Frage ist, wie eine kommende Generation weiterleben soll" schrieb schon der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Ein halbes Jahrhundert später definiert die Brundtland-Kommission in ihrem Statement "Unsere gemeinsame Zukunft", "Nachhaltige Entwicklung" als "eine Entwicklung, die Bedürfnisse der heutigen Generation deckt, ohne die kommender Generationen einzuschränken".

In der landwirtschaftlichen Düngung hat der Begriff der Nachhaltigkeit viele Facetten: beginnend mit der Sicherung einer ausreichenden Versorgung von Menschen und Tieren mit pflanzlicher Nahrung bis hin zu Fragen des Verbrauchs der endlichen Ressource Phosphat und der Belastung von Böden mit unerwünschten Begleitstoffen in Düngemitteln.

In dem Bewusstsein um die ökonomische und ökologische Bedeutung fruchtbarer Böden als eine unwiederbringliche Ressource treffen sich Wissenschaftler/innen alljährlich auf den Symposien des Internationalen wissenschaftlichen Zentrums für Düngung (CIEC), an deren Organisation Mitarbeiter/innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) maßgeblich beteiligt sind. Das diesjährige Symposium der CIEC fand vom 27.-30. September in Pretoria (Süd Afrika) statt und stand unter dem Motto "Düngung und Dünger für eine nachhaltige Landwirtschaft - Die erste Welt trifft die dritte Welt - Chancen für die Zukunft".

Über 100 Wissenschaftler/innen aus 14 Nationen, meistenteils jedoch vom afrikanischen Kontinent, versuchten in ihren Beiträgen und ausgiebigen Diskussionen, einen Konsens zwischen Düngung und Nachhaltigkeit zu finden. Ernten entziehen Böden mineralische Nährstoffe, Düngung gibt sie zum Nutzen zukünftiger Ernten zurück. Insofern ist Düngung ein Motor nachhaltiger Landwirtschaft. Das gilt insbesondere in Entwicklungsländern, wo Nahrungsmittel noch Mittel zum Leben sind und nicht im Überfluss zu anonymer Handelsware degradiert sind. In eben diesen Ländern steht der Verbrauch an Düngemitteln auch noch in engem Zusammenhang mit dem Lebensstandard der Bevölkerung. In den Nord-West Provinzen Südafrikas z.B. enthalten die Böden kleinbäuerlicher Betriebe weniger als ein Viertel des pflanzenaufnehmbaren Phosphors der Böden kommerzieller Farmen.

Kritisch ist dann der Übergang aus einer in ihrer Intensität wachsenden Produktion in eine nachhaltige Landwirtschaft. Die industrielle Landwirtschaft entwickelter Länder ist vom Ziel der Nachhaltigkeit weit entfernt. Im Kontext mit Düngung sind unter anderem vermeidbare Stickstoff- und Phosphorverluste aus Agrarökosystemen, Verschmutzung von Grund- und Oberflächengewässern mit Nährstoffen und Pestiziden, Überdüngung mit Phosphor, Befrachtung von Böden mit Schwermetallen, Radioaktivität, organischen Schadstoffen, pharmazeutischen Rückständen und Infektiosität eindeutige Indikatoren mangelnder Nachhaltigkeit.

Die Vorträge sind (zunächst als Abstracts) auf http://www.pb.fal.de verfügbar.

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, E-Mail: pb@fal.de
Weitere Informationen: http://www.pb.fal.de - Abstracts der Vorträge
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