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PICxl erschließt die weltweit größte Datenbank für Schulwandbilder

23.11.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Wer sich für die Geschichte der Schule interessiert, kann jetzt im Internet eine wahre Schatzkammer öffnen. Gemeint ist die weltweit größte Datenbank für Schulwandbilder, angesiedelt an der Uni Würzburg, mit 13.000 Textdatensätzen und 8.000 Abbildungen. Die zum Großteil historischen Anschauungsbilder für den Schulunterricht stammen aus den Jahren 1830 bis 1990. Da ist zum Beispiel eine Darstellung von 1904, auf der das nette Rotkäppchen und der böse Wolf plaudernd durch den Wald spazieren. Eine Wandtafel aus dem Jahr 1896 führt die Gewinnung von Leuchtgas vor Augen, ein anderes Bild zeigt einen Indianerhäuptling mit üppigem Federschmuck. Es gehört zu einer Serie über die Völkertypen der Erde und datiert ins Jahr 1910.

Als "Sesam-öffne-dich" für die Datenbank haben die Schulpädagogen Professor Walter Müller und Ina Uphoff zusammen mit dem Würzburger Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik das Spezialprogramm PICxl entwickelt. Diese internetbasierte Software macht es nun erstmals möglich, die Datenbank effektiv zu nutzen.

Interessant ist dieses Angebot für die historische, pädagogische, soziologische und kunstwissenschaftliche Forschung. Denkbar ist auch eine Nutzung im publizistischen und musealen Bereich oder in der Werbung - "denn die Datenbank enthält einen enormen Fundus an anschaulichen und künstlerisch reizvollen Darstellungen aus allen Wissensbereichen - von Religion bis Tierkunde, von Geschichte bis Himmelskunde", sagt Ina Uphoff.

Interessenten können für PICxl die Nutzungsrechte erwerben und sich "freischalten" lassen. Dann erhalten sie eine Benutzerkennung und ein Passwort und können fortan über das Internet auf die Datenbank zugreifen. PICxl hat eine benutzerfreundliche Oberfläche und bietet eine Suchfunktion. Eine Demoversion findet man hier: http://www.schulwandbild.de

Das Programm kann in Verbindung mit der Würzburger Datenbank zur Recherche und für Präsentationen verwendet werden. Die "nackte" Software - ohne Datenbank - eignet sich außerdem für die Erfassung und Verwaltung eigener Bildbestände.

Walter Müller und Ina Uphoff sehen PICxl als gutes Beispiel dafür, dass technische Innovationen, die weit über die Universität hinaus von Nutzen sind und kommerziell verwendet werden können, nicht zwangsläufig aus den naturwissenschaftlichen Disziplinen kommen müssen - "dieses Vorurteil herrscht noch in weiten Kreisen vor", wie sie sagen. Die rechtlichen und administrativen Voraussetzungen, um das an der Universität entwickelte Programm der Öffentlichkeit zur kommerziellen Nutzung anbieten zu können, haben die Schulpädagogen in Kooperation mit dem Stabsreferat "Intellectual Property Management" der Uni geschaffen. "Ein richtungsweisender Präzedenzfall", wie Walter Müller betont.

Die Forschungsstelle Schulwandbilder im Unigebäude am Wittelsbacherplatz ist aus der über 20 Jahre dauernden Sammel-, Forschungs- und Ausstellungstätigkeit von Professor Müller hervorgegangen. Bei einem von der Volkswagen-Stiftung (Hannover) geförderten Forschungsprojekt erstellte der Wissenschaftler eine Gesamtdokumentation der von 1830 bis 1990 im deutschsprachigen Raum erschienenen Schulwandbilder. Hierbei entstand die Spezialdatenbank. Ihre Erschließung mittels Software wurde weitgehend aus Mitteln des Lehrstuhls finanziert und vom Universitätsbund Würzburg gefördert.


Bei der Forschungsstelle ist eine Broschüre über PICxl und dessen Nutzungsmöglichkeiten erhältlich: T (0931) 888-4868 oder -4870, Fax (0931) 888-6805, E-Mail: ina.uphoff@mail.uni-wuerzburg.de

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