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Trotz fortgeschrittenem Krebs die Brust erhalten

24.11.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Symposium zum 5-jährigen Bestehen des Jenaer Brustzentrums thematisiert am 27. November die aktuellen Entwicklungen (Jena) Brustkrebs - über 47.000 Frauen werden in Deutschland jedes Jahr mit dieser erschreckenden Diagnose konfrontiert. Nicht ganz 20.000 sind zum Zeitpunkt der Entdeckung des Tumors jünger als 60 Jahre. Umso wichtiger ist es, dass in vielen Fällen heute die Behandlung der häufigsten Krebsart bei Frauen brusterhaltend erfolgen kann, also ohne eine Amputation der erkrankten Brust. Die Behandlung erfolgt in der Regel als eine Kombination aus Operation und begleitender, so genannter adjuvanter Therapie. Dabei folgt auf die Tumorentfernung eine Chemo- oder Strahlentherapie, um eine Wiederkehr der bösartigen Geschwulst und Metastasen zu verhindern.

In einem neuen Ansatz wenden die Mediziner seit einiger Zeit die Therapien in umgekehrter Reihenfolge an: Statt nach der OP wird dabei jetzt, bei fortgeschrittenen Tumoren ab zwei Zentimeter Größe, bereits vor dem chirurgischen Eingriff die Bekämpfung des Tumors mit Zytostatika und Immuntherapie begonnen. Dadurch können Tumore bereits vor der Entfernung wirksam verkleinert oder ganz bekämpft werden, was für die betroffenen Frauen die Chance auf den Erhalt der Brust entscheidend erhöht und somit auch wesentlich zu einer Verbesserung der Lebensqualität, trotz Krebserkrankung, beiträgt. Zudem kann noch vor der Operation überprüft werden, ob und wie gut der Tumor auf die Behandlung reagiert. Durch den neuen Ansatz kann so in fast 25 Prozent der Fälle auf eine nach herkömmlichen Verfahren notwendige Brustamputation verzichtet werden.

Die Chancen und Auswirkungen dieses aktuellen Ansatzes der so genannten neoadjuvanten Chemo- und Immuntherapie sind Thema des am 27. November am Tumorzentrum des Uniklinikums Jena stattfindenden Symposiums zu Brustkrebs. Dabei werden auch aktuelle Ergebnisse aus den derzeit laufenden bundesweiten Studien zur neuen Therapieform, an denen auch das Universitätsklinikum Jena teilnimmt, vorgestellt und diskutiert.

Mit der interdisziplinären wissenschaftlichen Tagung, zu der neben Gynäkologen auch Radiologen, Strahlentherapeuten, Internisten und Pathologen erwartet werden, feiert das Uniklinikum Jena gleichzeitig das fünfjährige Bestehen des Jenaer Brustzentrums. In dieser fachübergreifenden Einrichtung arbeiten seit der Gründung 1999 Experten aus sechs Disziplinen zusammen an der Behandlung des Brustkrebses. "Mit der Etablierung des Tumorboards, in dem wöchentlich Vertreter aller an der Diagnose und Therapie von Brusttumoren beteiligter Fächer zur gemeinsame Besprechung einer optimalen Therapie zusammenkommen, ist im Jenaer Brustzentrum bereits vor fünf Jahren ein sehr innovatives Konzept verwirklicht worden," würdigt PD Dr. Peter Hillemanns, kommissarischer Direktor der Abteilung für Gynäkologie an der Jenaer Uni-Frauenklinik die Leistungen des Brustzentrums. Hillemanns: "Die höchstprofessionelle Teamarbeit im Interesse der individuell besten Behandlung ist so bei uns längst Routine, während diese Form der Kooperation anderenorts erst eingeführt wird."


Anfang des nächsten Jahres wird das Brustzentrum nach aufwändigen Umbauarbeiten neue Räume in der Bachstraße beziehen und sich so auch räumlich weiter verbessern können.

Symposium Mammakarzinom am Tumorzentrum des Universitätsklinikum Jena
27. November 2004, 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Hotel Steigenberger ESPLANADE Jena

Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Peter Hillemanns
komm. Direktor Abteilung Gynäkologie, Frauenklinik Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 933063
E-Mail: peter.hillemanns@med.uni-jena.de

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