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Zehn Jahre Schmerztagesklinik

15.11.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Chronische Schmerzen können die Lebensqualität in hohem Maße beeinträchtigen. Allein in Deutschland sind davon mehrere Millionen Menschen betroffen. Vor genau zehn Jahren wurde am Universitätsklinikum Münster als Modellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums die bundesweit erste Schmerztagesklinik eingerichtet, in der Menschen mit chronischen Schmerzen eine spezielle Betreuung erfahren. Nach erfolgreicher Testphase wurde sie seinerzeit nach dreijähriger Finanzierung aus Bundesmitteln in die Regelförderung übernommen und ist heute fester Bestandteil des Universitätsklinikums Münster. Mit einem kleinen Symposium wird am kommenden Mittwoch, 20. November 2002, das zehnjährige Bestehen der Schmerztagesklinik begangen.

Die von der Schmerztagesklinik in Kooperation mit der Nord-Westdeutschen Schmerzkonferenz organisierte Veranstaltung gibt den Teilnehmern einen Einblick in das Behandlungskonzept dieser Einrichtung, beleuchtet Indikationen ambulanter und teilstationärer Therapie und stellt erste Ergebnisse zu den Langzeiteffekten der tagesklinischen Schmerzbehandlung vor. Dabei wird auch die besondere Bedeutung der hier verfolgten interdisziplinären Zusammenarbeit deutlich werden. Obwohl die Einrichtung organisatorisch der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin zugeordnet ist, werden in die Diagnostik und Therapie der Patienten auch zahlreiche andere Fachdisziplinen einbezogen, von der Neurologie und Orthopädie bis hin zur Psychosomatik und Manuellen Medizin.

Bei den Patienten, die in der von Privatdozentin Dr. Dipl.-Psych. Ingrid Gralow geleiteten Schmerztagesklinik betreut werden, handelt es sich zum einen um Tumorpatienten mit quälenden Schmerzen, zum anderen um Menschen mit Schmerzen komplexer Ursache, wie vor allem Rücken- oder Kopfschmerzen. Viele Patienten, die hier Hilfe suchen, haben bereits eine lange Odyssee vergeblicher Arztbesuche hinter sich. Typisch für die Arbeit in der Schmerztagesklinik ist auch eine Integration nicht-medizinischer Therapien, von der Musik- und Kunsttherapie bis hin zur Akupunktur. Wenn herkömmliche Therapien versagen, erfahren die Betroffenen durch solche Ansätze doch häufig einen deutliche Besserung ihrer Lebensqualität beziehungsweise lernen, mit ihren Schmerzen besser zu leben.


Dem am 20. November um 16 Uhr im Hörsaal L 20 im Lehrgebäude des Zentralklinikums beginnenden Festsymposium vorgeschaltet ist von 13 bis 15.30 Uhr ein Workshop, bei dem die Möglichkeit besteht, in Kleingruppen das Konzept der Schmerztagesklinik theoretisch und praktisch kennen zu lernen. Die eigentliche Veranstaltung beginnt nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Hugo Van Aken, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster, mit einem Festvortrag zum Thema "Schmerz - eine Krankheit und ein kulturelle Phänomen". Referent ist Prof. Dr. Hans-Joachim Hannich, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Greifswald. Auf dem Programm bis 20 Uhr drei weitere Vorträge sowie eine abschließende Diskussion mit allen Referenten.
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