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Bund und Länder müssen mehr in Kindertagesstätten investieren

25.11.2004 - (idw) Bertelsmann Stiftung

Bertelsmann Stiftung fordert bessere Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen Gütersloh, 25. November 2004. Die Bertelsmann Stiftung fordert Bund und Länder auf, mehr in Kindertageseinrichtungen zu investieren. Anlass ist die aktuelle OECD-Studie, die der Frühförde­rung in Deutschland ein schlechtes Zeugnis ausstellt. "Die Politik muss die Kitas in die Lage versetzen, unabhängig von der finanziellen Lage der Kommunen qualitativ gute Arbeit zu leisten", sagt der Präsidiumsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Professor Heribert Meffert. Weiterhin sollten Land und Träger in eine bessere Ausbildung, Fortbildung und Beratung der Erzieherinnen investieren, so Meffert.

Auch quantitativ müssten die Betreuungs-Angebote ausgebaut werden, fordert Meffert. Dies gelte vor allem für Angebote, die sich an Kinder unter drei Jahren richteten. Weiterhin sollte in Deutschland der Anspruch auf einen Kitaplatz für jedes Kind gesichert sein, unabhängig vom Einkommen der Eltern. "Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass hierzulande knapp 40 Prozent von Kindern aus benachteiligten Familien erst im letzten Jahr vor Schulbeginn eine Kita besuchen", so Meffert.

Weiterhin müssten die Rahmenbedingungen für gute pädagogische Arbeit in Kitas verbessert werden. Dies werde zum Beispiel bei der Beobachtung kindlicher Entwicklung deutlich: Die Bundesländer fordern im Rahmen ihrer Bildungspläne, dass Kitas die Entwicklung von Kindern beobachten, dokumentieren und auf dieser Basis ihre Bildungsangebote gestalten. "Eine wichtige Maßnahme", kommentiert Heribert Meffert, "mit der Umsetzung dieser Forderung in die Praxis werden die meisten Kitas allerdings allein gelassen, sollen aber gleichzeitig sinkende Personal­ressourcen verkraften."

Kindergärten und Kindertagesstätten kommt eine zentrale Rolle bei der frühkindlichen Bildung zu - dieser Ansicht sind auch weite Teile der bundesdeutschen Bevölkerung. Eine repräsentative Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 87 Prozent der Befragten gute Bildungs- und Betreuungsangebote in Kindergärten als eine Form öffentlicher Unterstützung von großer bis extrem großer Bedeutung (die drei höchsten Werte auf einer Zehner-Skala) betrachten. 63 Pro­zent nennen sie "extrem wichtig".

Die Bertelsmann Stiftung engagiert sich seit 2003 mit dem Projekt "Kinder früher fördern" für den Ausbau und die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung in Deutschland. Besondere Schwerpunkte sind die individuelle Förderung auf Basis von Beobachtung und Dokumentation, die Stärkung von Eltern, die Weiterentwicklung der Qualität von Angeboten sowie die verstärkte Vernetzung lokaler Aktivitäten für Kinder in den ersten acht Lebensjahren.

Rückfragen an: Anette Stein, Telefon: 0 52 41/ 81-81 274
Weitere Informationen: http://www.kinder-frueher-foerdern.de
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