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Descartes Prize for Science Communication an Wolfgang Heckl Auszeichnung der Europäischen Kommission erstmals verliehen

02.12.2004 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Professor Dr. Wolfgang Heckl, Physiker und Nanowissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München und seit 1. Oktober Generaldirektor des Deutschen Museums München, wurde heute in Prag mit dem neu geschaffenen Descartes Prize for Science Communication der Europäischen Kommission ausgezeichnet. Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert und wurde erstmals verliehen. Wolfgang Heckl erhält den Preis in der Kategorie "Professional Scientists engaged in Science Communication to the Public". Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte den Vorschlag eingereicht.
In der Begründung der Jury heißt es:

Professor Dr. Heckl ist eine dynamische Persönlichkeit und hat breite Anerkennung erfahren durch seine Fähigkeit, schwierige wissenschaftliche Zusammenhänge in unterhaltsamer Art und Weise zu vermitteln.

Rund 300 Gäste aus Wissenschaft und Politik sowie Journalisten aus ganz Europa kamen im geschichtsträchtigen Rudolph-Saal des Hradschin, der Prager Burg, zusammen, als der tschechische Staatspräsident Václav Klaus und der neue EU Kommissar für Wissenschaft, Janez Potocnik die Zeremonie der Verleihung der Descartes-Preise für Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation eröffneten.
Der renommierte Descartes-Wissenschaftspreis für wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa, dotiert mit je 500 000 Euro, wurde bereits zum fünften Mal verliehen und ging an zwei Wissenschaftlerteams in den Lebenswissenschaften und der Physik.
Der neu geschaffene Kommunikationspreis der Europäischen Kommission wurde in drei Kategorien verliehen. In der Kategorie "Professional Scientists engaged in Science Communication to the Public" wurde neben Wolfgang Heckl der britische Zoologe und Filmautor Sir David Attenborough ausgezeichnet. Auch die Kategorie "Innovative Action for Science Communication" hat zwei Preisträger: den Molekularbiologen Professor Peter Csermely aus Budapest für sein Projekt, das ungarische Schüler in Labors bringt, und der belgische Materialwissenschaftler Professor Ignass Verpoest für seine Wanderausstellung "Composites on Tour." Der französische Fernsehjournalist Vincent Lamy wurde in der Kategorie "Scientific Television" für sein Programm über getarnte Insekten (Face aux phasmes) ausgezeichnet.
Die Preissumme von Euro 250 000 für den Kommunikationspreis wurde zu gleichen Teilen auf die fünf Preisträger aufgeteilt.

Für den Descartes Prize for Science Communication waren bei der Europäischen Kommission insgesamt 47 Bewerbungen aus ganz Europa eingegangen, von denen sich 19 in Prag in der Schlussausscheidung präsentierten.

Die Voraussetzung für eine Zulassung zum Wettbewerb um den Kommunikationspreis der EU ist die vorherige Auszeichnung des Bewerbers auf nationaler Ebene. Professor Wolfgang Heckl hatte im Jahre 2002 den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft für herausragende Leistungen in der Vermittlung seiner wissenschaftlichen Arbeit in die Öffentlichkeit erhalten.

Wolfgang Heckl wurde 1958 geboren und studierte nach dem Abitur an der TU München Physik. Nach der Promotion im Fach Biophysik ging er 1989 als Postdoktorand zunächst für ein Jahr nach Kanada an die University of Toronto und anschließend in die Schweiz zu Professor Gerd Binnig an das IBM Research Laboratory. 1993 schloss er seine Habilitation in Physik ab und nahm im gleichen Jahr den Ruf auf die Professur für Experimentalphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München an. 1993 erhielt er den Philipp-Morris Forschungspreis. Seit Oktober 2004 ist Wolfgang Heckl neben seiner Professur Generaldirektor des Deutschen Museums München.

Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich Wolfgang Heckl für die Vermittlung seiner Forschungsergebnisse in die breite Öffentlichkeit. Bereits Anfang der 90er Jahre wurde er durch verschiedene Fernsehbeiträge mit seinen rastertunnelmikroskopischen Untersuchungen am menschlichen Erbgut bekannt, die erstmals eine Darstellung der DNA-Basen als Bausteine des genetischen Codes ermöglichten. In zahlreichen Wissenschaftssendungen hat Heckl seitdem der Öffentlichkeit Einblicke in die Welt der Nanotechnologie ermöglicht. In seinen Bemühungen um ein besseres Verständnis der Nanotechnologie nutzt er vielfältige Möglichkeiten der Vermittlung und will Menschen jedes Alters und jeder Gesellschaftsschicht ansprechen. Besonders sucht Heckl den direkten Kontakt mit jungen Menschen und engagiert sich in Ausstellungsprojekten und Messen zu naturwissenschaftlichen Themen. Immer wieder sucht er den Dialog mit Skeptikern der Wissenschaft und Kritikern der von ihm vertretenen Nanotechnologie. Sein Einsatz für Public Understanding of Science schließt auch die Politik mit ein; hier, wie bei der Arbeit mit Jugendlichen, sieht Heckl seine Bemühung um Verständnis und Begeisterung für die Wissenschaft als Investition in die Zukunft. Im Sommer 2004 hat sich Wolfgang Heckl bereit erklärt, den nächsten pan-europäischen Kongress der Wissenschaft - EuroScience Open Forum 2006 in München - als Chairman zu betreuen.


Nähere Informationen erteilt Dr. Eva-Maria Streier (Direktorin des Bereichs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Deutsche Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn,
Tel.: 0049 228 885-2250, E-Mail: em.streier@dfg.de.

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