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Physiologe untersucht weiter Ionenkanäle in Jena

03.12.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Klaus Benndorf entscheidet sich für die Universität Jena und lehnte Ruf an die RWTH Aachen ab Jena (03.12.04) Prof. Dr. Klaus Benndorf hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Physiologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen abgelehnt und wird weiterhin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena lehren und forschen. Die Spezialgebiete des Lehrstuhlinhabers für Herz-Kreislauf-Physiologie sind Ionenkanäle und die Herzinfarktforschung auf zellulärer Ebene. "Mit Prof. Benndorf bleibt uns ein wichtiger Vertreter der biomedizinischen Grundlagenforschung erhalten", freut sich der Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Heinrich Sauer.

Unter Prof. Benndorf ist an der Jenaer Universität ein Verfahren entwickelt worden, welches es erstmalig erlaubt, Ionenströme an einzelnen Herzmuskelzellen unter "Quasi-Herzinfarkt-Bedingungen" zu studieren. Im Fall eines Infarkts werden die Zellen nicht mit Blut versorgt, erhalten keinen Sauerstoff mehr und verbleiben in ihrer eigenen Mikroumgebung. Dabei geben sie Stoffe ab, von denen z. T. nicht klar ist, ob und wie sie die Funktion der Zelle von außen beeinflussen.

"Unsere Methode erlaubt es, diese Verhältnisse zu simulieren. Außerdem lässt sich mit ihr die parakrine Kommunikation zwischen zwei Zellen sehr elegant untersuchen", verdeutlicht Benndorf. Gemeinsam mit dem Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung in Jena hat sein Team Glaschips mit speziellen Mikrokammern entwickelt, in denen die Experimente ablaufen. "Kooperationen wie diese sowie die hohe Qualität der fakultätseigenen wissenschaftlichen Werkstätten waren für mich wichtige Argumente, in Jena zu bleiben", sagt der Mediziner.

Auch die mit zwei Lehrstühlen untersetzte Struktur der großen Fächer der Vorklinik, zu denen auch die Physiologie zählt, sei ausschlaggebend für seine Entscheidung gewesen. "Denn so wird ein System der medizinischen Lehre und Forschung mit sehr hoher Qualität gewährleistet, wie es sonst in dieser Breite nicht möglich ist", so Benndorf. "Es bereitet mir Freude, die Vorklinik in Jena nun auch künftig weiter mitzugestalten."

Mithilfe hochmoderner optischer und elektrophysiologischer Technik will der Ionenkanalexperte auch in Zukunft wesentliche Beiträge zum Verständnis des Herzinfarktes sowie der so genannten CNG-Kanäle leisten. Letztere spielen eine entscheidende Rolle beim Riechen und Sehen, haben möglicherweise aber auch eine wichtige Funktion in den Blutgefäßen, an deren Innenflächen sie vorkommen.

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