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Mit einem Symposium eröffnet: Master-Studiengang "Planen und Bauen im Bestand" an der Universität SIegen

03.12.2004 - (idw) Universität Siegen

Mit einem zweitägigen Symposium kürzlich hat der Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität Siegen seinen neuen Master-Studiengang "Planen und Bauen im Bestand" eröffnet. Mit der Einrichtung dieses Studienganges reagiert die Universität, wie Professorin Sibylle Käppel-Klieber einleitend hervorhob, auf die deutlichen Veränderungen im Tätigkeitsfeld von Architekten. In der Folge der demographi-schen und wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland hat das Arbeitsgebiet Umbauen, Umnutzen und Erweitern eine so große Bedeutung erlangt, dass es notwendig erscheint, junge Architekten in einem zusätzlichen spezialisierten Studiengang auf die spezifischen Aufgaben und Anforderungen wissenschaftlich vorzubereiten. Seinen Anteil an der Lösung dieser spezifischen Aufgaben sieht der Fachbereich nicht in der Konservierung vorgefundener Zustände, sondern in der Erneuerung, Anpassung und Weiterentwicklung.
Die inhaltliche Ausrichtung des Eröffnungs-Symposiums gestalteten die Organisatoren unter zwei Aspekten: zum einen eine umfassende Darstellung der Bandbreite von Aufgaben und Zielen beim Planen und Bauen im Bestand, und, daraus abgeleitet, eine Darstellung der Chancen und Möglichkeiten, die sich für Absolventen des neuen Studienganges eröffnen.
Andreas Denk, Kunsthistoriker, Architekturkritiker und Chefredakteur der Zeitschrift "Der Architekt" erläuterte in seinem Vortrag anhand zahlreicher Beispiele Aufgaben und Ziele des Planens und Bauens im Bestand. Am Um- und Rückbau des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden zeigte Professor Matthias Pfeiffer, Tragwerkplaner und Leiter des Studienganges "Altbauinstandsetzung" an der Universität Karlsruhe, wie eine durch akribische Erfassung und Bewertung der vorgefundenen Bausubstanz, neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie durch bewährte Ingenieur-Methoden gestützte Tragwerkplanung zur Erhaltung und behutsamen Sanierung von Bauwerken beitragen kann.
In seinem Beitrag zum Bauen in der Region konnte der Siegener Architekt Michael Arns anhand von Projekten aus der eigenen Baupraxis im südwestfälischen Raum darstellen, wie in Zeiten einer weitgehend entregionalisierten Bauplanung auch die anonymen Zeugnisse der vielfältigen historischen Bautraditionen in Deutschland den heutigen geänderten Nutzungsansprüchen und hohen bautechnischen Anforderungen angepasst werden können, ohne ihr äußeres Erscheinungsbild unangemessen zu verändern.
Themen wie "Konversion" - die zivile Neu-Nutzung ehemals militärischer Anlagen -, die Anforderungen von Denkmalpflege sowie die Folgen des Strukturwandels und von Alterungsprozessen, standen im Fokus weiterer Beiträge.
Die abschließende Podiumsdiskussion, eingeleitet durch ein Referat des Vizeprä-sidenten der Architektenkammer NRW, Michael Arns, ließ nichts spüren von der re-signativen Stimmung, die viele im Baubereich Tätige angesichts der stagnierenden Bautätigkeit befallen zu haben scheint. Im Gegenteil - aus den Beiträgen der Teilnehmer wurde deutlich, dass gerade der als Ursache für die stagnierende Bautätigkeit ausgemachte Strukturwandel jedem jungen Architekten, der sich auf das Umbauen und Umnutzen einlässt, eine Fülle an Chancen und Möglichkeiten bietet.
In seinem Schlußwort versprach Professor Friedhelm Stein (Univ. Siegen) nach dem gelungenen Auftakt für das kommende Jahr eine Neuauflage des Symposiums "Planen und Bauen im Bestand".
Weitere Informationen: http://www.architektur.uni-siegen.de/
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