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Integration ausländischer Jugendlicher in Deutschland und in der Schweiz

03.12.2004 - (idw) Freie Universität Berlin

VolkswagenStiftung bewilligt 440.000 Euro für FU-Forschungsvorhaben

Die Integrationspolitik der europäischen Staaten wird seit Wochen heftig attackiert, wenn nicht gar als gescheitert erklärt. In dieser Situation hat die VolkswagenStiftung jetzt insgesamt fünf Millionen Euro für Studiengruppen zum Thema "Integration gemeinsam gestalten" bewilligt. An die Freie Universität Berlin (FU) entfallen davon 440.000 Euro für das Forschungsvorhaben "Individuelle Integrationsbemühungen und gesellschaftliche Integrationsvoraussetzungen von ausländischen Jugendlichen in Deutschland und der Schweiz". Durchgeführt wird es von der Psychologin Prof. Dr. Bettina Hannover, dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gerd Hoff und dem Psychologen Dr. Said Ibaidi von der FU Berlin sowie Prof. Dr. Heinz Gutscher und Prof. Dr. Klaus Jonas von der Universität Zürich. Im Zentrum des Forschungsprojektes stehen die Integrationsprozesse von Jugendlichen mit türkischem, griechischem oder italienischem Migrationshintergrund in Deutschland und in der Schweiz. Die Wissenschaftler wollen die Denk- und Handlungsstrategien der Jugendlichen, ihre Identitätsentwicklung und damit verbundene Potentiale und Chancen in den Mittelpunkt rücken, um der häufig vorherrschenden negativen Sicht auf Angehörige der zweiten Generation von Zuwanderern entgegenzuwirken. Dabei konzentrieren sie sich auf Jugendliche mit Migrationshintergrund, die erfolgreich das deutsche bzw. schweizerische Bildungssystem durchlaufen haben.

- Welchen Einfluss hat die Definition der eigenen Identität auf den Integrationsprozesses? Ist das Aufgeben einer an die Herkunftskultur gebundenen Identität zugunsten der Übernahme einer Identität als Mitglied der Aufnahmekultur besonders Erfolg versprechend für den Integrationsprozess oder aber eine Selbstdefinition, in der beide Identitätsaspekte integriert sind?

- Welchen Einfluss hat die Konfrontation mit Stereotypen gegenüber der eigenen Migrantengruppe oder Erfahrungen von Benachteiligung in der Aufnahmekultur auf den Integrationsprozess? Fördern solche Erfahrungen Rückzugstendenzen und Ghettobildungen oder führen sie unter bestimmten Umständen vielleicht auch dazu, dass die betroffene Person ihre Bemühungen verstärkt, in die Aufnahmekultur aufgenommen zu werden?

Die Wissenschaftler wollen die genauen Bedingungen ergründen, die den Erfolg im Bildungssystem der Aufnahmekultur begünstigen und aus den Ergebnissen Empfehlungen für die politische und pädagogische Praxis ableiten.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Dipl.-Psych. Bettina Hannover, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Arbeitsbereich Schulpädagogik / Schul- und Unterrichtsforschung, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Tel: 030/838-56950 (AB), Fax: 030/838-56959, E-Mail: hannover@fu-berlin.ewi-psy.de

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