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Transferpreis Wirtschaft setzt Signale für mehr Management in der Medizin

08.12.2004 - (idw) Fachhochschule Bochum

Preise zum Jahresende für insgesamt 6.300 Euro

Einen krönenden Schlusspunkt des Jahres setzt die Fachhochschule Bochum mit ihrer heutigen Preisverleihungsfeier. Im Mittelpunkt steht dabei nicht zuletzt ein kleines Jubiläum: Seit zehn Jahren steht der "Opel Transferpreis Mechatronik" für die exzellente Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und dem Bochumer Automobilwerk sowie für das hohe und praxisorientierte Niveau der Bochumer Mechatronik-Ausbildung. Zeichen setzen auch die weiteren Preise: So geht der Transferpreis Wirtschaft 2004 an eine wegweisende Diplomarbeit an der Schnittstelle zwischen Management und Medizin und der Klaus Steilmann Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit kann für eine besonders "mobile" architektonische Planung für das Eisenbahnmuseum Dahlhausen vergeben werden.
Außerdem kann die Fachhochschule Bochum den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender übergeben. So kommen für diese Feierstunde 6.300,- Euro Preisgelder zusammen ... Der Reifenkeller des Bochumer Automobilherstellers Opel ist kein stilles Örtchen. Dort herrscht Hochbetrieb. Rund 6.500 Reifen werden täglich vor Ort vom Zulieferer ThyssenKrupp Industrieservice konfektio-niert und just-in-sequence an das Montageband angeliefert. Dabei dürfen keine Fehler passieren: die richtigen Reifen müssen in der richtigen Anzahl und in der korrekten Laufrichtung auf dem Zuführungsband liegen. Ein wichtiger neuer Helfer bei dieser Aufgabe: eine fotooptische Reifenerkennung mittels CCD-Kamera, die an der Fachhochschule Bochum entwickelt wurde. Jeder Reifenhersteller versieht seine Profile mit bestimmten Markierungen, an denen Typ und Laufrichtung erkannt werden können. Diese können eingelesen, identifiziert und mit dem Leitrechner für die Produktion abgeglichen werden. Stimmen die Farbmuster nicht mit denen überein, die laut Produktionsvorgabe zu erwarten wären, gibt das System eine Warnung und der Fehler kann rechtzeitig korrigiert werden. Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des Systems war Dipl.-Ing. Lukas Cymbrowski. Seine Diplomarbeit "Machbarkeitsstudie und prototypische Realisierung eines Farbbildverarbeitungssystems zur Erken-nung von PKW-Reifentypen bei einem KFZ-Hersteller" (Betreuer: Prof. Dr. Reiner Dudziak) erhält dafür den Opel Transferpreis Mechatronik.

Das Preisgeld von 1.500 Euro teilt er sich mit zwei weiteren Ingenieuren. Dipl.-Ing. Andriy Bittmann und Dipl.-Ing. Peter Hahne werden für ihre Arbeit "Planung und Realisierung eines Motorenprüfstandes zur Messung und Regelung sehr kleiner Drehmomente bei sehr großen Drehzahlen" (Betreuer: Prof. Dr. Friedbert Pautzke) ebenfalls ausgezeichnet. Die Ingenieure schufen für einen Staubsauger-Hersteller eine Einrichtung, die es nicht als Standartlösung gibt: Um die Handhabung von Staubsaugern zu erleichtern ist es ein Ziel, das Gewicht der Staubsaugermotoren so weit als möglich zu reduzieren. Durch den Prüfstand wur-de die Grundlage geschaffen, die Motoren weiter zu entwickeln.

Medizin braucht Management. Dieses Schlagwort ist spätestens seit der Gesundheitsreform und in Zeiten von Fallpauschalen und Änderungen bei den Arbeitszeitregelungen für Ärzte eine zunehmend wichtige Einsicht. Dabei gelten im Gesundheitswesen die Krankenhäuser als teuerster Leistungssektor und Kostentreiber Nr. 1. Um dem sicherlich noch zunehmenden Druck auf die Krankenhäuser begegnen zu können, ist ein gutes Personalmanagement gefragt. Schließlich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die immerhin rund 70 % der Gesamtkosten ausmachen, das wichtigste Erfolgspotenzial im "Unternehmen Krankenhaus". Um hohen Fluktuationsraten, mangelnder Motivation oder unzureichender Kommunikation zu begegnen, schlägt Dipl.-Kaufmann Alexander Ho-lubars beispielhaft "Die Implementierung von Mitarbeitergesprächen zur Mitarbeiterbindung und Personalentwicklung in den Kliniken Essen-Mitte" vor. Für diese Diplomarbeit, die von Prof. Dr. Margit Geiger betreut wurde, erhält er den Transferpreis Wirtschaft der Deutschen Bank und des Haftplichtverbandes der deutschen Industrie HdI und damit ein Preisgeld von 1.500 Euro.

Eine beeindruckende Vision, wie Interessierte einem besonderen Stück Technikgeschichte begegnen können, hatte Sabine Marion Hoffmeister: Im Bochumer Süden, angeschmiegt an die Ruhrauen, liegt das Eisenbahnmuseum Dahlhausen und zieht regelmäßig eine große Zahl Besucherinnen und Besucher in seinen Bann. "Unzählige Exponate, scheinbar ungeordnet stehen geblieben, verteilen sich auf dem Gelände" beschreibt sie die Situation. Um diesem Museum ein angemessenes Gesicht zu geben, hat die angehende Architektin in ihrer Diplomarbeit die Idee von verschiebbaren Stahlglasmodulen entwickelt, die über ein weiteres Schienenpaar geführt werden und als flexible Wetterhüllen dienen. Ergänzt hat sie diese Module durch acht hohe Glasdächer, die das Gelände in vertikaler Richtung überspannen und so eine Art Gegenbewegung und Orientierung vorgeben. Dieses Konzept eines flexiblen, mobilen und selbst veränderbaren Museums, dessen Bau und Unterhaltung nur verhältnismäßig geringe Ressourcen in Anspruch nimmt und die Exponate in ihrer Umgebung belässt, wird mit dem Klaus Steilmann Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Das Preisgeld von 2.500 Euro teilen sich Sabine Marion Hoffmeister und ihr betreuender Professor, Wolfgang Krenz.

Als vierten Preis kann die Fachhochschule Bochum heute den DAAD-Preis für herausragende Leistungen ausländischer Studierender vergeben. Dieser Preis in Höhe von 800,- Euro geht an Benaissa Tafzati. Der Marokkaner beeindruckte die Hochschule nicht nur durch seine Studienleistungen, sondern auch durch sein sportliches und soziales Engagement: er ist Co-Trainer in der Sportart Taekwon-Do, in der er 2003 deutscher Vize-Meister wurde und betreut Kindern der Otto-Grundschule Duisburg bei ihren Hausaufgaben.


Die Fachhochschule Bochum gratuliert allen Preisträgern und wünscht schöne und erholsame Feiertage!
Weitere Informationen: http://www.fh-bochum.de/transferpreise/
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