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Würzburg soll Schwerpunkt für Bildgebung werden

08.12.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Universität Würzburg kann sich über die Einrichtung eines neuen Zentrums freuen: Auf Initiative des Rudolf-Virchow-Zentrums wird ab dem kommenden Jahr ein "Bio-Imaging-Center" die Forschung und das Profil der Universität weiter stärken. Das neue Zentrum wird vom Wissenschaftsministerium in München und der Universität finanziert. Fünf Jahre lang soll jährlich eine neue Professur mit einer gut ausgestatteten Arbeitsgruppe eingerichtet werden, um neue Verfahren der Bildgebung aufzubauen und auf biologische Probleme anzuwenden. Mit diesem neuen Projekt setzen Land und Universität auf eine hochaktuelle Forschungsrichtung.

Grundlagenforscher aus Biologie, Medizin, Chemie und Physik schauen sich die Oberfläche lebender Zellen an. Mediziner nutzen moderne Verfahren wie PET und NMR, um zum Beispiel Tumore im Patienten sichtbar zu machen. Die Bildgebung hat sich zu einer Schlüsseltechnologie in biomedizinischer Forschung und Klinik entwickelt. "Besonders Japan und die USA haben die Bedeutung dieses innovativen Forschungsfeldes längst erkannt", erläutert Martin Lohse, Leiter des Rudolf-Virchow-Zentrums die Problematik: "Wenn Deutschland auf diesem Gebiet mithalten will, wird es höchste Zeit für Investitionen."

Dass Würzburg ein guter Ort für diese Investitionen ist - davon konnte Martin Lohse die Landespolitiker überzeugen. Tradition und Gegenwart haben ihm die Argumentation erleichtert. So hat an der Wende zum 20. Jahrhundert Röntgen in Würzburg die nach ihm benannten Strahlen entdeckt. Heute sind Würzburger Forscher am Biozentrum, im Rudolf-Virchow-Zentrum, in der Biophysik und an vielen anderen Instituten ganz vorne mit dabei, wenn es um das Thema Bildgebung geht.

Der bayerische Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel wird das "Bio-Imaging-Center" am Donnerstag bei einer Veranstaltung im Rudolf-Virchow-Zentrum feierlich eröffnen. Dass das neue Zentrum seinen ersten Atemzug an diesem Ort tun wird, macht durchaus Sinn: Die beiden Zentren sollen sich inhaltlich ergänzen und Universität und Land wollen so ihren Beitrag für das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Forschungszentrum leisten.

Die Veranstaltung findet im Rahmen eines internationalen Symposiums statt, das das Rudolf-Virchow-Zentrum in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet. "Dynamic Microscopy 2004" will in Vorlesungen und Workshops innovative Mikroskopietechniken einem interdisziplinären Publikum vorstellen. Das große Interesse hat selbst die Veranstalter Gregory Harms und Peter Friedl überrascht: "Die Nachfrage ist so groß, dass wir einigen Wissenschaftlern für den Workshop leider absagen mussten", bedauern die Forscher, "es wird in den nächsten Jahren definitiv weitere solcher Workshops geben."

Das Rudolf-Virchow-Zentrum ist das DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin und gehört als Zentrale Einrichtung zur Universität Würzburg. Das Zentrum wurde im Januar 2002 gegründet und ist eines von drei im Sommer 2001 bewilligten Pilotprojekten, mit denen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) so genannte "Centers of Excellence" fördert. In den drei Bereichen "Nachwuchsgruppeninstitut", "Kernzentrum" und "Forschungsprofessuren" arbeiten zur Zeit zehn Arbeitsgruppen auf dem Gebiet der Schlüsselproteine. Außerdem gehört ein Lehr- und Ausbildungsbereich zum Rudolf-Virchow-Zentrum. Gemeinsam mit den Fakultäten für Biologie und Medizin der Universität Würzburg werden ein Studiengang Biomedizin und eine "Graduate-School" für Doktoranden angeboten.

Informationen: Pressestelle der Universität Würzburg, T 0931 31-2750, Fax 0931 31-2610, E-Mail: presse@zv.uni-wuerzburg.de

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