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Schenkung umfangreicher Lebermoossammlung

09.12.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Herbarium Haussknecht der Universität Jena bearbeitet reichhaltigen Nachlass des Botanikers Riclef Grolle Jena (09.12.04) Der Botaniker Dr. Dr. h.c. Riclef Grolle, der im Juni dieses Jahres verstorben ist, hat seine umfangreiche Sammlung von Lebermoosen, Büchern, Zeitschriften, Sonderdrucken und Briefen als Schenkung der Friedrich-Schiller-Universität Jena vermacht. Grolles bedeutender Nachlass wird gegenwärtig am Herbarium Haussknecht des Institutes für Spezielle Botanik der Universität, wo er dauerhaft aufbewahrt werden soll, gesichtet und inventarisiert.

Riclef Grolle zählte zu den führenden Lebermoos-Forschern des 20. Jahrhunderts. Obwohl der an Poliomyelitis Erkrankte seit seinem 19. Lebensjahr im Rollstuhl saß, legte er in über 40 Jahren aktiver Forschungstätigkeit über 300 wissenschaftliche Publikationen vor. "Besonders bedeutsam für uns ist, dass alle Forschungsergebnisse durch nahezu 40.000 Belege von getrockneten Lebermoosen jederzeit nachvollziehbar sind", berichtet Dr. Hans-Joachim Zündorf vom Herbarium Haussknecht. Die Sammlung sei ausgesprochen reich an so genannten Typen, das sind Exemplare, auf denen die Beschreibung von bestimmten Pflanzenarten beruht. "Das rührt daher, dass Grolle einerseits zahlreiche tropische Lebermoose neu entdeckte und beschrieb und er sich andererseits besonders der Stabilisierung von Lebermoosnamen widmete", so Zündorf weiter.

"Die Sammlung von Fachzeitschriften und -büchern enthält Bände, die nur in wenigen deutschen Bibliotheken zu finden sind und die große Hinterlassenschaft an Karteien und anderen handschriftlichen Dokumenten ist Grundlage aktueller Forschungen auf dem Gebiet der Lebermooskunde (Hepatikologie)".

Die Moossammlungen des Herbarium Haussknecht gehören zu den zehn größten ihrer Art weltweit. Daher trägt die Universität Jena bezüglich der Pflege und der ständigen internationalen Verfügbarkeit eine enorme Verantwortung. Leben und Werk Riclef Grolles wurde am 5./6. November in Jena mit einem vielbeachteten wissenschaftlichen Gedenk-Kolloquium gewürdigt. Die in Paris erscheinende Fachzeitschrift "Cryptogamie Bryologique" widmet das erste Heft des nächsten Jahres ausschließlich dem Schaffen des bis 1996 an der Jenaer Universität angestellten Wissenschaftlers.

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