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Akademienunion beteiligt sich am Rat für deutsche Rechtschreibung

09.12.2004 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Die sieben in der Union zusammengeschlossenen deutschen Akademien der Wissenschaften haben beschlossen, sich an dem umstrittenen Rat für deutsche Rechtschreibung zu beteiligen. Obwohl sie der Rechtschreibreform in ihrer jetzigen Form kritisch gegenüberstehen, halten sie es für wichtig, ihrer Kritik Gehör zu verschaffen und in einen hoffentlich konstruktiven Dialog mit den Befürwortern und weiteren Kritikern der Reform einzutreten. Die Wissenschaftsakademien wollen mit dieser Entscheidung ein Zeichen setzen und nach pragmatischen Wegen einer Korrektur der gesellschaftlich nicht akzeptierten neuen Regeln suchen. Der von der Kultusministerkonferenz vorgeschlagene Rat für deutsche Rechtschreibung, der sich am 17. Dezember 2004 konstituieren soll, könnte nach Meinung der Akademien solch einen Dialog ermöglichen. Voraussetzung hierfür wäre allerdings, dass es dem Rat gelänge, Befürworter und Kritiker in ausgewogener Zahl zusammenzubringen.

In dieser Erwartung haben die deutschen Wissenschaftsakademien die Entsendung eines Vertreters in den Rat beschlossen. Es wird dies Prof. Dr. Werner Besch sein, Professor für Deutsche Sprache und ältere deutsche Literatur unter Einschluss der deutschen Dialektologie am Germanistischen Seminar der Universität Bonn. Werner Besch ist Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Sein Stellvertreter wird Prof. Dr. Dr.h.c. Manfred Bierwisch sein, der Leiter der Projektgruppe Strukturelle Grammatik der Humboldt Universität zu Berlin. Manfred Bierwisch gehört der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften als Mitglied an.

Die in der Union zusammengeschlossenen deutschen Wissenschaftsakademien haben sich bislang in zwei Offenen Briefen gegen die jetzige Form der Rechtschreibreform ausgesprochen.


Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von sieben Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und ältesten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. So ist die Union zuständig für die Koordinierung und Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben ihrer Mitgliedsakademien. Sie empfiehlt die Bildung von Schwerpunkten für verwandte Projekte, fördert die Kommunikation zwischen den Akademien und betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen. Eine organisierte Zusammenarbeit der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften gibt es bereits seit über 100 Jahren. Sie geht zurück auf das sogenannte "Kartell", das 1893 in Leipzig für die Betreuung von über 30 gemeinsamen Akademie-Forschungsvorhaben gegründet wurde.

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