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Forschungspraktikum in der Universität Bielefeld hat US-Studentin überzeugt

14.12.2004 - (idw) Universität Bielefeld

Zahlreiche deutsche Studierende bemühen sich besonders in den Naturwissenschaften um eine Studienmöglichkeit in den USA. Umgekehrt ist das Interesse amerikanischer Studierender, nach Deutschland zu kommen, eher gering.

Für das Fach Chemie wollte der Deutsche Akademische Austauschdienst das ändern und legte des RICh-Programm auf ("Research Internships in Chemistry"). Dessen Besonderheit ist, dass hier nicht Professoren, sondern Doktoranden als Antragsteller fungieren. Thomas Haase, Doktorand in der Physikalischen Chemie bei Professorin Katharina Kohse-Höinghaus, nutzte die Gelegenheit und war im Sommer Gastgeber von Jessica Strong, die in den USA an der Rutgers University New Jersey studiert und in Bielefeld in einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft mitarbeitete. Kurz vor ihrer Abreise zog sie in einem Kurzinterview ein Resümee über ihr Forschungspraktikum an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld.

Was hat Sie motiviert, gerade nach Bielefeld zu kommen?

In den USA ist es für Studierende nicht zuletzt aus finanziellen Gründen schwierig, Auslandsaufenthalte zu organisieren. Bielefeld war nach Leipzig meine zweite Präferenz im RICh-Programm, wobei dann schnell klar war, dass das hier laufende Projekt interessanter sein würde.

Wie wurden Sie hier aufgenommen - war es schwer, Kontakte zu knüpfen?

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, weil mein Deutsch ziemlich schlecht war, aber ich habe mich bemüht, möglichst viel mit Leuten zu reden, das hilft. Die Leute in der Arbeitsgruppe hier sind wunderbar. Einmal in der Woche kochen wir zum Beispiel zusammen. In Amerika ist Arbeit Arbeit. Man geht nach Hause und lebt sein Privatleben.

Über die Arbeitsbedingungen an amerikanischen Unis wird viel geschwärmt. Wie haben Sie das im Vergleich erlebt - gibt es wirklich so große Unterschiede?

Ich komme aus einer großen Universität mit sehr anonymen persönlichen Verhältnissen. Das ist in Bielefeld besser, aber auch die Laborausstattung ist hier viel besser. An der Rutgers University ist die Ausstattung sehr alt. Man ist dabei überwiegend auf Spenden angewiesen und entsprechend unsicher ist es, wann neue Geräte angeschafft werden können. Manche fehlen dann einfach. In Bielefeld ist außerdem die Kooperation zwischen den Fakultäten viel besser. Wenn man in Amerika als Chemiker zum Beispiel Unterstützung bei Messungen von den Physikern möchte, ist das viel komplizierter als hier. Traditionell sind die Fachbereiche viel stärker gegeneinander abgeschlossen.

Wie sieht es in den USA mit den Karrierechancen von Frauen in den Naturwissenschaften aus?

Das ist ungefähr das Gleiche wie hier. Es gibt nur einen geringen Anteil von Professorinnen.

Wie sehen Ihre eigenen Pläne aus?

Nach dem Bachelor möchte ich zunächst praktisch arbeiten. Dann werde ich überlegen, ob ich noch den später den Master mache und vielleicht noch promoviere - vielleicht sogar in Deutschland.

Das Foto ist abrufbar unter: www.uni-bielefeld.de | Aktuelles | Aktuelle Pressemitteilungen | Pressemitteilung Nr. 215/2004

Pressemitteilung Nr. 215/2004
Universität Bielefeld
Informations- und Pressestelle
Dr. Gerhard Trott
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Fax: 0521/106-2964
E-Mail: gerhard.trott@uni-bielefeld.de
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