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Studentischer Förderunterricht an Schulen: 80.000 Euro für RUB-Kooperationsprojekt

14.12.2004 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochumer Studierende geben Förderunterricht an Schulen - damit Sprachschwierigkeiten nicht zur Hürde beim Schulabschluss werden. Das Kooperationsprojekt der "Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien" (RAA Bochum) und des Zentrums für Lehrerbildung (ZfL) der Ruhr-Universität Bochum erhält von der Stiftung Mercator 80.000 Euro. Damit finanzieren die Kooperationspartner zunächst drei Jahre lang die Honorare von studentischen Förderlehrkräften in den Orientierungsstufen von Sekundarschulen. Bochum, 14.12.2004
Nr. 385

Studentischer Förderunterricht an Schulen
80.000 Euro für Projekt von RUB, Stadt und Schulen
Sprachförderung von Kindern aus Zuwandererfamilien

Bochumer Studierende geben Förderunterricht an Schulen - damit Sprachschwierigkeiten nicht zur Hürde beim Schulabschluss werden. Das Kooperationsprojekt der "Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien" (RAA Bochum) und des Zentrums für Lehrerbildung (ZfL) der Ruhr-Universität Bochum erhält von der Stiftung Mercator 80.000 Euro. Damit finanzieren die Kooperationspartner zunächst drei Jahre lang die Honorare von studentischen Förderlehrkräften in den Orientierungsstufen von Sekundarschulen. Ziel ist, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, die Deutsch als Zweit- und nicht als Muttersprache erlernt haben.

Unterricht für Kinder aus Zuwandererfamilien

Die Ruhr-Universität Bochum bietet Studierenden ein Modul "Sprachförderung und Interkulturalität" an. Hier erhalten sie zunächst ein wissenschaftliches Einführungsseminar in "Deutsch als Zweitsprache und seine Didaktik" und absolvieren im folgenden Semester ein Praktikum. Zu zweit unterrichten die Bochumer Studierenden dann kleine Gruppen an weiterführenden Schulen, ein pädagogisches Begleitseminar unterstützt sie in ihrer Lehrtätigkeit. Mit den Mitteln der Stiftung Mercator können Studierende nun an den Schulen gegen Honorar ihren Förderunterricht fortsetzen - er kann dadurch dauerhaft an den Schulen eingerichtet und die Zahl der Fördergruppen erhöht werden. Die Mittel der Stiftung Mercator ermöglichen sogar, weitere Bochumer Schulen in das Projekt einzubeziehen.

Fortbildungen für Lehrkräfte

Auf Initiative der RAA gründete sich im September 2002 ein Arbeitskreis, dem Vertreterinnen und Vertreter von vier Bochumer Gesamtschulen (Maria Sibylla Merian-Gesamtschule, Willy-Brandt-Gesamtschule, Heinrich-Böll-Gesamtschule, Erich-Kästner-Schule) sowie das ZfL angehören. Entscheidend ist dabei der enge Kontakt von RAA, Schule und Universität. Hierdurch wird auch der Bedarf an Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Schulen deutlich. Darauf kann das Zentrum für Lehrerbildung der Ruhr-Universität reagieren und in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Fortbildungen organisieren wie zum Beispiel zur kontrastiven Grammatik Türkisch-Deutsch oder zu Methoden der Sprachförderung.

PISA & Co: die Ausgangssituation

Die PISA-Studie hat gezeigt, dass Kinder mit anderen Herkunftssprachen als Deutsch in Deutschland sehr viel schlechter abschneiden als in anderen Ländern mit einem vergleichbar hohen Migrantenanteil an der Bevölkerung. Dies gilt auch für die hier geborenen und aufwachsenden Kinder. Die Ergebnisse der international vergleichenden IGLU-Studie zeigen zudem insbesondere Defizite in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn, in denen die Weichen für die weitere Schul- und Ausbildungslaufbahn der Schülerinnen und Schüler gestellt werden.

Der Bedarf ist groß

Pro beteiligte Schule gibt es in der Sekundarstufe I mindestens 150 bis 270 Kinder mit Migrationshintergrund, die einen Sprachförderungsbedarf haben: Das ergab eine Umfrage des ZfL an vier Gesamtschulen im Herbst 2002. Häufigste Erstsprachen der Kinder sind Türkisch, Russisch und Polnisch. Der Anteil der zu fördernden Kinder beträgt demnach bis zu 20 Prozent in einer Klasse.


Weitere Informationen

Christiane Mattiesson M.A. und Dipl. Soz.-Wiss. Gesa Reisz, Zentrum für Lehrerbildung der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-11991, E-Mail: zfl-kontakt@rub.de, Internet: http://www.rub.de/zfl
Weitere Informationen: http://www.rub.de/zfl
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