Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 20. September 2014 

"Die Wetterkapriolen werden in Zukunft immer extremer."

17.12.2004 - (idw) Nordakademie - Hochschule der Wirtschaft

Klimaforscher Mojib Latif beschreibt in einem Vortrag an der NORDAKADEMIE den erwarteten Klimawandel. Die Erwärmung der Erde sei zwar nicht zu stoppen, könne aber auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Tipps für den eigenen Beitrag zur Einsparung von Treibhausgasen. Vor einem gut gefüllten Audimax hat der bekannte Kieler Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif im Dezember 2004 einen Vortrag an der NORDAKADEMIE zum Thema "Verändert der Mensch das Klima?" gehalten. Die Besucher aus der Hochschule, Elmshorn und Umgebung erlebten einen engagierten Referenten, der mit beeindruckenden Statistiken und Simulationen sowie einem publikumsnahen Vortragsstil Fakten und Prognosen zusammentrug. Im Anschluss an den gut einstündigen Vortrag entspann sich eine lebhafte Diskussion mit dem Publikum, das von Prof. Latif noch zahlreiche weitergehende Informationen erfragte.

Prof. Latif hatte in seinem Vortrag die Bedeutung des menschlichen Handels für den Klimawandel und insbesondere die Erwärmung der Atmosphäre betont. Gleichzeitig warnte er vor vorschnellen Schlüssen, dass aktuelle Wetterphänomene kausal auf den Klimawandel zurückzuführen seien. Nur in der langfristigen Perspektive lasse sich erkennen, ob sich das Klima verändere, denn auch früher hätte es immer wieder "Jahrhundertfluten" oder "Supersommer" gegeben. Dennoch gäben die heute zu beobachtenden Wetterkapriolen einen Vorgeschmack darauf, was zu erwarten ist, wenn sich die Erderwärmung fortsetzt. In Norddeutschland sei beispielsweise damit zu rechnen, dass die Sommer länger und heißer werden, gleichzeitig werde es aber auch zunehmend sintflutartige Regenschauer geben.

Dennoch zeigte sich der Klimaforscher optimistisch für die zukünftige Entwicklung. Zum Glück sei das Klima ein träges System, das sehr langsam auf die erhöhte Menge an Treibhausgasen reagiere. Damit bleibe der Welt noch Zeit, die notwendigen Schritte zur Stärkung der regenerativen Energien durchzuführen, mit denen der Klimawandel auf ein erträgliches Maß begrenzt werden könne. Mit dem Kyoto-Protokoll sei ein erster wichtiger Schritt gemacht worden, selbst wenn sich die USA daran nicht beteiligen würden.

Die Zahl der Politiker, die sich ernsthaft über den Klimawandel Gedanken machen, sei seiner Erfahrung nach gestiegen, so dass die wichtigen Änderungen nun langsam in Gang kommen. Dem könnten sich auch die USA auf Dauer nicht verschließen. Letztlich werde es der Druck der Unternehmen sein, die sich aus eigenem Interesse für energieeffizientes Wirtschaften aussprechen werden. Jeder einzelne, gab Prof. Latif den Zuhörern mit auf den Weg, könne ebenfalls etwas dazu beitragen, indem er sparsame heize und Auto fahre sowie vor allem den Stand-By-Betrieb von elektronischen Geräten abschalte. Würde es keine Stand-By-Schaltungen geben, würde allein Deutschland ein Großkraftwerk zur Stromerzeugung weniger benötigen.

Der Vortrag von Prof. Latif fand im Rahmen des Management-Forums der NORDAKADEMIE statt. Darin werden mehrmals im Jahr Vorträge von Spitzenwissenschaftlern und Topmanagern veranstaltet, die zu aktuellen Themen Stellung nehmen.
________________________________________________________________________________
Die NORDAKADEMIE in Kürze
Die 1992 gegründete FH NORDAKADEMIE gehört mit insgesamt gut 900 Studierenden zu den 10 größten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie bietet neben einem MBA-Studiengang die drei dualen Diplom-Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik an. Zu den mehr als 400 Kooperationsunternehmen der Hochschule der Wirtschaft gehören Unternehmen wie z. B. Airbus Deutschland, Gruner+Jahr, Dräger, Hauni, Otto, Unilever, Lufthansa, ExxonMobil, der Axel Springer Verlag und Ethicon. Die Hochschule finanziert sich ausschließlich durch die von den Unternehmen entrichteten Studiengebühren und ist von staatlichen Zuschüssen unabhängig. Weitere Informationen über die Hochschule gibt es im Internet unter http://www.nordakademie.de.


uniprotokolle > Nachrichten > "Die Wetterkapriolen werden in Zukunft immer extremer."
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/92919/">"Die Wetterkapriolen werden in Zukunft immer extremer." </a>