Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 20. April 2014 

Nanotechnologie in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft: Potenziale und Risiken im Zwergenreich

22.12.2004 - (idw) VolkswagenStiftung

Von der VolkswagenStiftung initiierte interdisziplinäre Konferenz bringt vom 13. bis 15. Januar 2005 in Marburg Naturwissenschaftler, Sozialethiker und Ökonomen miteinander ins Gespräch "Small is beautiful!" - so etwa könnte das aktuelle Motto der Nanotechnologen lauten, denn die "Handwerker" des Kleinsten haben Großes vor! Die Nanotechnologie gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts; sie fasziniert Fachwelt und Laien gleichermaßen, und viele sehen in ihr die Zukunftsbranche schlechthin. Die Hoffnungen und Erwartungen, die in sie als Motor für Innovationen gesetzt werden, sind enorm - und so ist das Vordringen in die Welt der elementarsten Bausteine eine Herausforderung, die gerade auch neue faszinierende Möglichkeiten für Produkte und Märkte offenbart. "Die Nanotechnologie kann so zur Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Deutschland im internationalen Wettbewerb maßgeblich beitragen", sagt Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung. Gleichzeitig hat sie das Potenzial, unser Leben angenehmer zu gestalten: Ob es etwa um die Herstellung kratzfester Farboberflächenstrukturen geht oder die Herstellung winziger Partikel als Transportmittel für Arzneiwirkstoffe: Überall sollen künftig mit Hilfe der Nanotechnologie rasante Fortschritte erzielt werden. Doch - jede neue Technologie hält neben Chancen auch Risiken bereit. Von möglichen Nebenwirkungen und Technikfolgen ist jedoch bislang kaum die Rede.

Womit der Bogen gespannt wäre für die internationale Konferenz "Nanotechnology in Science, Economy and Society", die das Institut für Wirtschafts- und Sozialethik (IWS) der Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit der VolkswagenStiftung vom 13. bis 15. Januar 2005 in Marburg veranstaltet. Die Konferenz - in englischer Sprache - führt Natur- und Ingenieurwissenschaftler mit Forschern aus Unternehmen sowie Geistes- und Sozialwissenschaftlern zusammen. Professor Dr. Wolfgang Nethöfel von der Fachgruppe Sozialethik am Fachbereich Evangelische Theologie der Marburger Universität leitet sie gemeinsam mit Professor Dr. Jochen Röpke vom dortigen Fachbereich Wirtschaftswissenschaften sowie Professor Dr. Joachim Wendorff, Dekan des Fachbereichs Chemie. Die VolkswagenStiftung fördert das Symposium mit 45.000 Euro.

Wir laden interessierte Journalistinnen und Journalisten herzlich zu der Konferenz ein. Sie findet statt in der Aula der Alten Universität der Philipps-Universität Marburg, Lahntor 3, 35037 Marburg. Themen und Referenten der Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Programm. Bitte melden Sie sich bis zum 10. Januar 2005 an im Konferenzbüro bei Frau Ulrike Schröder unter info@nano-marburg.net oder telefonisch unter 0 64 21/ 28 - 2 22 04 bzw. - 2 22 05. Über diesen Kontakt können Sie im Vorfeld auch Interviewwünsche mit einzelnen Teilnehmern koordinieren.
---------------

Veranstaltungsort
Philipps-Universität Marburg
Aula der Alten Universität
Lahntor 3
35037 Marburg

Veranstaltungsbeginn
Donnerstag, 13. Januar 2005 14 Uhr, Opening addresses and Session 1

Kontakt Veranstaltung
Philipps-Universität Marburg
Institut für Wirtschafts- und Sozialethik
Ulrike Schröder (Tagungsorg.)
Prof. Dr. Wolfgang Nethöfel
Lahntor 3
35037 Marburg
Telefon: 06421/28 - 22204 oder - 22205
E-Mail: info@nano-marburg.net

Kontakt während der Konferenz
Ulrike Schröder
Mobiltelefon: 0177/8667350
---------------

Bei der Nanotechnologie handelt es sich nicht um eine spezifische oder klar umgrenzte Technologie, sondern um ein breites, höchst heterogenes Arbeitsfeld. Unter diesem Begriff werden Materialien, Strukturen und Technologien zusammengefasst, deren verbindendes Element die Erzeugung, Erforschung oder Konstruktion sehr kleiner Strukturen ist - in einer Größendimension kleiner als einige hundert Nanometer, einem Millionstel Teil eines Millimeters. Der Durchmesser eines menschlichen Haares beispielsweise ist fünfzigtausend Mal größer. Die Teilnehmer diskutieren bei dem Symposium aus ihrer jeweiligen Perspektive Erscheinungsformen, Entwicklungspotenziale und Grenzen der Nanotechnologie. Zugleich sollen Ansätze einer begleitenden und integrierten Technikfolgenabschätzung aufgegriffen und Möglichkeiten ihrer praktischen Erprobung an der Nanotechnologie fächerübergreifend erkundet werden.

Vor allem das Wirkungspotenzial mancher Nanomaterialien bedingt es, das neben willkommenen Anwendungsmöglichkeiten in Industrie und Forschung gleichermaßen der Verdacht etwa von gesundheitsschädigenden Wirkungen aufkommt. Grund dafür sind die physikalischen Eigenschaften von Nanopartikeln: Im Vergleich zu ihrem Volumen haben sie eine enorm große Oberfläche, die sie chemisch außerordentlich reaktionsfreudig macht - im guten wie im problematischen Sinne. Bringen somit einige der Stars der neuen Technologie auch Gefahren mit sich? Besonders diese Aspekte sind es, die als Lehre aus den Erfahrungen mit der Atom- und Gentechnik in Form einer vorausschauenden Technikfolgenabschätzung in Marburg diskutiert werden sollen.

In den vier Sektionen treffen Referenten aus aller Welt aufeinander, darunter Wissenschaftler aus Australien, Japan, den USA und Israel. Im ersten Teil "Nanotechnologie - ein Phänomen mit vielen Facetten" geht es anhand konkreter Beispiele um eine Momentaufnahme des gegenwärtigen Standes dieser Technologie. Der zweite Teil widmet sich den absehbaren Entwicklungstendenzen: Nicht allein die technischen Entwicklungen sollen hier im Mittelpunkt stehen, sondern auch jene gesellschaftlichen Bedingungen, die zu- oder abträglich sind. Den Grenzen der Nanowelt widmet sich die Sektion 3, in der nicht nur die Grenzen der technischen Machbarkeit, sondern auch ethische und rechtliche Begrenzungen sowie solche der sozialen Akzeptanz, der politischen Durchsetzbarkeit oder der wirtschaftlichen Effizienz diskutiert werden. Der Technikfolgenabschätzung ist die Schlusssektion gewidmet. Hier geht es auch darum, Anwendungsmöglichkeiten und Kriterien ihrer Einhaltung zu diskutieren. Nach einer Plenardiskussion endet die Konferenz am Samstag, dem 15. Januar, mit zusammenfassenden Schlussworten von Dr. Wilhelm Krull, dem Generalsekretär der VolkswagenStiftung.

Interdisziplinäres Symposium "Nanotechnology in Science, Economy and Society"

13. bis 15. Januar 2005 in der Philipps-Universität Marburg, Aula der Alten Universität

Programm

Donnerstag, 13. Januar

14.00 Opening addresses

A. 14.30 - 16.00: Nanotechnology - A Phenomenon with Many Facets
Prof. Dr. Alfred Nordmann, Philosophy Department, University of Darmstadt:
"Converging Technologies for the European Knowledge Society: Nano Vision at Work"

Prof. Dr. Ron Sanderson, Department of Chemistry, University of Stellenbosch:
"How does Nanotechnology Lead and Inspire Economic Visions of Innovation?"

Prof. Dr. Avi Domb, Department of Medicinal Chemistry and Natural Products, Hebrew University of Jerusalem: "Nanotechnology - The Promise and the Risk"

16.00 Coffee break - Posters

B. 16.30 - 18.00: Foreseeable Trends - Nanotechnology in Society
Prof. Dr. Max Lu, ARC Centre for Functional Nanomaterials, The University of Queensland: "Nanotechnological Trends and Societal Implications"

Prof. Dr. Nick Pidgeon, Center for Environmental Risk, University of East Anglia:
"Opportunities and Uncertainties - The British Nanotechnologies Report and the Need for a Societal Dialogue"

Dr. Christa Sommerer, Institute of Advanced Media Arts and Sciences, Ogaki City: "Nano-Scape: Experiencing Aspects of Nanotechnology Through Interactive Art"

18.00 Buffet and Opening of Nano Exhibition with musical accompaniment

Freitag, 14. Januar

C. 9.00 - 10.30: The Limits of Nanotechnology - Feasibility and Beyond
Prof. Dr. Ayusman Sen, Department of Chemistry, The Pennsylvania State University: "Autonomous Nanoscale Motion - Are There Limits?"

Sonia E. Miller, Attorney-at-Law (S. E. Miller Law Firm, New York):
"Nanotechnology Confronts Global Laws, Legalities, and Legislation"

Prof. Dr. Jens Frøslev Christensen, Department of Industrial Economics and Strategy, Copenhagen Business School:
"Nanotechnology and Management: The Limits of Incentives"

10.30 Coffee break - Posters

D. 11.00 - 12.30: Technology Assessment of Nanotech - New Approaches
N. N.: "Innovation Processes in Japan: The Example of Nanotechnology"

Prof. Dr. Davis Baird, Department of Philosophy, USC NanoCenter, University of South Carolina:
"Converging Technologies, Diverging Values: Navigating NBIC Through Turbulent Waters"

Prof. Dr. Armin Grunwald, Institute for Technology Assessment and Systems Analysis, Karlsruhe:
"Nanotechnology Visions - New Challenges for Reasoning and Assessment"

12.30 Lunch break

14.00 - 17.00: Workshops

17.00 - 18.00: Input Young Scientists - Plenary Discussion

Samstag, 15. Januar

9.00 - 9.50: New Opportunities in Nanotechnology

9.50 Coffee Break

10.00 - 10.50: Research Perspectives on Nanotechnology and Society

10.50 Coffee Break

11.00 Input Chairs - Plenary Discussion

12.00 Concluding Remarks: Secretary General Dr. Wilhelm Krull (Chief Executive Officer of VolkswagenStiftung)

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse04/22122004.pdf
---------------

Kontakt VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Weitere Informationen: http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse04/22122004.pdf
uniprotokolle > Nachrichten > Nanotechnologie in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft: Potenziale und Risiken im Zwergenreich
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/93051/">Nanotechnologie in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft: Potenziale und Risiken im Zwergenreich </a>