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Idealere Materialien für Implantate und Elektronik-Werkstoffe

22.12.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neu an der Universität Jena: der Materialwissenschaftler Prof. Dr. Markus Rettenmayr Jena (22.12.04) "Die Struktur bestimmt die Eigenschaften eines Materials, nicht nur die Zusammensetzung", sagt Prof. Dr. Markus Rettenmayr. Daher ist die Strukturbildung in Materialien das zentrale Thema des 44-jährigen gebürtigen Stuttgarters, der vor kurzem zum Professor für Metallische Werkstoffe an der Universität Jena ernannt worden ist.

Metallkunde hat Rettenmayr an der Uni Stuttgart, dem Max-Planck-Institut für Werkstoff-Forschung und bei einem einjährigen Aufenthalt in Lausanne studiert. Bereits in seiner Dissertation, die er 1991 abschloss, beschäftigte er sich mit der ungleichmäßigen Stoffverteilung in Aluminium- und Nickel-Legierungen. Seine Kenntnisse über solche Prozesse bei Phasengemischen vertiefte er in den USA, wo er sich mit Hochpräzisionsmessungen und den Triebkräften für Strukturveränderungen beschäftigte.

Das Ziel, das er auch in Jena verfolgt, lautet immer: Wie kann der Stoffmix in der Legierung optimal verteilt werden, um bessere Eigenschaften im Inneren eines Materials, aber auch an dessen Grenzflächen zu erhalten. "Immer ist eine Kombination von Eigenschaften erwünscht", weiß der Materialwissenschaftler um die Anforderungen. So arbeitet er u. a. an der Optimierung von Implantat-Materialien, etwa Stents, Knie- und Hüftimplantaten. "Die Legierung soll immer besser an den Verwendungszweck angepasst werden", gibt der Neu-Jenaer den Weg vor - bisher wird oft auf käufliches, Implantat-unspezifisches Material zurückgegriffen.

Prof. Rettenmayr wird in Jena zum einen an der Akzeptanz des Materials durch den Körper arbeiten, aber auch in anderen Materialklassen die Forderung nach immer besserer Umweltverträglichkeit bedienen. Ein Beispiel sind neue Legierungen für Elektronik-Werkstoffe, z. B. zum Löten von Handys. Beim Löten kann er bereits auf seine eigene, patentierte bleifreie Lotlegierung zurückgreifen. Sie ist ein Ergebnis seiner Habilitation (2000) über Strukturbildung und Entwicklung neuer Legierungen an der TU Darmstadt. Selbst für die Schmuck-Industrie war Rettenmayr bereits tätig und veredelte Platin-Legierungen.

"Es wird mir leicht fallen, an der Friedrich-Schiller-Universität zu kooperieren", weist er auf das gute Umfeld am Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie, aber auch im Klinikum hin. Zudem bringt er ein Netzwerk mit guten Kontakten zu Legierungsforschern aus aller Welt mit an die Saale. Der Umzug nach Jena ist ihm ebenfalls leicht gefallen, weil "die Stadt eine hohe Lebensqualität hat" - auch wenn der begeisterte Hobby-Geiger bisher noch kein passendes Ensemble gefunden hat.

Kontakt:
Prof. Dr. Markus Rettenmayr
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947790
E-Mail: M.Rettenmayr@uni-jena.de

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