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Paul Meusinger, Präsident des Landesamtes für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg, wird zum Honorarprofessor

11.01.2005 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Am Mittwoch, dem 19. Januar 2005, wird die Rektorin der Fachhochschule Potsdam, Prof. Dr. Helene Kleine, Paul Meusinger zum Honorarprofessor am Fachbereich Sozialwesen ernennen. Die Verleihung der Urkunde erfolgt um 12 Uhr in der Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 4, Hörsaal 1, 2. Etage. Zum Honorarprofessor kann bestellt werden, wer in einem Fach aufgrund hervorragender wissenschaftlicher oder künstlerischer Leistungen den Anforderungen entspricht, die an Professorinnen und Professoren gestellt werden. Die Bestellung setzt eine mehrjährige Lehrtätigkeit an einer Hochschule voraus(§52 BbgHG).

Paul Meusinger hat seit Juni 1991 zunächst als Leiter der Zentralabteilung später als Leiter der Abteilung Landessozialamt gemeinsam mit Prof. Dr. Otto Fichtner, dem ehemaligen Vorsitzenden des Deutschen Vereins für Öffentliche und Private Fürsorge, das Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg aufgebaut und ist seit 1993 dessen Präsident. Unter seiner Federführung wurde das Landesamt als singuläre staatliche Behörde unter Verzicht auf Mittelbehörden und unter Bündelung der sozialen und gesundheitspolitischen Landeszuständigkeiten eingerichtet, ein Konzept, das inzwischen von den Ländern Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein übernommen wurde. Unter seiner Leitung beteiligte sich das Landesamt maßgeblich am Prozess der Verwaltungsmodernisierung in Brandenburg mit den Projekten "Qualitätsmanagement", "Kosten- und Leistungsrechnung", "Ausgliederung der Psychiatrischen Landeskliniken aus der Landesverwaltung". Darüber hinaus sorgte er für die Umstrukturierung des extrem schwierigen ostdeutschen Einrichtungs- und Hilfesystems, die Sicherung der Qualitätsstandards bei der Heimunterbringung über das Heimgesetz, die Verbesserung der Position der Opfer im Bereich der Opferentschädigung, die Erwirkung taggleicher Bescheide für Behinderte durch Zusammenlegung von Untersuchung und Entscheidung am gleichen Tag und die Absicherung der Qualitätsstandards durch das Landesgesundheitsamt.

Meusinger hat sich neben seiner umfangreichen Aufbauarbeit in Brandenburg als Kommentator zum BSHG (SGB XII) und zum Asylbewerberleistungsgesetz für den Bereich Eingliederungshilfe für Behinderte betätigt und an der wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die Vernetzung privatwirtschaftlicher Konzepte mit sozialen Leistungssystemen maßgeblich mitgewirkt.

Die umfangreiche wissenschaftliche Aufarbeitung der zwiespältigen Geschichte der Brandenburgischen Landeskliniken sowohl während des Nationalsozialismus als auch der DDR hat Meusinger initiiert und selbst daran mitgewirkt. In seinen Ausführungen hierzu hat er die besondere Bedeutung des Berufsstandes der Juristen für die rechtstheoretische Vorbereitung und öffentliche Akzeptanz von Zwangssterilisation und "Euthanasie" während der Zeit des Nationalsozialismus herausgearbeitet.

Paul Meusinger war neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit zwischen 1970 und 1979 Lehrender für Ordnungs- und Zivilrecht in der Ausbildung für Beamte und Angestellte des gehobenen Dienstes, engagierte sich von 1969 bis 1986 in der Kommunalpolitik und wirkt seit 1993 beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge im Hauptausschuss und im Fachausschuss Sozialhilfe, ist seit 1994 Mitglied und seit 1997 Vorsitzender des Kuratoriums der Theodor-Fliedner-Stiftung und seit 1997 Mitglied des Aufsichtsrats der Diakonischen Altenhilfe Niederlausitz gGmbH.

Von 1994 bis zu dessen gesetzlicher Auflösung 1999 war Herr Meusinger Mitglied des Kuratoriums der Fachhochschule Potsdam und engagierte sich als Multiplikator für die Entwicklung des Wissenschaftsstandorts Brandenburg. In diesem Kontext regte er Qualifizierungsprogramme zwischen Hochschule und Landesamt an und stellte Mitarbeiter für Lehraufträge an der Hochschule frei. Im Rahmen des "Sozialforums Brandenburg" arbeiten Hochschule und Landesamt im Bereich der Fort- und Weiterbildung auf seine Initiative hin mit internationalen Kooperationspartnern an der Weiterentwicklung der Sozialen Hilfen für behinderte Menschen zusammen.
Seit dem Wintersemester 2002/03 hat Herr Meusinger an der Hochschule selbst Lehraufträge und Vorträge zu den Themen "Organisationsstrukturen Sozialer Arbeit in Brandenburg", "Verwaltungsmodernisierung in Brandenburg", "Soziale Hilfen: Anspruch und Wirklichkeit" und "Auswirkungen der Europäischen Union auf die Leistungssysteme in der Bundesrepublik Deutschland" übernommen.

Der Fachbereich Sozialwesen und die Fachhochschule Potsdam gewinnen mit der Bestellung von Herrn Paul Meusinger zum Honorarprofessor einen Experten von hohem Rang für die Ausbildung der Studierenden, für die Unterstützung bei der weiteren Profilierung der Hochschule, für die Erschließung von Praxispotentialen für die Ausbildung und für die multiplikativ gestaltete Ausstrahlung der Hochschule in die Praxis.

Hinweis für Medien:
Fotos können unter presse@fh-potsdam.de oder Tel. 0331 580-1070 angefordert werden. Wir würden uns freuen, Sie bei der Veranstaltung begrüßen zu können.

Medieninformationen und Veranstaltungshinweise der FH Potsdam können Sie
auch im Internet abrufen: http://www.fh-potsdam.de
EVENTS & NEWS | MEDIENINFORMATIONEN

Kurzvita Paul Meusinger

Jahrgang 1944, geb. in Duisburg

Nach einer Ausbildung an der Polizeischule in Nordrhein-Westfalen studierte Paul Meusinger an der Ruhr-Universität in Bochum und an der Universität Köln Jura. Während des Referendariats bis zum 2. juristischen Staatsexamen war er Mitarbeiter in einer Anwaltskanzlei. Als Justitiar im Rechtsamt der Stadt Essen war er für nahezu sämtliche Fachbereiche der Kommunalverwaltung tätig. Er leitete das Ordnungsamt der Stadt Essen und im Anschluss daran das Sozialamt der Stadt Duisburg.

Paul Meusinger lehrte am Studieninstitut der Stadt Essen in den Fachbereichen Ordnungsrecht und allgemeines Zivilrecht, im Rahmen der Ausbildung von Beamten und Angestellten des gehobenen Dienstes. Er war kommunalpolitisch tätig im Kreistag des Kreises Kleve, im Stadtrat Straelen und im Bezirksplanungsrat beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf. Zudem war er Mitglied des Bezirksvorstandes der AWO, Bezirk Niederrhein.

Im Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg war Meusinger zunächst Leiter der Zentralabteilung, dann Leiter der Abteilung Landessozialamt. Seit April 1993 ist er Präsident des Landesamtes für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg. Das Landesamt umfasst die Versorgungsverwaltungen, das Landessozialamt, die Trägerverwaltung für die psychiatrischen Kliniken des Landes Brandenburg, das Landesgesundheitsamt, das Landesaussiedleramt.

Paul Meusinger ist Mitglied des Hauptausschusses des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, Mitglied des Fachausschusses I (Sozialhilfe) des Deutschen Vereins, Vorsitzender des Kuratoriums der Theodor-Fliedner-Stiftung Mülheim an der Ruhr und Mitglied des Aufsichtsrates der Diakonischen Altenhilfe Niederlausitz gGmbH. Außerdem war er Mitglied des Kuratoriums der Fachhochschule Potsdam.

Publikationen:

1999 Autor in Fichtner, Kommentar zum BSHG, 1. Auflage, Vahlen Verlag

2000 Vernetzung privatwirtschaftlicher Konzepte mit sozialen Leistungssystemen, Beitrag in "Die Zukunft des Sozialen", Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2000


2001 Autor in "Brandenburgische Landeskliniken in staatlicher Hand", Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam

2002 Autor in "Brandenburgische Heil- und Pflegeanstalten in der NS-Zeit", Verlag be.bra wissenschaft

2003 Autor in Fichtner/Wenzel, Kommentar zum BSHG mit Asylbewerberleistungsgesetz sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, 2. Auflage, Vahlen Verlag

2005 Autor in Fichtner/Wenzel, Kommentar zum SGB XII, 3. Auflage, Vahlen Verlag

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