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Britischen Bibelkritiker aus "der ersten Garde" würdigen

14.01.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Universität Jena verleiht am 18. Januar Ehrendoktorwürde an Alttestamentler John Rogerson Jena (14.01.05) Die Geschichte der Bibelkritik im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert vor allem in Deutschland ist der Forschungsmittelpunkt von Prof. Dr. John William Rogerson (69). Der inzwischen emeritierte Theologie-Professor von der Universität Sheffield, der hervorragend Deutsch spricht, "gehört ohne Zweifel zur ersten Garde der britischen Alttestamentler in der Gegenwart", sagt Prof. Dr. Uwe Becker von der Universität Jena über seinen Fachkollegen. In Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und in Würdigung seiner Verdienste um die Wissenschaftsgeschichte der Theologie in Jena wird die Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Prof. Rogerson am Dienstag (18.01.) mit der Ehrendoktorwürde auszeichnen. Der öffentliche Festakt beginnt um 18.15 Uhr in der Universitäts-Aula (Fürstengraben 1). Den Festvortrag wird Prof. Dr. Ulrich Barth von der Universität Halle-Wittenberg zum Thema "Religiös-metaphysische Aspekte von Herders Kulturtheorie" halten.

Der Termin der Ehrenpromotion in diesem Jahr ist nicht zufällig zustande gekommen. "Vor 200 Jahren hat Wilhelm Martin Leberecht de Wette in Jena seine Dissertation zum Pentateuch eingereicht, die die bibelwissenschaftliche Forschung revolutionierte", erläutert Dekan Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr. Dieser Theologe, der von 1799-1807 in Jena lehrte, steht immer wieder im Zentrum von Rogersons Forschungen, der dem Jenaer Bibelkritiker die bisher einzige Biographie - die demnächst auch in deutscher Übersetzung erscheinen soll - gewidmet hat. "Die Forschungen für dieses Buch fanden zu einer Zeit statt, als die Archive der Universität Jena für John Rogerson noch nicht geöffnet waren", bedauert Niebuhr. "Hier besteht für künftige Forschungen über de Wette und über den Beginn der kritischen deutschen Bibelwissenschaft, die kaum zufällig mit der Universität Jena verbunden ist, noch ein fruchtbares Arbeitsfeld", ist sich der Dekan der Theologischen Fakultät sicher.

"Doch bereits mit seinen bisherigen Forschungen zur Wissenschaftsgeschichte an der Universität Jena hat sich John Rogerson unschätzbare Verdienste erworben", betont Prof. Becker. Der Jenaer Alttestamentler freut sich auf weitere Projekte, "um gemeinsam die entscheidenden philosophischen und theologischen Impulse, die damals von Jena ausgingen, weiter aufzuhellen". Denn Rogerson hat schon - ohne den Zugang zu allen Quellen - nachweisen können, dass "in den entscheidenden Jahren von 1790 bis 1810 in Jena nicht nur die deutsche Philosophie einen Höhepunkt erreichte, sondern auch die kritische Bibelwissenschaft ihre ,Geburtsstunde' erlebte", so Becker weiter. Diese Verknüpfung von Philosophie und Theologie hat Rogerson aufbereitet und damit ein geistesgeschichtliches Gesamtbild gezeichnet, das das Ereignis Weimar-Jena um 1800 trefflich bereichert.

Den Erforscher der bibelwissenschaftlichen Geburtsstunde wird die Jenaer Universität am 18. Januar in einem Festakt, zu dem die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, mit der Ehrendoktorwürde auszeichnen.

Kontakt:
Prof. Dr. Karl-Wilhelm Niebuhr
Theologische Fakultät der Universität Jena
Fürstengraben 6, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 941000
Fax: 03641 / 941002
E-Mail: karl-wilhelm.niebuhr@uni-jena.de

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