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NS-Zeit im Familiengedächtnis

14.01.2005 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut

"Geschichte machen. Strukturmerkmale des intergenerationellen Sprechens über die NS-Vergangenheit in deutschen Familien"
Ein öffentlicher Vortrag von Dr. Olaf Jensen (Kulturwissenschaftliches Institut, Essen) am 17. Januar, 18.15 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen. Der Sozialwissenschaftler Olaf Jensen diskutiert in seinem Vortrag, warum in vielen deutschen Familien über die Zeit des "Dritten Reiches" in erster Linie über die Leiden der Angehörigen, hingegen kaum über deren mögliche Verantwortung gesprochen wird.

Die Analyse zahlreicher Interviews in deutschen Familien über die NS-Vergangenheit der eigenen Familienmitglieder verdeutlicht, dass vornehmlich über die "Leiden der Volksgenossen" in der Kriegs- und Nachkriegszeit gesprochen wird. Die "Nazis" waren die Anderen.
Warum Beschönigungen und die Heroisierung des Verhaltens der Familienangehörigen in der Zeit des "Dritten Reiches" häufig auftretende Phänomene in deutschen Familien sind und welche Konsequenzen sich daraus ergeben (müssen), wird der Vortrag von Olaf Jensen deutlich machen.

Dr. Olaf Jensen, von 1997 bis 2000 Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Tradierung von Geschichtsbewusstsein" am Psychologischen Institut der Universität Hannover; 2000-2001 Stipendiat der Universität Hannover und seit 2001 Mitarbeiter im Forschungsprojekt "Erinnerung und Gedächtnis" am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen.
Die von ihm präsentierten Ergebnisse können in dem Buch "Geschichte machen. Strukturmerkmale des intergenerationellen Sprechens über die NS-Vergangenheit in deutschen Familien" (edition diskord 2004) nachgelesen werden. Sie stellen umfangreiche Ergänzungen zu der Studie "Opa war kein Nazi" (Fischer 2002), an der der Autor mitgearbeitet hat, dar.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kwi-nrw.de oder unter der Telefonnummer 0201/7204-160.

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