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Baden-Württemberg International (bw-i) übernimmt die internationale Vermaktung des Hochschul- und Forschungsstandorts Ba

14.01.2005 - (idw) Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Baden-Württemberg International hat mit dem 1. Januar 2005 offiziell die internationale Vermarktung des Hochschul- und Forschungsstandorts Baden-Württemberg übernommen. Dies teilten der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg, der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Michael Hagenmeyer, sowie der Vorsitzende des Beirats Wissenschaft, Forschung und Kunst von Baden-Württemberg International, Prof. Dr. Dieter Fritsch, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Vorstellung des Arbeitsprogramms 2005 am 14. Januar 2005 in Stuttgart mit.

Wie Frankenberg gegenüber der Presse erklärte, sieht die Landesregierung in der Stärkung des Hochschul- und Forschungsstandorts Baden-Württemberg eine der vordringlichsten Aufgaben, um dem Land auch in den globalisierten Bildungsmärkten der Zukunft eine führende Rolle zu sichern. Baden-Württemberg verfüge heute über eine erstklassige Hochschul- und Forschungslandschaft, die zu den herausragenden Qualitätsmerkmalen des Landes gehöre. Nicht von ungefähr belegten baden-württembergische Hochschulen in nationalen und internationalen Rankings häufig vordere Plätze. "Diese strategisch wichtige Position, um die uns viele in Deutschland und der Welt beneiden, müssen wir sichern, wenn wir auch morgen noch im internationalen Wettbewerb bestehen wollen", so der Minister.

Frankenberg bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass die Landesregierung opti-male Rahmenbedingungen schaffe, damit die Hochschulen des Landes die Heraus-forderung annehmen könnten. Er verwies auf die Einführung der Bachelor- und Mas-terabschlüsse sowie das neue Landeshochschulrecht, durch das die Autonomie der Hochschulen gestärkt werde. Frankenberg wiederholte bei dieser Gelegenheit auch seine Forderung, auf die Förderung von Elite-Universitäten zu verzichten und stattdessen den hierfür vorgesehenen Betrag über die DFG allen Hochschulen für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen.



Frankenberg: Brauchen hochschulübergreifendes systematisches Marketing

Die Realisierung eines qualitativ optimalen Angebots sei jedoch nur die eine Seite der Medaille. "Wir brauchen außerdem ein hochschulübergreifendes systematisches Hochschul- und Forschungsmarketing, um diese baden-württembergischen Stärken als Teil einer Baden-Württemberg Corporate Identity international bekannter zu machen", so der Minister. Die Aktivitäten des Landes und die individuellen Profilierungsbestrebungen der Einrichtungen im Land müssten sich dabei sinnvoll ergänzen, wenn man im Wettstreit um die besten Köpfe Erfolg haben wolle.

Mit Baden-Württemberg International, der früheren GWZ, habe man für diese Aufga-be einen international erfahrenen und versierten Partner gefunden, der die Aktivitäten des Landes bündeln und Synergieeffekte schaffen könne. Die Übertragung dieser Aufgabe auf Baden-Württemberg International sei daher ein richtiger Schritt zum richtigen Zeitpunkt gewesen.

Frankenberg wies darauf hin, dass von seinem Ministerium bereits seit einigen Jahren eine Reihe von Marketingaktivitäten für den Hochschul- und Forschungsstandort Baden-Württemberg durchgeführt worden seien, über die er eine positive Bilanz ziehen könne. Mit Maßnahmen wie der englischsprachigen Website study-guide-bw.com, der Broschüre "Study and Research", der internationalen Pressearbeit, der Mandatierung ehemaliger Studierender als Botschafter sowie der Teilnahme mit einem Gemeinschaftsstand für die baden-württembergischen Hochschulen an zahlreicher Bildungsmessen, wie etwa der NAFSA in den USA, habe sich Baden-Württemberg im internationalen Kontext sehr gut platziert. "Baden-Württemberg International kann damit auf ein solides Fundament aufbauen und mit der operativen Arbeit zur Umsetzung unserer Strategien und Konzepte beginnen", so der Minister.

Fritsch: Aktivitäten des Landes und individuelle Strategien der Hochschulen müssen sich zu homogenem Ganzen verbinden

Der Rektor der Universität Stuttgart und Vorsitzende des Beirats Wissenschaft, Forschung und Kunst von Baden-Württemberg International, Prof. Dr. Dieter Fritsch erklärte, dass die Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Landesinitiative offen gegenüberstünden und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg International bereit seien. Fritsch: "Wir sehen uns auf der Gewinnerseite, wenn sich die Aktivitäten des Landes mit den individuellen Strategien der einzelnen Einrichtungen zu einem homogenen Ganzen verbinden, das für alle Beteiligten zu einem Mehrwert führt". Wichtig sei für ihn auch, dass die neue Landesinitiative wei-terhin einen Wettbewerb zwischen den einzelnen Einrichtungen zulasse.

Laut Fritsch bedarf es eines intensiven Dialogs aller Beteiligten, um sich über die Ziele, die Zielgruppen sowie die Erfolg versprechenden Maßnahmen des internationalen Hochschul- und Forschungsmarketings zu verständigen. Dies sei notwendig, da sich die Auswirkungen der Maßnahmen unmittelbar bei den Hochschulen und Forschungseinrichtungen manifestieren würden. So sei für die Universitäten eine generelle Erhöhung der Zahl ausländischer Studierender problematisch, da diese außerhalb der NC-Fächer nicht abgelehnt werden könnten. Daher komme es entscheidend darauf an, Maßnahmen durchzuführen, die auf eine Verbesserung der Qualität und nicht der Quantität abzielten.

Als wichtiges Instrument für den Dialog mit Baden-Württemberg International sieht Fritsch den Beirat "Wissenschaft, Forschung und Kunst", der aufgrund seiner Zusammensetzung die baden-württembergische Hochschul- und Forschungslandschaft repräsentiere und auch sonstige wichtige Partner einbeziehe. Von der konstituierenden Sitzung dieses Gremiums im November seien wichtige Impulse ausgegangen.

Hagenmeyer: Jahresprogramm 2005 setzt neue Akzente

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Baden-Württemberg International, Dr. Michael Hagenmeyer, bezeichnete die Übertragung der Zuständigkeit als einen kon-sequenten und unverzichtbaren Schritt. Baden-Württemberg International verfüge wie keine andere Einrichtung über eine langjährige Kompetenz und Erfahrung auf dem Gebiet des Standortmarketings für das Land und könne sich eines weltweiten Netzwerks von Repräsentanten und Kooperationspartnern bedienen.

Die Konzentration des Standortmarketings unter dem Dach von Baden-Württemberg International bringe in mehrfacher Hinsicht Vorteile. "Sie erlaubt erstmals ein Standortmarketing für Baden-Württemberg aus einem Guss und ermöglicht damit dem Land, sich noch besser zu positionieren", so Hagenmeyer wörtlich. Wirtschaftsbezogene Maßnahmen im Bereich der Auslandsmarkterschließung und des Standortmarketings könnten jetzt auch für den Wissenschafts- und Forschungsbereich genutzt werden und umgekehrt. Von dieser Symbiose würden auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitieren. Außerdem entstehe hierdurch eine intensivere Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, was von beiden Seiten gewünscht sei. Durch die entstehenden Synergien würden zugleich die finanziellen Ressourcen geschont. In einer von Sparzwängen geprägten Zeit, sei dies ein wichtiges Signal, so Hagenmeyer weiter.

Baden-Württemberg International hat sich in den letzten Monaten intensiv auf die neue Aufgabe vorbereitet und ist für die operative Umsetzung ab dem 1. Januar 2005 gut gerüstet. Die grundsätzliche Ausrichtung der Vermarktungspolitik wurde mit dem Wissenschaftsministerium, dem Beirat Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie in zahlreichen Einzelgesprächen mit den Beteiligten eingehend erörtert. Die geplante operative Umsetzung ist in das beiliegende Arbeitsprogramm 2005 eingeflossen, das vom Aufsichtsrat der Gesellschaft im Dezember verabschiedet wurde.

Hagenmeyer begrüßte die vom Wissenschaftsministerium geleisteten Vorarbeiten und wies darauf hin, dass Baden-Württemberg International 2005 bisher bewährte Maßnahmen fortsetzen, aber auch eine Reihe neuer Maßnahmen in Angriff nehmen werde. "Das Jahresprogramm 2005 setzt neue Akzente", so Hagenmeyer.

Einen besonderen Stellenwert werden laut Hagenmeyer in Zukunft die Präsentationen bei wichtigen potenziellen Kooperationspartnern im Ausland einnehmen. Angesichts der Bedeutung dieser Länder sowie aus Gründen der Nachhaltigkeit werde man einen permanenten Fokus auf Institutionen in den USA und in China legen. Hinzu kämen spezielle Jahresschwerpunkte, im Jahr 2005 seien dies Indien, Japan sowie Polen. Baden-Württemberg International werde außerdem Fact-Finding-Reisen in solche Länder durchführen, mit denen noch keine ausreichenden Beziehungen bestünden oder diese in den letzten Jahrzehnten aufgrund verschiedenster

Umstände zum Erliegen gekommen seien. Vor diesem Hintergrund habe Baden-Württemberg International im Jahr 2005 Besuche im Iran, in Algerien und in Korea geplant. Insgesamt seien Präsentationen von Baden-Württemberg International in rund 30 Staaten vorgesehen.

Angedacht sei des Weiteren eine verstärkte Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen und Kongressen im Hinblick auf die Ansprache qualifizierter Nachwuchswissenschaftler, der Ausbau und die Vertiefung von Netzwerken mit ausländischen Partnern, die Gewinnung von hochkarätigen Repräsentanten aus Wissenschaft und Forschung als Hochschulbotschafter des Landes, eine verstärkte Zusammenführung ausländischer Studenten mit der Wirtschaft Baden-Württembergs, eine Teilnahme an ausgewählten internationalen Wirtschaftsmessen sowie eine systematische Ausweitung der internationalen Pressearbeit.

Hagenmeyer betonte ferner, dass man bei den Marketingaktivitäten ein besonderes Augenmerk auf die aus den Alleinstellungsmerkmalen resultierenden besonderen Bedürfnisse einzelner Hochschultypen, wie etwa der Pädagogischen Hochschulen, der Kunst- und Musikhochschulen sowie der Berufsakademien richten werde. Außer-dem habe sich Baden-Württemberg International zur Sicherstellung einer größtmöglichen Effektivität eine kontinuierliche Evaluierung der Maßnahmen vorgenommen.


Abschließend zeigte er sich davon überzeugt, dass die Effizienz der gesamten Au-ßendarstellung des Landes durch die Bündelung aller operativen Zuständigkeiten bei Baden-Württemberg International gestärkt und auch der Nutzen für die einzelnen Einrichtungen des Landes auf diese Weise vergrößert werde.

Anlage (auf Anfrage):
Arbeitsprogramm 2005 für die internationale Vermarktung des Hochschul- und For-schungsstandorts Baden-Württemberg

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