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Für mehr Improvisation in der Ästhetischen Bildung

18.01.2005 - (idw) Universität Bremen

Neue Lernansätze in der Schule braucht das Land. Schülerinnen und Schüler haben geringes Wissen und sind wenig motiviert - und alle Überlegungen sind interessant, die neue Wege weisen. Matthias Duderstadt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Primarstufe des Fachbereichs Bildungs- und Erziehungswissenschaften der Universität Bremen, setzt sich mit neuen Impulsen für die theoretische und praktische Arbeit der ästhetischen Bildungsarbeit an Schulen und Hochschulen auseinander. Der Wissenschaftler plädiert für mehr Improvisation in der ästhetische n Bildung, also beim Skizzieren, Zeichnen, Malen, Plastizieren, beim Theaterspiel oder in der Performance. Denn Improvisation weckt die schöpferischen Fähigkeiten, über die jeder Mensch verfügt. Duderstadt zeigt in einer Literatur-Studie, dass die ästhetische Bildung in der Schule mehr auf Improvisationen aufbauen muss, um die Fähigkeiten und Talente der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Die Ernüchterung nach PISA verlangt geradezu nach mehr spielerisch-kreativen Elementen im Unterricht.

Zum Kern der Improvisation gehört das Spannungsfeld von Spiel und Spontaneität. Das Spiel erfolgt nach Regeln und der Drang der Spontaneität nach chaotischer Freiheit wird so begrenzt. Der Zufall und die Vitalität des Spiels wiederum beleben auch die Spontaneität. Das Wechselspiel von Impulse-Geben und Grenzen-Setzen ist Voraussetzung für Kreativität. Improvisieren muss allerdings, so Duderstadt, stets ein Ziel verfolgen und Probleme lösen. So wird die Improvisation nicht beliebig sondern zielgerichtet.

Improvisation benötigt Ruhe und Entspannung sowie zugleich Konzentration auf das Thema. Wer entspannt ist, kann authentisch und aus sich selbst schöpfen. Der Motor der Improvisation ist das Gedächtnis: das sensorische, das emotionale, das kognitive und das Körpergedächtnis. Hier schlummern Erinnerungen, die bei der Improvisation, also bei der Suche nach der unbekannten Lösung eines Problems, wiederbelebt werden. Doch die Gedächtnisleistungen sind nicht alles: Duderstadt führt in seine Theorie des schöpferischen Handelns die Kategorien Imagination, Zufall und sogar Unbewusstes ein. Sie sorgen für Spannung und Freude an der Improvisation - und für überraschende Ergebnisse. Für ideal hält es Duderstadt, wenn das Ergebnis der Improvisation am Ende als Inszenierung vorgeführt und den Mitschülern zugänglich gemacht wird. In seiner Publikation "Improvisation und Ästhetische Bildung. Ein Beitrag zur Ästhetischen Forschung", die im Salon Verlag erschienen ist, zeigt er an zahlreichen konkreten Beispielen, dass Improvisationen den Unterricht bereichert.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften
Studiengang Primarstufe, Lernbereich Ästhetik
Matthias Duderstadt
Tel. 0421 218 7817
Email: duderstadt@uni-bremen.de

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