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Staat und Religion - ein Verhältnis mit akutem Klärungsbedarf

25.01.2005 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Kalifatstaat und Kirchensteuer - nur zwei Beispiele für die Konfrontation oder Kooperation zwischen Staat und Religion in Deutschland. Angesichts der Umbruchsituation in Europa und der Welt stellt sich mit neuer Dringlichkeit die Frage, wie viel religiöses Bekenntnis ein Staatswesen verträgt. Die Bestimmung dieses Verhältnisses wird dabei zur modernen Gretchenfrage für das Selbstverständnis jeder religiösen Gemeinschaft: Wie hältst du es mit dem Staat? Mit diesem Themenkreis beschäftigt sich am Freitag und Samstag, 4. und 5. Februar, an der Uni Würzburg der Internationale Ökumenisch-Ekklesiologische Studientag mit dem Titel "Staat und Religion - Herausforderungen und Chancen im größeren Europa und in einer globalisierten Welt". Veranstalter sind die Katholisch-Theologischen Fakultät und das Ostkirchliche Institut der Augustiner an der Universität.

Die Auseinandersetzung um religiöse Symbole an öffentlichen Schulen hat die weltanschauliche Neutralität des Staates zum Streitfall für die höchsten deutschen Gerichte werden lassen. Die gegenläufigen Stellungnahmen zu einem Gottesbezug in der europäischen Verfassung zeugen von den Schwierigkeiten, die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Staat und Religion in den Ländern Europas zu harmonisieren.

Gerade durch die Osterweiterung der Europäischen Union treten neben das Kooperationsmodell, wie es für Deutschland kennzeichnend ist, auch andere Beziehungen von Staat und Religion. Solche haben sich zum Beispiel im engeren, so genannten symphonischen Staats-Kirchen-Verhältnis der orthodoxen Tradition gebildet. Diese Modelle einer nationalkirchlichen Verfasstheit finden sich in Europa nun mit dem radikalen Laizismus und mit fundamentalistischen Strömungen unter einem Dach.

Der Studientag begreift diese brisante Konstellation als Herausforderung, die Probleme und Chancen im Verhältnis von Staat und Religion theologisch zu betrachten. Ausgewählte Länderbeispiele dienen dabei als Diskussionsgrundlage für die Erörterung übergreifender Fragen, wie der Bedeutung des Wohlwollens oder der Neutralitätspflicht des Staates gegenüber religiösen Kräften und der zukünftigen Option auf verschiedene Formen des Nationalkirchentums.

Veranstaltungsort ist der Hörsaal 318 der Universität am Sanderring. Die Professoren Franz Dünzl vom Institut für Historische Theologie und Jakob Speigl vom Ostkirchlichen Institut erwarten neben Stipendiaten aus dem osteuropäischen Raum auch zahlreiche Ökumene-Experten und Fachwissenschaftler aus dem In-und Ausland. Weitere Interessenten sind zur Teilnahme eingeladen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jakob Speigl, T (0931) 784-1973, Fax (0931) 784-1979, E-Mail: Jakob.Speigl@gmx.de
Weitere Informationen: http://www.theologie.uni-wuerzburg.de/hist/thokg/menue-5.html
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