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Fortbildung zum Thema Schuppenflechte

02.02.2005 - (idw) Universität des Saarlandes

16. Februar 2005, 17.00 bis 19.00 Uhr,
Hörsaal von Geb. 9 (Gynäkologie/Pädiatrie)
Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg/Saar

Unter Tagungsleitung von Professor Dr. Wolfgang Tilgen (Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie) und Professor Dr. Michael Pfreundschuh (Direktor der Klinik für Innere Medizin I - Onkologie, Hämatologie, Klinische Immunologie und Rheumatologie) findet am Mittwoch, dem 16. Februar 2005 von 17.00 bis 19.00 Uhr im Hörsaal von Gebäude 9 (Gynäkologie/Pädiatrie) des Universitätsklinikums in Homburg eine Fortbildung zum Thema Schuppenflechte statt.
Diskutiert werden neue Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung der Schuppenflechte; darunter auch die neue Generation gentechnisch hergestellter Wirkstoffe, die so genannten "Biologicals", die vor allem bei schweren Verläufen, u.a. mit Gelenkentzündung, neue Perspektiven eröffnen.

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leidet an der Schuppenflechte: gerötete, trockene Stellen der Haut, die sich abschuppen. Die Erkrankung ist zwar nicht gefährlich oder ansteckend, aber der Juckreiz ist äußerst unangenehm. Hinzu kommt, dass Patienten, denen ständig kleine Hautschüppchen aus Haaren und Kleidung rieseln oder die große Flecken im Gesicht und an den Händen aufweisen, von ihren Mitmenschen oft schief angeschaut werden.
Bei der Psoriasis vulgaris, der meist verbreiteten Form der Flechte, ist der natürliche Prozess der Hauterneuerung aus dem Lot geraten - anstatt den durchschnittlichen vier Wochen brauchen die neuen Hautzellen nur wenige Tage, um an die Oberfläche zu wandern. Die alten, abgestorbenen Zellen müssen den neuen Platz machen und werden in geballter Form abgestoßen.
Und nicht nur auf der äußeren Haut, auch die im Körperinneren liegenden Häute können betroffen sein, wie beispielsweise bei der arthritischen Schuppenflechte. Bis zu 40 Prozent der Schuppenflechte-Patienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine schmerzhafte Gelenkbeteiligung, die Arthritis psoriatica. Währen viele Patienten einfache Formen der Schuppenflechte recht erfolgreich mit Salben und Tinkturen behandeln können, waren die therapeutischen Möglichkeiten bei schweren Verläufen von Psoriasis vulgaris und Arthritis psoristica bislang oft unbefriedigend.

Die diagnostische Abgrenzung gegenüber anderen Krankheitsbildern und die Therapie der Arthritis psoristica stellen eine interdisziplinäre Herausforderung dar, die eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte erfordert. Im Universitätsklinikum Homburg versuchen Dermatologen, Rheumatologen und Immunologen der Erkrankung gemeinsam auf die Spur zu kommen. Ihr Wissen über die Entstehung von Psoriasis vulgaris und die Arthritis psoristica hat sich in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Mittlerweile sind mehrere Auslöser für die Schuppenflechte bekannt. Die Ursache ist jedoch häufig nicht eindeutig herzuleiten: Genetische Veranlagungen, ein gestörtes Immunsystem, Stress, falsche Ernährung oder andere Einflüsse, d.h. angeborene oder erworbene Ursachen können zur Entstehung von Schuppenflechte beitragen.

Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Grundlagenforschung haben zur Entwicklung von zahlreichen neuen Therapeutika geführt, darunter die so genannten Biologicals, die von besonderem Interesse sind: Es handelt sich um eine neue Generation von Wirkstoffen, die gentechnisch hergestellt werden. Kleinste Eiweiß-Moleküle sollen den Prozess der Hauterneuerung quasi von innen heraus normalisieren.
Während Studien zu bestimmten Biologicals eine Linderung der Beschwerden bei rund einem Drittel der teilnehmenden Patienten bescheinigt haben, sind die neuen Stoffe jedoch nicht unumstritten, da der genaue Wirkmechanismus noch nicht vollständig aufgeklärt ist. Der genaue Zusammenhang zwischen den Abläufen im Immunsystem und der Überaktivität der Hautzellen muss noch erforscht werden.

In welchen Fällen eine Therapie mit den Biologicals aber durchaus neue Perspektiven zu eröffnen vermag, soll auf der Veranstaltung kritisch diskutiert werden.

Über eine Berichterstattung würden wir uns sehr freuen.

Weitere Informationen erhalten Sie von

PD Dr. med. Michael C. Jendro,
Medizinische Klinik I des Universitätsklinikums des Saarlandes,
Tel. (06841) 16-22491,
Fax (06841) 16-23069,
E-Mail: inmjen@uniklinikum-saarland.de

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