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Immer auf Ballhöhe

10.02.2005 - (idw) Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV)

Die besten Spielszenen als 3-D-Rekonstruktion auf dem Multimedia-Handy / zur Fußball-WM 2006 entwickeln ZGDV, Fraunhofer IGD und GIStec neue Service-Plattform für Information, Unterhaltung und Mobilität Sportfans können sich in Zukunft ein spektakuläres Tor, gekonnte Spielzüge, ein umstrittenes Foul und andere wichtige Spielszenen bereits wenig später auf ihrem Multimedia-Handy ansehen - als dreidimensionale Computerrekonstruktion. Das erzeugt eine völlig neue Erlebnisqualität, die keine Fernsehübertragung bietet: Der sportbegeisterte Nutzer kann sich selbst in der Szene interaktiv bewegen, die Geschwindigkeit bestimmen und verschiedene Perspektiven einnehmen, beispielsweise die des Torschützen, des Balles oder des Schiedsrichters. Dies ist nur eine von vielen neuen Entwicklungen, die ein inter-disziplinäres Konsortium im Projekt servingo bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 realisiert. Ein weiterer zentraler Service sind personalisierte Portale. "Sie ermöglichen dem Besucher der WM sein Interessenprofil zu hinterlegen und einen individuellen Tagesplan nach seinen Wünschen zusammenzustellen. Dazu kann er auf Informationen zu seinen bevorzugten Mannschaften, zu bestimmten Spielen und Stadien, zu Sehenswürdigkeiten am jeweiligen Austragungsort und Ähnlichem zugreifen. Ferner kann der Fan mit Hilfe des Systems ein persönliches digitales WM-Tagebuch erstellen, sich mit Freunden austauschen und neue Kontakte mit Gleichgesinnten knüpfen," erläutert Dr. Dirk Balfanz vom Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV in Darmstadt. Er koordiniert das Projekt servingo, in dem neben ZGDV und Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD weitere renommierte Forschungs-einrichtungen wie das Fraunhofer IML und das DAI-Labor der TU Berlin vertreten sind, ebenso wie T-Systems International, GIStec, Intergraph und andere namhafte Unternehmen. Für Balfanz besitzt das Projekt Pilotcharakter, denn "es führt Themen wie interaktive 3-D-Aufbereitung von Spielszenen, personalisierte Informationsportale und Navigationshilfen zusammen und integriert die Dienste in eine neuartige DVB-Hybridplattform".
Die Mobilität der WM-Gäste aus aller Welt unterstützt servingo, beispielsweise mit detaillierten Informationen zum öffentlichen Nahverkehr, zu Parkplätzen, Sportstätten und einem individuellen mobilen Routing. Damit können Ortsunkundige rechtzeitig vor Spielanpfiff mit dem Auto, der Bahn, dem Bus oder zu Fuß das Stadion erreichen, sich auf Bahnhöfen und Flughäfen schnell orientieren oder Stadt-pläne, Veranstaltungstipps sowie Informationen zu Hotels, Restaurants und Sportbars einfach abfragen. Die Projekt-beteiligten etablieren hierfür eine Distributionsplattform, welche die verschiedenen Zielgruppen mit Serviceangeboten und Informationen versorgt. Dies erfolgt sowohl über Mobilfunk (UMTS, GSM) und Internet, als auch über breit-bandiges DVB-H, das in Kürze vielen Nutzern gleichzeitig ermöglicht große Datenmengen auf ihren mobilen Endgeräten zu empfangen.
Das Projektvolumen von servingo beträgt rund acht Millionen Euro und wird teilgefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit. Erste Zwischenergebnisse sollen bereits zum Confederation Cup im Juni dieses Jahres vorliegen. Einen Prototypen wird das Konsortium bis zur Fußball-WM 2006 realisieren und damit einen Blick in eine neue Dimension des Sporterlebens eröffnen, das in Zukunft digital unterstützt sein wird. Auch die Veranstalter profitieren, denn das System hilft ihnen bei der effizienten Organisation und bietet integrierte Logistiklösungen für dieses sportliche Großereignis.
Von Virtuellen Spielern, 3-D-Stadionmodellen, persönlichen WM-Tagebüchern und mobilen Multimedia-Diensten
Interessante Spielszenen dreidimensional innerhalb weniger Minuten zu rekonstruieren, diese Aufgabe löst die Abteilung Visual Computing des ZGDV. Die Forschergruppe entwickelt dazu ein Programm, das aus den Aufnahmen der Fernseh-kameras die Bewegungen der Sportler mittels virtueller Charaktere realitätsnah nachbildet. Eine eigens dafür erzeugte Spielerdatenbank enthält eine Vielzahl dieser so genannten Avatare. Der Fußballfan kann wählen: Entweder er navigiert selbst interaktiv in der gewählten 3-D-Szene, oder er greift auf animierte Filme der wichtigen Spiel-sequenzen im MPEG-Format zurück, beziehungsweise lässt sich interessante Bilder per MMS auf sein normales Handy übermitteln.
Dass WM-Stadien als echte dreidimensionale Modelle vorliegen, dafür sorgt die Abteilung Cognitive Computing & Medical Imaging des Fraunhofer IGD. Für das persönliche WM-Tagebuch, das Fans neue Möglichkeiten eröffnet ihren Lieblingssport intensiv zu erleben, ist die Abteilung Mobile Information Visualization des ZGDV zuständig, deren Leiter Dr. Dirk Balfanz ist auch für die Gesamt-Koordination des komplexen servingo-Projektes verantwortlich. Zur persönlichen Erlebnisgeschichte wird der Inhalt des Tagebuchs durch die erzählerischen Komponenten der ZGDV-Abteilung Digital Storytelling. So stellt das System beispielsweise Fragen zum letzten Spiel oder den aufregendsten Erlebnissen während der WM. Daraus wird eine individuelle Geschichte erzeugt, in welcher der Nutzer mittels Avatar die Rolle des Stargastes in einer virtuellen Talkshow übernimmt.
Mobilität zu unterstützen und personalisierte, ortsbezogene Informationsdienste bereitzustellen, dies sind wichtige Aufgaben des Unternehmens GIStec und der Abteilung Graphische Informationssysteme des Fraunhofer IGD. Als Projektpartner erstellen sie einen Teil der Systemarchitektur und sind beteiligt am Datenmanagement sowie dem Aufbau von Infrastruktur- und Portaldiensten. Damit stehen den ortsunkundigen Besuchern der WM für deren mobile Endgeräte unter anderem interaktive Stadtpläne mit Navigationsfunktion, Auskünfte zu Fahrplänen oder Shuttle Services, Veranstaltungstipps, Informationen zu Sehenswürdigkeiten des Austragungsortes, Hotels und Restaurants sowie weitere Angebote zur Verfügung. Darüber hinaus kann der einzelne Gast persönliche Informationen zu interessanten Orten hinterlegen: So findet er beispielsweise nach dem Spiel sein Auto problemlos auf einem riesigen Parkplatz wieder, denn er hat dessen Position vorher in seinem Handy erfasst. Oder der Fan speichert sich über das personalisierte Portal ein italienisches Restaurant, das ihm auf dem Weg zum Stadion aufgefallen ist, um sich nach dem Spiel über das System dorthin leiten zu lassen. Die Inhalte für die Dienste liefern weitere servingo-Beteiligte und Dritte.

Nähere Informationen zum Projekt erhalten Sie unter: http://www.servingo.org

Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Dirk Balfanz
Abteilung Mobile Information Visualization
ZGDV Darmstadt
Telefon:(+49) 6151-155-231
Telefax:(+49) 6151-155-451
E-Mail: Dirk.Balfanz@zgdv.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The imedia Academy in Providence, Rhode Island (USA), dem Omaha Graphics and Media Laboratory (OGM) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).
Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2004 über 40 Millionen Euro.

Weitere Informationen: http://www.servingo.org
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