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Interdisziplinäre Tagung zur Bildwissenschaft über visuelle Wahrnehmung in der Frühen Neuzeit

14.02.2005 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Es war eine Epoche der Entdeckungen, des Humanismus und der Renaissance: Die Frühe Neuzeit veränderte zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert auf dramatische Weise unser Weltbild und Wissenssystem. Diese Neuerungen werden allgemein unter dem Begriff "Pluralisierung" zusammengefasst. Ihnen standen vielfältige Normierungsversuche gegenüber, die unter dem Stichwort "Autorität" eingeordnet werden. In drei übergeordneten Projektbereichen wird in dem Sonderforschungsbereich "Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit" an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München der Frage nachgegangen, wie Wissen innerhalb der Gelehrtenkultur dieser Epoche behandelt wurde, wie seine Inhalte strukturiert wurden und wie es pragmatische Durchsetzung fand. Zwei der Teilprojekte beleuchten die Rolle von Bildern in den Pluralisierungs- und Autorisierungsprozessen. Zu diesem Themenkomplex veranstaltet das Institut für Kunstgeschichte gemeinsam mit dem Historischen Seminar an der LMU vom 17. bis 20. Februar für Fachpublikum und -presse eine Tagung unter dem Motto "Evidentia - Reichweiten visueller Wahrnehmung in der Frühen Neuzeit". Für ein breites Publikum findet am 18. Februar um 19.00 Uhr ein Abendvortrag statt: Professor Hartmut Böhme von der Humboldt-Universität zu Berlin spricht in der Kleinen Aula im Hauptgebäude der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, zum Thema "Vom Unscheinbaren zum Unsichtbaren. Mikrologische Malerei und mikroskopischer Raum".

Die Tagung widmet sich den wichtigsten Bereichen des frühneuzeitlichen Bildes: der perspektivischen Darstellung, dem religiösen Bild sowie dem Porträt. Jeder der vier Tage steht unter einem eigenen Motto: "Die Geschichte des Sehens" ist das Thema am Eröffnungstag. Es folgen "Sehen/Erfahren", Sehen/Wissenschaft" und "Glaube, Aberglaube".

Im Mittelpunkt der Tagung steht der Begriff der "evidentia", das heißt der Augenscheinlichkeit oder anschaulichen Gewissheit eines Sachverhalts. Es geht dabei um die Frage, wie weitgehend, in welchen Bereichen und auf welchen Grundlagen basierend "das Gesehene" in der Frühen Neuzeit besondere Geltung und Gültigkeit beanspruchen konnte. Bilder, sehr allgemein verstanden als künstlich geschaffene Objekte visueller Anschauung, konnten Wissen vermitteln und verbreiten. Dank den spezifischen Neuerungen der Frühen Neuzeit, beispielsweise der Entdeckung der Perspektive, oder der naturnahen Darstellungsweise, kam den Bildern eine neue autoritative Fähigkeit in diesem Vermittlungsprozess zu.

Kontakt:
Lilian Landes
Sonderforschungsbereich 573 der LMU
Ludwigstraße 25 / 206
80539 München
Tel.: 089 / 2180-3551
E-Mail: SFB573.Landes@lrz.uni-muenchen.de
Weitere Informationen: http://www.sfb-frueheneuzeit.uni-muenchen.de/kolloq/b1b2feb05.html
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