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Karten ohne Grenzen: TU kartiert Nationalpark sächsisch-böhmische Schweiz

14.02.2005 - (idw) Technische Universität Dresden

Die Nationalparkregion der sächsischen und böhmischen Schweiz erstreckt sich über fast 800 Quadratkilometer. Dabei wird der Naturraum von der deutsch-tschechischen Grenze durchschnitten und von insgesamt drei Schutzgebietsverwaltungen administriert. Es existieren zum heutigen Zeitpunkt noch keine einheitlichen topographischen Karten, digitalen Geländemodelle oder Luft- oder Satellitenbilder, die für die Verwaltung einer derartigen grenzüberschreitenden Region nötig sind. Einheitliche Geodaten sind jedoch Grundlage für ein gemeinsames nachhaltiges Handeln der Nationalparks in den Bereichen Landschaftsentwicklung, Tourismus oder Naturschutz.
Deshalb erstellt der Lehrstuhl für Geofernerkundung am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung der TU Dresden ein digitales Geländemodell und eine digitale Luftbildkarte der gesamten Region. Die Daten sollen auf einem Messflug mit einem Laserscanner und einer Digitalkamera erfasst werden. Beim sogenannten Airborne Laserscanning (ALS) tastet ein auf einem Flugzeug installierter Laserscanner die Erdoberfläche streifenweise ab. Aus den so gewonnenen schätzungsweise 4 bis 6 Milliarden Lasermessungen wird ein Bodenmodell, ein Oberflächenmodell und eine aktuelle Wald- und Gebäudekartierung berechnet.
Die Resultate werden später allen beteiligten Verwaltungen zur Verfügung gestellt. Sie können zum Beispiel als Grundlage für Wanderkarten dienen oder machen Abflussmodellierungen bei Hochwasser möglich. Der Vorteil der Daten ist, dass sie auf einmal erhoben werden und sich die Staatsgrenze nicht in Form von "Sprüngen" oder Kartenrändern abbilden wird. "Mir ist bisher keine vergleichbare grenzüberschreitende Mission bekannt" sagt Marco Trommler vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung.
Der elftägige Messflug war ursprünglich für Ende 2004 geplant. Wegen anhaltendem Schlechtwetter ist die Befliegung jedoch auf Februar / März 2005 verschoben worden.
Das im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A durchgeführte Projekt hat das Ziel, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Regionalentwicklung zu fördern. Finanziell unterstützt wird das Projekt innerhalb der INTERREG IIIA Initiative von der Europäischen Union sowie vom Freistaat Sachsen.

In einem Vorgängerprojekt hatte das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung eine Software entwickelt, mit der die aufgrund der verschiedenen Koordinatensysteme in Deutschland, Tschechien und Europa differierenden digitalen Geodaten in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz vereinheitlicht werden können. In diesem Zusammenhang wurde ein digitales Geländemodell für die sächsische Schweiz berechnet, dessen dreidimensionale Visualisierung im Nationalparkhaus sächsische Schweiz seit 2002 ausgestellt ist.

Ansprechpartner für Journalisten: Marco Trommler, Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung, Tel. 0351 463-39164, E-Mail: Marco.Trommler@mailbox.tu-dresden.de

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