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Dialyse-Patienten müssen nicht auf Herzoperation verzichten

15.02.2005 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Eine Studie mit mehr als 518 Patienten, an der neun deutsche Zentren beteiligt waren, macht deutlich dass das Operationsrisiko von Dialyse-Patienten vielfach falsch eingeschätzt wurde. Tatsächlich zeigte sich bei einer multifaktoriellen Analyse, dass das Nierenversagen für sich genommen weit weniger Einfluss auf das Operationsrisiko hat als andere Faktoren. Das individuelle Risiko können jetzt aufgrund der vorliegenden Daten besser berücksichtigt werden, sagen Herzchirurgen. Hamburg, Dienstag 15. Februar 2005 - "Eine Multicenter-Studie bei Patienten mit chronischer Dialyse, die sich einer offenen Herzoperation unterziehen müssen, zeigt dass Operationen trotz der schweren Begleiterkrankung erfolgreich und mit nur begrenztem Risiko durchgeführt werden können", berichtete Dr. Matthias Bechtel, Klinik für Herzchirurgie in Lübeck, auf der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Hamburg.
Weil in der Herzmedizin ursprünglich von einem weit höheren Risiko ausgegangen wurde, sollte die Studie unter einer Beteiligung von neun Zentren bei 518 Patienten die Faktoren untersuchen, die eventuell das Risiko von Dialyse-Patienten erhöhen könnten. Die Frage dabei war, ob die chronische Dialysenotwendigkeit als solche bereits ein erhöhtes Risiko mit sich bringt. Dafür wurden Faktoren vor, während und nach der Operation zusammen mit Endergebnissen analysiert.
Die Multivarianzanalyse ergab dass kardiovaskuläre Vorerkrankungen, ein erhöhter Schweregrad der Erkrankung erfasst durch einen speziellen Score, Diabetes und/oder kardiogener Schock, sowie die Anzahl von benötigten Blutkonserven hochsignifikant mit der Operationssterblichkeit korrelierten. "Überraschender Weise jedoch haben Faktoren, die als typisch für Patienten mit chronischem Nierenversagen angesehen werden, keinen signifikanten Einfluss auf das Operationsrisiko", fasst Dr. Bechtel die Ergebnisse zusammen. "Also etwa der Zeitraum in dem Dialysen notwendig waren, und der Abstand zwischen der letzten Dialyse und der Herzoperation. Das Risiko hängt also weit stärker von den klassischen Faktoren ab als von der Dialyse selbst."
Die erhobenen Daten können dazu dienen, das individuelle Risiko besser vorher zu sagen und sich gegebenenfalls optimal auf die Verhinderung von Komplikationen einzustellen, sagte Dr. Bechtel.
Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 61 Jahre, ein Drittel waren Frauen. Der mittlere Zeitraum vor der Operation, während dessen eine Dialyse durchgeführt wurde, betrug drei Jahre (Zeitspannen zwischen 3 Monaten und 26 Jahren). 63 Prozent der Patienten hatten eine Bypass-Operation, 17 Prozent eine Klappenoperation, beim Rest waren kombinierte Eingriffe nötig. 57 Patienten (11 Prozent) verstarben während oder nach der Operation.

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK), D-40237 Düsseldorf, Achenbachstr. 43, Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67 ; Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at
Weitere Informationen: http://www.gstcvs.org
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