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Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern vertreiben Ärzte

15.02.2005 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Derzeit sind gut 4800 Arztstellen in Deutschland vakant und auch ausländische Kliniken, insbesondere aus Skandinavien, England und Holland, werben intensiv mit Hinweis auf familienfreundliche Arbeitszeiten und finanzielle Attraktivität um deutsche Ärzte. Deutschland gehen die Ärzte aus, und auch mit der Branche vertraute Klinikmanager werden händeringend gesucht.

"Auch qualifizierte Pflegekräfte sind bereits im Visier von Personalberatern" warnt Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff (Universität Münster): Im Auftrag englischer und amerikanischer Krankenhäuser locken sie qualifizierte Pflegekräfte mit Abschlussprämien von 10.000 US-Dollar und einem Jahresgehalt von 50.000 US-Dollar. "Der 'War for Talent' ist in vollem Gange", pointiert von Eiff die Situation, gleichzeitig kennzeichnen Stellenabbau in patientennahen Aufgabenbereichen, Kürzung des Weihnachtsgeldes und Arbeitsverdichtung unverständlicherweise vielerorts den Klinikalltag.

Dabei führen Arbeitsverdichtung und Personalabbau eindeutig zu Risiken im Medizinbetrieb, ohne dass dauerhaft Kosten gesenkt werden: Wenn Pflegekräfte die Betreuungsintensität von vier auf acht Patienten steigern müssen, erhöht sich die Anzahl vermeidbarer Sterbefälle um 31 %. Was setzen deutsche Krankenhäuser diesem "War for Talent" entgegen? Wie können sich Kliniken als attraktive Arbeitgeber positionieren? Welche Personalentwicklungsinstrumente sichern die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Kliniken? Mit diesen und weiteren Fragen rund um ein wirksames Personalmanagement beschäftigt sich der in Münster auf Initiative des Centrums für Krankenhausmanagement (CKM) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) gegründete Arbeitskreis "Personalmanagement im Krankenhaus".

Personalmanager aus unterschiedlich strukturierten Krankenhäusern wie den Sana Kliniken, dem Universitätsklinikum Dresden, den von v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel, dem Klinikum Bremen-Mitte, dem St. Franziskus Hospital Münster, dem Klinikum Dortmund, den Havelland Kliniken und dem Ev. Jung Stilling Krankenhaus bringen u. a. ihr Know-how ein. Nicht "Vorsprung durch Technik", sondern "Vorsprung durch Mitarbeiter" lautet die an Personalmanager und Führungskräfte gerichtete Botschaft. Für Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Leiter des Arbeitskreises Personalmanagement im Krankenhaus, ist es an der Zeit, Standards für ein professionelles Personalmanagement im Krankenhaus zu entwickeln, um Ärzte und Pflegekräfte auch in Zukunft für die Arbeit in der Klinik zu begeistern. Binnen eines Jahres sollen die Experten aus Wissenschaft und Praxis im Auftrag des DGFP praxisorientierte Standards entwickeln, um Krankenhausmanagern eine Orientierungshilfe für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Kontakt: Personalmanager aus Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und Unternehmen der Medizinindustrie bzw. Dienstleistungsunternehmen, die Interesse haben, an diesem Erfahrungsaustausch zu partizipieren, wenden sich bitte an das CENTRUM FÜR KRANKENHAUS MANAGEMENT, Kerstin Stachel, Röntgenstraße 9, D-48149 Münster, Tel.: +49 251 8331 44-4, Fax.: +49 251 8331 44-6, E-Mail: kerstin.stachel@wiwi.uni-muenster.de; Internet: www.krankenhaus-management.de
Weitere Informationen: http://www.krankenhaus-management.de
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