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Vom Völkermord an den Armeniern bis zum Gitterblick

15.02.2005 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung informiert über Publikationen aus ihrer Förderung Die im Folgenden vorgestellten Publikationen sind im Zuge von Projekten entstanden, die von der VolkswagenStiftung gefördert wurden. Aus einer Vielzahl an Veröffentlichungen haben wir die folgenden acht ausgewählt, die - so hoffen wir - für einen breiten Leserkreis von Interesse sind. Neben einer Kurzbeschreibung finden Sie einen Hinweis auf den jeweiligen Verlag; dort kann ein Rezensionsexemplar (deren Zahl allerdings begrenzt ist) angefordert werden.

1. Goltz, Hermann (Hrsg.). Deutschland, Armenien und die Türkei 1895 - 1925. Dokumente und Zeitschriften aus dem Dr. Johannes-Lepsius-Archiv an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
München: Saur Verlag, 2004.
Teil 1: Katalog. Dokumente und Zeitschriften aus dem Dr. Johannes- Lepsius-Archiv 622 S., ISBN 3-598-34407-4
Teil 2: Mikrofiche-Edition. 317 Fiches., ISBN 3-598-34408-2
Teil 3: Thematisches Lexikon zu Personen, Institutionen, Orten, Ereignissen. 605 S., ISBN 3-598-34409-0

Am 24. April jedes Jahres gedenken Armenier gemeinsam mit Angehörigen des deutschen Volkes und anderer Nationen der Opfer des Völkermords an den Armeniern in der Osmanischen Türkei im Jahre 1915. Diesem Völkermord fielen - je nach Schätzungen - 500.000 bis 1,5 Millionen Menschen zum Opfer. Das Jahr 1915 markiert dabei nur die Spitze des Genozids, erstreckten sich die Gräueltaten gegenüber den Armeniern doch letztlich über den Zeitraum von 1894 bis 1923. Sogar später kam es immer wieder vereinzelt zu Ausschreitungen gegenüber der Volksgruppe. Das Dr. Johannes-Lepsius-Archiv an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg dokumentiert mit seinen vielfältigen Beständen in umfangreicher Weise die Tragödie des armenischen Volkes, die Beziehungen zwischen Deutschland, Armenien und der Türkei sowie die internationale Armenienhilfe. In der jetzt vollendeten Edition "Deutschland, Armenien und die Türkei 1895 - 1925" sind die Materialien des Dr. Johannes-Lepsius-Archivs umfassend dargestellt. Die Publikation trägt erstmals viele bis heute unbekannte Dokumente zu Fakten und Hintergründen des Schicksals des armenischen Volkes zusammen und informiert über die internationalen Hilfsaktionen, die dessen Überleben sichern sollten. Die Stiftung hat die Edition im Rahmen ihrer Förderinitiative "Archive als Fundus der Forschung" gefördert.

Der Herausgeber Dr. Hermann Goltz ist Professor an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

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K.G. Saur Verlag
Ortlerstrasse 8, 81373 München
Telefon: 0 89/76 90 2 - 0, Fax: 0 89/76 90 2 - 150
E-Mail: saur.info@thomson.com

2. Koesling, Almut; Greve, Werner; Bereswill, Mechthild: Gitterblick. Gesichter und Geschichten aus dem Strafvollzug.
Bremen: Edition Temmen, 2004, 120 S., ISBN 3-86108-399-X

Das öffentliche Bild jugendlicher Straftäter ist zumeist das des asozialen Provozierers oder Verlierers, des Opfers widriger Umstände, gewalttätiger Menschen oder unsozialer Verhältnisse. Der einzelne Mensch jedoch, der einen Freiheitsentzug als einen starken Einschnitt in sein Leben erfährt, wird mit seiner individuellen Geschichte nicht wahrgenommen. Das vorliegende Buch - es entstand aus einem Forschungsprojekt des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) - versucht die Menschen hinter diesem Klischee sichtbar zu machen. In selbstinszenierten Bildern und ausführlichen Interviews werden acht junge Männer im Strafvollzug vorgestellt. Die Porträts ermöglichen eine individuelle Begegnung und sind einzigartige Momentaufnahmen des Lebens in einer Institution, deren Innenleben der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist. Das Forschungsprojekt wurde von der VolkswagenStiftung in ihrer Förderinitiative "Recht und Verhalten" unterstützt.

Zu den Autoren: Almut Koesling ist Promotionsstipendiatin und Dr. Mechthild Bereswill wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e. V. (KFN); Dr. Werner Greve hat eine Professur am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim inne.

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Edition Temmen
Hohenlohestraße 21, 28209 Bremen
Telefon: 04 21/3 48 43 - 0, Fax: 04 21/34 80 94
E-Mail: info@edition-temmen.de

3. Düsterberg, Rolf: Hanns Johst - "Der Barde der SS". Karrieren eines deutschen Dichters.
Paderborn: Schöningh Verlag, 2004, 462 S., ISBN 3-506-71729-4

Hanns Johst, Vertrauter Himmlers und SS-Gruppenführer, war einer der hochgefeierten Dichter der nationalsozialistischen Bewegung und als Präsident der Reichschrifttumskammer auch einer der höchsten Kulturfunktionäre des Dritten Reiches. Immer wieder als "deutscher Tacitus" tituliert, sollte er im Auftrag des Reichsführers-SS "die Eroberungssaga des 'Großgermanischen Reiches' für die künftigen Generationen deutscher Herrenmenschen" schreiben. Im Zentrum der vorliegenden Biographie steht das politisch-ideologische Wirken Johsts, der als - zunächst expressionistisch orientierter, dann völkischer - Schriftsteller schon vor 1933 ausgesprochen erfolgreich war. Der seit 1935 amtierende Präsident der Reichschrifttumskammer genoss als anerkannter Dichter auch bei seinesgleichen Akzeptanz und war somit für die NS-Führung der geeignete Mann, von innen heraus die ideologische Ausrichtung, die "Gleichschaltung" des literarischen Lebens in Deutschland maßgeblich mitzusteuern. Inwieweit sich Johst in seinem Engagement für den Nationalsozialismus auch in den praktischen Dienst des Eroberungskrieges, der Ostkolonisierung und des Holocausts stellte, wird als weitere zentrale Frage in dem Werk erörtert. Darüber hinaus beschäftigt sich der Autor mit der literarisch-politischen Entwicklung des Dichter-Funktionärs vor 1933 und seiner Lebenssituation nach 1945, dabei vor allem mit dem fast zehn Jahre währenden Entnazifizierungsverfahren. Die VolkswagenStiftung hat die Forschungen zu diesem Buch in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts" gefördert.

Der Autor Dr. Rolf Düsterberg ist außerplanmäßiger Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Osnabrück.

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Verlag Ferdinand Schöningh
Am Jühenplatz 1- 3, 33098 Paderborn
Telefon: 0 52 51/1 27 - 5, Fax: 0 52 51/1 27 - 860
E-Mail: info@schoeningh.de

4. Zachmann, Karin: Mobilisierung der Frauen. Technik, Geschlecht und Kalter Krieg in der DDR.
Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2004, 420 S., ISBN 3-593-37629-6

Der hohe Anteil der Frauen im Ingenieurberuf erscheint als eine der Erfolgsgeschichten der DDR, zumal in der Bundesrepublik Deutschland die männliche Dominanz in diesem Berufsfeld nahezu ungebrochen blieb. Die Mobilisierung der Frauen für die Technik war nicht zuletzt zentraler Bestandteil des angestrebten "sozialistischen Umbaus". Doch die Verschiebung der Geschlechtergrenzen in der Arbeitswelt verlief keineswegs konfliktfrei. Sowohl in den Ausbildungs- und Berufsstrukturen als auch im Selbstverständnis der Ingenieure war die "männliche Kultur der Technik" fest verankert. Karin Zachmann schildert in diesem Buch die Auseinandersetzungen zwischen technischen Experten und politischer Elite um Reformen in der Ingenieurausbildung und beleuchtet anhand biografischer Quellen den mitunter schwierigen Weg der Frauen in die Welt der Technik. Die VolkswagenStiftung hat das Forschungsprojekt im Rahmen ihrer Initiative zum "Habilitationsprogramm neue Bundesländer" gefördert.

Die Autorin Professorin Dr. Karin Zachmann lehrt am Zentralinstitut für Geschichte der Technik an der Technischen Universität München.

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Campus Verlag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Daniela Chiantera
Kurfürstenstraße 49, 60486 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/97 65 16 - 25, Fax: 0 69/97 65 16 - 78
E-Mail: chiantera@campus.de

5. Geiger, Friedrich; John, Eckhard (Hrsg.). Musik zwischen Emigration und Stalinismus. Russische Komponisten in den 1930er und 1940er Jahren.
Stuttgart: J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 2004, 278 S., ISBN 3-476-01938-1

In Folge der Oktoberevolution (1917) und der Flucht zahlreicher russischer Komponisten etablierte sich die russische Musik unüberhörbar im Ausland, repräsentiert durch Namen wie Prokovjev, Rachmaninov und Stravinskij. Doch auch in der Sowjetunion verblieben namhafte Künstler. Bei ihnen herrschte zunächst Experimentierfreude, die allerdings in die Schranken gewiesen wurde, sobald sich Anfang der 1930er Jahre Stalins Herrschaft gefestigt hatte. Der vorliegende Band widmet sich erstmals umfassend dieser Spaltung der russischen Musikkultur. Im Zentrum steht dabei die Kompositionsgeschichte auf beiden Seiten zwischen 1930 und 1950 und deren wechselseitige Rezeption. Die Spaltung der beiden kulturellen Welten war mitnichten absolut, denn auch die Hoffnungen einiger Emigranten wurden enttäuscht - was dazu führte, das beispielsweise Prokovjev 1936 in seine Heimat zurückkehrte. Damit gehört er, eine Schlüsselfigur für dieses Thema, beiden untersuchten Einflusssphären an. Die VolkswagenStiftung hat das Vorhaben in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Friedrich Geiger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Musikwissenschaftlichen Seminar der Freien Universität Berlin. Dr. Eckhard John ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Volksliedarchivs in Freiburg im Breisgau.

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J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung
Werastraße 21-23, 70182 Stuttgart
Telefon: 07 11/21 94 - 0, Fax: 07 11/2194 - 249
E-Mail: info@metzlerverlag.de

6. Macków, Jerzy: Am Rande Europas? Nation, Zivilgesellschaft und außenpolitische Integration in Belarus, Litauen, Polen, Russland und der Ukraine.
Freiburg: Herder Verlag, 2004, 328 S. ISBN 3-451-20800-8

Den meisten Deutschen sind die "neuen Nachbarn" im Osten Europas noch weitgehend unbekannt. Das vorliegende Buch gibt einen Überblick der Geschichte, Gesellschaft und Politik einer Region, die in einem großen Umbruch begriffen ist. Dem Autor geht es dabei vor allem um Fragen der Westintegration, um verschiedene Konzepte von Nation und Zivilgesellschaft, um die Herausbildung nationalstaatlicher Identitäten und nicht zuletzt auch um die Bedeutung des Nationalismus im Zuge der Umwandlung des kommunistischen Herrschaftssystems in Demokratie und Marktwirtschaft. Das Buch bietet folglich eine Fülle an Themen mit großer Tragweite für die Zukunft Europas. Die Stiftung hat diese Studie in ihrer Förderinitiative "Transformation von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Systemen" unterstützt.

Der Autor Dr. Jerzy Macków ist Professor für Vergleichende Politikwissenschaft im Institut für Politikwissenschaft an der Universität Regensburg.

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Verlag Herder
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hermann-Herder-Straße 4, 79104 Freiburg
Telefon: 07 61/27 17 - 359, Fax: 07 61/27 17 - 255
E-Mail: presse@herder.de

7. Priemer, Burkhard: Physiklernen mit dem Internet. Das World Wide Web als Informationsquelle für Schüler zur Erarbeitung des Themas "Die Entstehung der Gezeiten".
Frankfurt am Main: Lang Verlag, 2004, 349 S., ISBN 3-631-52842-6

Neue Medien und insbesondere das Internet gehören zum Schulalltag. In diesem Buch wird jetzt für die Schulpraxis typischen, bislang aber wenig untersuchten Fragestellungen nachgegangen: Wie erarbeiten sich Schüler unter alleiniger Nutzung des World Wide Web ein Thema? Wie erstellen sie geforderte Texte; welcher Inhalte und Informationen bedienen sie sich konkret? Welche Lernerfolge erzielen sie dabei? In einer explorativen Untersuchung mit einem Beispielthema aus der Physik werden dazu erstmalig Navigation im Internet und die Textproduktion mit Computern detailliert beschrieben, klassifiziert und in Zusammenhang zu Lernergebnissen gestellt. Damit bietet diese Arbeit neben der Darstellung theoretischer Hintergründe einen vielfältigen Überblick wichtiger Einflussgrößen der Computer- und Internetnutzung beim selbst gesteuerten Lernen.

Der Autor Dr. Burkhard Priemer arbeitet im Bereich der Didaktik der Physik als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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Peter Lang GmbH
Europäischer Verlag der Wissenschaften
Eschborner Landstr. 42 - 50, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/78 07 05 - 0, Fax: 0 69/78 07 05 - 50
E-Mail: zentrale.frankfurt@peterlang.com

8. Haupt, Heinz-Gerhard; Requate, Jörg (Hrsg). Aufbruch in die Zukunft. Die 1960er Jahre zwischen Planungseuphorie und kulturellem Wandel. DDR, CSSR und Bundesrepublik Deutschland im Vergleich.
Weilerswist: Velbrück Wissenschaftsverlag, 2004, 366 S. ISBN 3-934730-93-0

Kein anderes Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war so von dauerhaftem wirtschaftlichen Wachstum und nahezu ungebrochenem Fortschrittsoptimismus geprägt wie die 1960er Jahre. Diese Zeitspanne gilt sowohl für West- als auch für Osteuropa als "Jahrzehnt des Aufbruchs". Da zur gleichen Zeit Vorstellungen von einer "Konvergenz" der Systeme zeitweise an Plausibilität gewannen und zudem eine Reihe systemübergreifender Entwicklungen auszumachen ist, bot es sich an, diese Entwicklungen in international vergleichender Perspektive zu untersuchen. Die Autoren gehen dabei von der These aus, dass die für die 1960er Jahre charakteristische Aufbruchsstimmung eng mit der Vorstellung verknüpft war, die Zukunft der Gesellschaft planen und gestalten zu können - aber auch zu müssen. In den einzelnen Beiträgen wird folglich danach gefragt, ob, in welchem Ausmaß und für welche Dauer diese Planungseuphorie und Zukunftsorientierung als Signatur der 1960er Jahre gelten können und in welchem Verhältnis dieser technokratische Planungsansatz zum Streben nach zunehmender Partizipation und Demokratisierung auf der einen und zu einem kulturellen Aufbruch auf der anderen Seite stand. Die VolkswagenStiftung hat die Untersuchung in ihrer Förderinitiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Heinz-Gerhard Haupt ist Professor für allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Sozialgeschichte an der Universität Bielefeld und zurzeit Professor am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Dr. Jörg Requate ist Oberassistent an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld.

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Velbrück GmbH
Bücher & Medien
Meckenheimer Straße 47, 53919 Weilerswist
Telefon: 0 22 54/84 52 98, Fax: 0 22 54/84 52 99
E-Mail: info@velbrueck.de


Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter
http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse05/15022005.pdf

Kontakt

VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
Weitere Informationen: http://www.volkswagenstiftung.de/presse-news/presse05/15022005.pdf
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