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Ulmer Modell: die ersten Absolventen des 'Studiums für den Mittelstand'

15.02.2005 - (idw) Fachhochschule Ulm

Studium und Lehre miteinander verbinden, ist ein besonderes Erfolgsmodell der Fachhochschule Ulm. Gemeinsam mit der IHK Ulm hatte sie 1999 die Voraussetzungen geschaffen, dass Abiturienten sowohl den Facharbeiterbrief in einem Ausbildungsberuf als auch den Grad eines Diplom-Ingenieurs in der Rekordzeit von 4,5 Jahren erwerben können. In einer Feierstunde an der IHK Ulm erhielten nun die ersten Absolventen, die zum September 2000 das Studium aufgenommen hatten, ihre Diplom-Urkunde aus den Händen von Professor Dr. Achim Bubenzer, Rektor der Fachhochschule Ulm. Überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit zu fördern, sei eines der Ziele der Gründerväter des Ulmer Modells gewesen, so Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, bei seiner Begrüßungsansprache. Die Ergebnisse der IHK-Prüfung wie die der Diplom-Prüfung hätten eindrucksvoll bestätigt, dass mit den Kooperations-Studiengängen eine besonders motivierte Gruppe junger Menschen angesprochen wird. Betriebskenntnis und einschlägige Berufserfahrung, wie es sich die Wirtschaft von den Nachwuchskräften wünscht, in Verbindung mit einem hochwertigen Studium machten die Absolventen zum idealen Mitarbeiter.

Alt-Rektor Professor Dr. Günther Hentschel ließ die Entstehungsgeschichte des Ulmer Modells Revue passieren und schilderte den Schulterschluss der Fachhochschule Ulm mit der IHK Ulm, der im damaligen IHK-Präsidenten Siegfried Weishaupt einen wichtigen Fürsprecher fand. Mitte der 90er Jahre befanden sich der Maschinenbau und andere Industriezweige in der Krise, den technischen Hochschulen blieben die Studierenden aus, die Wirtschaft begann um ausreichenden qualifizierten Nachwuchs in den technisch/naturwissenschaftlichen Fächern zu bangen und das Wissenschaftsministerium musste feststellen, dass unausgelastete Hochschulen ebenso viel Geld kosten wie ausgelastete. Die FHU fand mit den Kooperations-Studiengängen einen ganz eigenen Weg aus der Krise, der inzwischen bundesweit kopiert wurde.

Norbert Heßbrüggen, geschäftsführender Gesellschafter des Maschinenbau-Unternehmens EMAG, begrüßte aus Sicht der Partner-Unternehmen das Ulmer Modell. Er bezeichnete es als ein Studium für den Mittelstand, der auf der einen Seite wenige wissenschaftlich ausgebildete Fach- und Führungskräfte braucht, aber andererseits einen großen Trupp Facharbeiter beschäftigt. Absolventen des Ulmer Modells besäßen die richtige Mischung aus Praxis und fundiertem theoretischem Wissen, um als Mittler zwischen beiden Ebenen Lust auf Veränderungen im Unternehmen einzubringen. EMAG selbst hat derzeit 27 Studierende des Ulmer Modells an sich gebunden, von denen 20 Maschinenbau, vier Elektrotechnik und drei Produktionstechnik an der FHU studieren. Heßbrüggen will dem Ulmer Modell weiter treu bleiben, denn die duale Ausbildung der Studierenden des Ulmer Modells habe sich auch auf das Betriebsklima positiv ausgewirkt.

Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer fasste die Vorzüge des Modells wie folgt zusammen: Es decke den dringenden Bedarf an technischen Fachkräften in der mittelständischen Industrie ab, entlasse Mitarbeiter mit zwei vollwertigen anerkannten Abschlüssen auf handwerklichem und akademischem Niveau - und das Ulmer Modell böte gerade in den Zeiten der angekündigten Studiengebühren jenen eine sichere Finanzierung, die sonst vom Studieren abgehalten würden.

Johannes Auburger, selbst Student des Ulmer Modells und AStA-Vorsitzender, suchte nach verbindender Symbolik zwischen sich und seinen scheidenden Kommilitonen. Inspiriert durch Johann Wolfgang Goethe, schien ihm der Gingko als Sinnbild gerade recht. Er treibe breitgefächert in die Höhe, sei robust, anpassungsfähig und vielseitig und verkörpere damit alle Eigenschaften, die ein Studium nach dem Ulmer Modell den Absolventen vermittle. Die Studentenschaft des ersten Studienjahrgangs hat daher beschlossen, im Frühjahr auf dem Hochschulcampus einen solchen Baum, Zwitter zwischen Nadel- und Laubbaum, als ein ewiges Vermächtnis für die nachkommenden Studierenden-Generationen zu pflanzen. Sponsoren sind willkommen!


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