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HRK-Senat drängt auf Bund-Länder-Förderung von Spitzenuniversitäten

16.02.2005 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

"Die Hochschulen sind angesichts der vertanen Chance empört. Sie sind entschlossen, sich gegen die Blockadehaltung einiger weniger Länder zur Wehr zu setzen." Mit diesen Worten resümierte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Dr. Peter Gaehtgens am Mittwoch die Diskussionen des HRK-Senats um das bisherige Scheitern des Bund-Länder-Exzellenzprogramms für die Hochschulen. Der Senat hatte das Einfrieren der Pläne am Vortag in Bonn als zynischen Umgang mit dem Engagement und der Reformbereitschaft der Hochschulen bezeichnet.

Im Interesse der Gesamtentwicklung der Wissenschaft in Deutschland sei die gemeinsame Verwirklichung des Paktes für Forschung und Innovation (der vor allem die Entwicklung der außeruniversitären Forschung sichert) und des Exzellenzprogramms (das auf die Stärkung der Universitäten zielt) notwendig. Gerade die Hochschulen als Kristallisationskerne des Wissenschaftssystems müssten im Interesse des Gesamtsystems jetzt entschlossen unterstützt werden. "Wenn die Bundesländer das Scheitern des Exzellenzprogramms nicht verhindern, handeln sie daher nicht nur unverantwortlich, sondern auch irrational", kommentierte HRK-Präsident Gaehtgens.

"Es ist ebenso schmerzhaft wie unverständlich, dass die in dem Programm vorgesehene Förderkomponente, mit der Spitzenuniversitäten in der Entwicklung ihrer internen Strukturen zu mehr Wettbewerbsfähigkeit gelangen sollten, mit einigen Ländern offenbar nicht konsensfähig ist", sagte er. In der Entschließung des Senats heißt es dazu: "Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulen wird wesentlich von ihrer Fähigkeit mitbestimmt, Planungsprozesse, leistungsorientierte Mittelvergabe und interne Steuerung effizient und wissenschaftsgeleitet zu organisieren. Die Programmkomponente, die jetzt gefährdet ist, war aus Sicht der Hochschulen dazu besonders wichtig." Der Senat forderte die Verantwortlichen auf, die Realisierung auch dieser Fördermaßnahme möglich zu machen.

Nach Auffassung der HRK dürfen andere wichtige Maßnahmen, wie die von der HRK seit langem geforderte Einführung einer Vollkosten-Komponente bei der Forschungsförderung, nicht zu Lasten eines Programms zur Förderung von Spitzenuniversitäten gehen. Der Senat drängt daher die Verantwortlichen, die Mittel für beide Aufgabenbereiche zur Verfügung zu stellen und keine in der Sache nicht zu begründenden Alternativen daraus zu konstruieren. In der Forschungsförderung entwickelt sich seit Jahren das Problem, dass drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte durch fehlende Infrastrukturmittel in den Hochschulen gefährdet werden.
Weitere Informationen: http://www.hrk.de/de/beschluesse/109_2427.php?datum=100.+HRK-Senat+am+15.2.2005
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