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Was beim Patienten ankommt: Ministerin Fischer eröffnet Clearingstelle Versorgungsforschung an der RUB

21.02.2005 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Gesundheit ist unser höchstes Gut, und auch eines unserer teuersten. Dabei zwingen uns die Entwicklung hin zu immer mehr älteren und chronisch kranken Menschen sowie der Ruf nach einer Senkung der Krankenkassenbeiträge längst zur Kostendämpfung - aber natürlich nicht auf Kosten der Qualität. Wo müssen also Veränderungen ansetzen, um effektiv zu wirken? Welche Auswirkungen haben Reformen im Gesundheitswesen auf den einzelnen Patienten? Diese Fragen beantwortet die Versorgungsforschung. Alle Projekte auf diesem Feld in NRW bündelt jetzt die Clearingstelle Versorgungsforschung mit Sitz an den Universitäten Bochum und Köln, die NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer heute eröffnet hat. Bochum, 21.02.2005
Nr. 61

Was beim Patienten ankommt
Ministerin Fischer eröffnet Clearingstelle Versorgungsforschung
Durch Transparenz und Austausch: das "Lernende Gesundheitssystem"

Gesundheit ist unser höchstes Gut, und auch eines unserer teuersten. Dabei zwingen uns die Entwicklung hin zu immer mehr älteren und chronisch kranken Menschen sowie der Ruf nach einer Senkung der Krankenkassenbeiträge längst zur Kostendämpfung - aber natürlich nicht auf Kosten der Qualität. Wo müssen also Veränderungen ansetzen, um effektiv zu wirken? Welche Auswirkungen haben Reformen im Gesundheitswesen auf den einzelnen Patienten? Diese Fragen beantwortet die Versorgungsforschung. Alle Projekte auf diesem Feld in NRW bündelt jetzt die Clearingstelle Versorgungsforschung mit Sitz an den Universitäten Bochum und Köln, die NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer heute eröffnet hat. Sprecher sind Prof. Dr. Ludger Pientka (RUB) und Prof. Dr. Holger Pfaff (Universität zu Köln). Zum Auftakt findet der erste von zunächst sechs geplanten Workshops statt; Thema: "Perspektiven der Versorgungsforschung - Welchen Beitrag kann die Versorgungsforschung für das Gesundheitssystem leisten?".

Wie gut sind wir versorgt?

Aufgabe der Versorgungsforschung, an der neben Medizinern auch andere Fachbereiche wie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften beteiligt sind, ist es zunächst, die aktuelle Versorgungssituation zu beschreiben und zu analysieren. "Wir erforschen die 'letzte Meile' auf dem Weg zum Patienten", erläutert Prof. Dr. Ludger Pientka. Nicht selten treten dabei Überraschungen zutage: Eine aktuelle Studie der Ruhr-Universität ergab z.B., dass ältere Patienten mit Oberschenkelhalsbrüchen mangelhaft versorgt sind. Risikofaktoren bleiben unbeachtet, vorhandene, wirksame Vorbeugungsmaßnahmen werden nicht genutzt. Aufbauend auf solchen Erkenntnissen entwickeln die Forscher bessere Versorgungskonzepte, helfen bei deren Umsetzung und evaluieren sie im medizinischen Alltag.

Austausch zwischen Forschung, Krankenhäusern, Arztpraxen

"Welche Gesundheitsleistungen kommen bei den Patientinnen und Patienten mit welcher Wirkung an? Und wie können wir unser Gesundheitswesen besser steuern?", bringt Birgit Fischer die Fragestellungen der Versorgungsforschung auf den Punkt. Damit ihr das künftig noch besser gelinge, habe sie den Aufbau der Clearingstelle unterstützt. "Als eine Art Vernetzungsbüro soll sie die Projekte und Vorhaben der Versorgungsforschung bündeln, aktuelle Forschungsergebnisse gezielt verbreiten und den Austausch zwischen Versorgungsforschung und Krankenhäusern wie Arztpraxen fördern", so die Ministerin.

Für mehr Transparenz: Workshops und Datenbank

Dieser Austausch soll u.a. durch die Workshops gelingen, bei denen je ein Thema der Versorgungsforschung im Mittelpunkt steht, so z.B. die neue Fallpauschalenvergütung für Krankenhäuser (DRG), das Konzept der Integrierten Versorgung von Patienten in Netzwerken aus Kliniken, niedergelassenen Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern sowie die Folgen des Gesundheitssystem-Modernisierungsgesetzes (GMG). "Diese Workshops sollen nicht nur den Austausch unter Wissenschaftern fördern, sondern auch eine Plattform für Diskussionen mit Praktikern und Politikern bieten", unterstreicht Prof. Dr. Holger Pfaff. Alle in NRW laufenden Projekte der Versorgungsforschung sollen außerdem in eine übersichtliche Datenbank aufgenommen werden, die nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch die Voraussetzungen für eine besonders hohe Qualität der Versorgungsforschung im Land und bundesweit schaffen soll.

Bochum: Vielfalt im centrig

Partner im Verbund sind neben den Universitäten Bochum und Köln die Universitäten Bielefeld, Duisburg-Essen, Münster und Düsseldorf. Die Clearingstelle Versorgungsforschung ergänzt in Bochum die Vielfalt der bereits betriebenen Forschungsprojekte zur Gesundheitsforschung im Zentrum für interdisziplinäre Gesundheitsforschung (centrig).

Weitere Informationen


Dr. Gabriele Nellessen, Clearingstelle Versorgungsforschung NRW, Standort Bochum:
Ruhr-Universität Bochum, Marienhospital Herne, Widumer Str. 8, 44627 Herne, Tel. 02323/499-2622, Fax: 02323/499-2623, Standort Köln: Zentrum für Versorgungsforschung Köln, Eupener Str. 129, 50933 Köln, Tel. 0221/478-97110, Fax: 0221/478-97130, E-Mail: info@versorgungsforschung.nrw.de, Internet: http://www.versorgungsforschung.nrw.de
Weitere Informationen: http://www.versorgungsforschung.nrw.de
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