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Nord und Süd reichen sich das Wasser

23.02.2005 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

130 internationale Experten aus Politik, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen tauschen sich vom 23. bis 25. Februar in Bonn über neueste Erkenntnisse der Wasserforschung aus. Eröffnet wird die Konferenz unter dem Motto "Wasserressourcen und globaler Wandel: Eine Nord-Süd Analyse" von Staatssekretär Wolf Michael Catenhusen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das die Veranstaltung finanziell unterstützt. Organisiert wurde das Treffen vom Global Water System Project (GWSP), dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn und dem UNESCO-IHP HELP (Hydrology for Environment, Life and Policy) Programm.

Wasser spielt eine essentielle Rolle für die nachhaltige Entwicklung und das Funktionieren von menschlichen Gesellschaften. Umwelt- und Gesellschaftswissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten wichtige neue Einblicke in die Zusammenhänge und gegenseitigen Abhängigkeiten im globalen Wasserzyklus verschafft, womit die Wasserfrage zu einer Priorität auf der internationalen politischen Agenda geworden ist.

Das BMBF beteiligt sich an der integrierten Wasserforschung unter anderem mit seinem GLOWA Programm (Globalen Wandel im Wasserkreislauf). Es unterstützt dabei auch die notwendigen Abstimmungs- und Koordinierungsprozesse auf internationaler Ebene, beispielsweise in den internationalen Programmen GWSP und HELP. "Gerade im Wasserbereich ist der direkte und stetige Austausch unter den Forschern, aber auch zwischen Forschern und denjenigen, die die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Forschung in praktische Politik umsetzen sollen, essentiell, sowohl für eine effektive Wasserforschung als auch für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete, globale Wasserpolitik", so Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen.

Professor Paul Vlek, Geschäftsführender Direktor vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn und Leiter des GLOWA Volta Projekts in Ghana und Burkina Faso, weist auf die bedeutende Rolle hin, die die Wissenschaft für politische Konfliktlösungen spielen kann. "Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass der Wassermangel in beiden Ländern verursacht wurde", so der Bonner Wissenschaftler. Im Süden des Voltabeckens, in Ghana, werden seit Jahren in großem Umfang Wälder abgeholzt. Klimamodellierer im GLOWA Volta Projekt fanden heraus, dass dies zu einer Abnahme der Verdunstung und damit des Regenfalls im nördlich gelegenen Burkina Faso führte. Burkina Faso reagierte mit dem Bau von immer mehr Dämmen, um Wasser zu speichern, so dass wiederum im Süden für die Agrarwirtschaft weniger Wasser zur Verfügung steht.
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"Durch unsere Analyse konnten Politiker aus beiden Ländern anfangen, über Lösungen zu sprechen. Inzwischen wurde eine bilaterale Kommission gegründet, um gemeinsam nach einem Ausweg zu suchen", so Vlek.

Weltweiter Wasserstress ist ein zentrales Thema in der Wasserforschung. Professor Joseph Alcamo, Co-Vorsitzender des Global Water System Project und Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums für Umweltsystemforschung der Universität Kassel, befasst sich seit Jahren mit dieser Problematik. Durch das globale ökonomische Wachstum und die Industrialisierung werden die weltweiten Wasserressourcen immer knapper. Darüber hinaus warnt Alcamo: "Nicht nur Wassermangel, sondern eine extreme Verschlechterung der Wasserqualität in Entwicklungsländern können zu erheblichen Gesundheitsrisiken und ökologischen Störungen führen. Deshalb ist es wichtig, dass die Industrieländer nicht nur neue Wasserversorgungssysteme, sondern auch Anlagen für Abwasserreinigung für ärmere Länder mitfinanzieren."


Ansprechpartnerinnen für die Medien:
Alma van der Veen und Charlotte van der Schaaf
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-1846 oder -6124
Mobil: 0171 23 11 787.

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