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Frauen erhalten immer noch weniger Lohn als Männer

25.02.2005 - (idw) Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern sind nur zum Teil durch Unterschiede in der Ausbildung oder der Tätigkeit zu erklären. Bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter, gleichem Beruf und im gleichen Betrieb verdienen Frauen immer noch 12 Prozent weniger als Männer, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausgefunden. Im Durchschnitt war der Lohn von vollzeitbeschäftigten Frauen in den alten Bundesländern im Jahr 2001 um etwa 24 Prozent geringer als der Lohn von Männern. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist den Ursachen dieses Lohnunterschieds nachgegangen.
Ein Teil des Lohnunterschiedes ist damit zu erklären, dass Frauen häufiger in Berufen oder Betrieben arbeiten, in denen ein unterdurchschnittlicher Lohn bezahlt wird. Innerhalb des gleichen Berufes verdienen Frauen im Durchschnitt um 22 Prozent weniger als Männer: Anders als oft vermutet wird, ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen also weniger ein Unterschied zwischen "Frauenberufen" und "Männerberufen", sondern ein Unterschied innerhalb von Berufen. Zwischen Männern und Frauen mit gleichem Beruf im gleichen Betrieb besteht noch ein Lohnunterschied von 15 Prozent.
Unterschiede in der Ausbildung und dem Lebensalter spielen bei den Lohnunterschieden ebenfalls eine Rolle. Wenn Personen mit gleicher Ausbildung und gleichem Alter im gleichen Betrieb verglichen werden, beträgt der Lohnunterschied aber immer noch etwa 12 Prozent. "Im internationalen Vergleich ist dies recht hoch. Forschungsergebnisse aus den USA und Skandinavien zeigen, dass dort so gut wie keine geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede im gleichen Beruf und im gleichen Betrieb zu finden sind", bemerkt der IAB-Forscher Hermann Gartner, der die Studie gemeinsam mit dem Konstanzer Soziologieprofessor Thomas Hinz durchgeführt hat.
Der festgestellte Lohnunterschied von 12 Prozent lasse sich teilweise auf weitere, in der Studie nicht erfasste Faktoren zurückführen: Beispielsweise wurden nur Tagesverdienste verglichen. Männer machen aber in einem höheren Ausmaß als Frauen Überstunden, so dass die längere tatsächliche Arbeitszeit einen Teil des Lohnunterschiedes erklärt. Auch seien innerhalb der Berufe hierarchische Abstufungen denkbar: So können etwa auch bei gleichem Beruf Männer häufiger als Frauen Gruppenleiter sein und daher besser entlohnt werden. Diese Vermutung werde dadurch bekräftigt, dass innerhalb der Gruppe der Leitungskräfte und Wissenschaftler, bei denen die Hierarchien flacher sind, auch die Lohnunterschiede nur 5 bis 7 Prozent betragen. Die Arbeitsmarkt-Experten nehmen zudem an, dass ein deutlicher Teil des Lohnunterschieds durch Erwerbsunterbrechungen zu erklären sei, etwa wegen einer Erziehungspause. Diese sind bei Frauen häufiger zu beobachten und mindern die Berufserfahrung und damit den Lohn. Die geringere Entlohnung von Frauen beruhe somit vermutlich weniger auf finanzieller Ungleichbehandlung im Einzelfall, sondern vor allem auf strukturell angelegten Mechanismen, die Frauen seltener als Männer in besser bezahlte Positionen gelangen lassen.
Weitere Informationen: http://doku.iab.de/discussionpapers/2005/dp0405.pdf
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