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Die Suche nach dem Atom im Heuhaufen

04.03.2005 - (idw) Technische Universität Bergakademie Freiberg

Am Institut für Analytische Chemie der TU Bergakademie Freiberg beginnt am 7.März die Fachtagung CANAS'05. Bei dem "Colloquium Analytische Atomspektroskopie" dreht sich bis zum 10. März im Clemens-Winkler-Bau alles um die Spurenanalyse von Elementen. Experten, unter anderem aus den Bereichen der Chemie, Kriminalistik und Umweltanalytik, informieren sich in Fachvorträgen über neuste Methoden und Analysengeräte auf diesem Gebiet. Bisher haben sich schon über 200 Teilnehmer für die Tagung angemeldet, die alle zwei Jahre stattfindet. Auf der Fachtagung werden methodische Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Atomspektroskopie (AS) dargestellt und diskutiert. Ziel der AS ist es, schnell, genau und automatisierbar geringste Mengen von Elementen nachzuweisen. "Die Atomspektroskopie ist wie die Suche der Stecknadel im Heuhaufen. Wir sind momentan in der Lage, 1 Atom unter 1 Milliarden anderer Atome herauszufinden", erklärt Prof. Matthias Otto, Organisator der Tagung und Leiter des Instituts für Analytische Chemie an der TU Bergakademie Freiberg.
Doch damit geben sich die Forscher nicht zufrieden. Momentan suchen sie nach Methoden, die nicht nur immer genauer den Gehalt eines Elementes feststellen können, sondern auch in welcher Form das Element vorliegt. Dies ist beispielsweise bei Arsen wichtig. "Bisher konnten wir nur feststellen, ob und wie viel Arsen durchschnittlich in einer Probe vorhanden war. Nun sind wir mit neusten Geräten sogar in der Lage zu bestimmen, in welcher Form es gebunden ist. Dies ist wichtig bei der Beurteilung der Giftigkeit des Stoffes oder der Wirksamkeit eines Katalysators."
Welche Anwendungsmöglichkeiten die AS hat, zeigen die vielfältigen Teilnehmer. Selbst Mördern kommt die AS auf die Spur. So berichtet Ludwig Niewöhner vom Bundeskriminalamt am ersten Tag über die Untersuchung von Schmauchspuren z.B. auf der Hand von mutmaßlichen Schützen.
Für die Tagung konnten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fonds der Chemischen Industrie als Sponsoren geworben werden. Sie übernehmen die Teilnehmerkosten für ausländische Wissenschaftler. Dies ermöglicht beispielsweise die Anreise des brasilianischen Doktoranten Daniel Borges, der seine umweltanalytischen Forschungen zum Nachweis von Blei in menschlichen Organen darstellt.
Eine Besonderheit der Tagung ist eine Geräteausstellung im Winkler-Bau. "Alle Firmen, die zur Atomspektroskopie arbeiten, sind vertreten. Die Anfrage der Firmen war so groß, dass alle Plätze ausgebucht sind", berichtet Prof. Matthias Otto. Vertreten sind unter anderem Thermo, Shimadzu und Agilent Technologies. Dabei findet auch in der Ausstellung eine Premiere statt. Die Firma Analytik Jena stellt erstmalig der europäischen Öffentlichkeit ein neuartiges Gerät vor, das in der Fachwelt als Revolution auf dem Gebiet der Atomspektroskopie angesehen wird.
Nähere Informationen über den Verlauf der Tagung finden Sie unter www.canas.de.

Ansprechpartner für weitere Informationen oder Kontakten zu Tagungsteilnehmern ist:
Prof. Matthias Otto
Institut für Analytische Chemie
Leipziger Str. 29
09599 Freiberg
Tel.: 03731 / 39-3449
Weitere Informationen: http://www.canas.de
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