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Ethik der Textkulturen und Softwaretechnik

11.03.2005 - (idw) Universität Augsburg

Augsburg Sprecheruniversität von zwei der elf neu ins "Elitenetzwerk Bayern" (ENB) aufgenommenen Projekte / Darüber hinaus Partner bei drei Internationalen Doktorandenkollegs ----

Mit den beiden Elitestudiengang-Projekten "Ethik der Textkulturen" und "Softwaretechnik" ist es der Universität Augsburg in der zweiten Antragsrunde gelungen, ihre Präsenz im "Elitenetzwerk Bayern" (ENB) weiter auszubauen. Wie die Bayerische Staatskanzlei mitgeteilt hat, sind die beiden genannten, federführend vom Germanisten Prof. Dr. Mathias Mayer (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft) bzw. vom Informatiker Prof. Dr. Wolfgang Reif (Lehrstuhl für Softwaretechnik und Programmiersprachen) konzipierten Augsburger Elitestudiengänge für die Aufnahme ins Elitenetzwerk Bayern ausgewählt worden. Der für die Auswahl zuständigen internationalen Expertenkommission unter Leitung von Professor Winnacker lagen in dieser zweiten ENB-Auswahlrunde über sechzig von den bayerischen Universitäten eingereichte Projekte vor. Zum Zuge gekommen sind neben den beiden Augsburger Anträgen noch vier weitere Elitestudiengänge (ESG) und fünf Internationale Doktorandenkollegs (IDK). An drei dieser Doktorandenkollegs - an einem aus dem Bereich der Wirtschafts- und an zweien aus dem Bereich der Naturwissenschaften - ist die Universität Augsburg als Projektpartner beteiligt. "Nachdem wir die internationale Expertenkommission bereits bei der ersten ENB-Auswahlrunde vor einem Jahr mit den Konzepten für unsere Elitestudiengänge 'Finance and Information Management' und 'Advanced Materials Science' überzeugen konnten", so Prorektor Prof. Dr. Alois Loidl, "dürfen wir die guten Nachrichten, die jetzt erneut aus München gekommen sind, wohl mit gutem Grund als Beleg dafür deuten, dass wir als relativ junge und allenfalls mittelgroße Universität eine Qualität bieten, mit der wir beim 'Kampf um die klügsten Köpfe' selbstbewusst und erfolgreich mitspielen können. Mit Blick auf das Abschneiden unserer Mitbewerberinnen - nicht nur der unmittelbar vergleichbaren, sondern auch einiger etablierterer - können wir mit unseren bisherigen ENB-Erfolgen höchst zufrieden sein." Die in der zweiten Auswahlrunde zum Zuge gekommenen elf ESG- und IDK-Anträge stammen aus nur fünf der insgesamt zehn bayerischen Landesuniversitäten, nämlich aus der Universität Erlangen (4), der TU München (3), den Universitäten Augsburg und Würzburg (je 2) und der Universität Regensburg (1).

DER EINZIGE GEISTESWISSENSCHAFTLICHE ELITESTUDIENGANG KOMMT AUS AUGSBURG

Als besonders beachtenswert will Loidl hervorgehoben wissen, dass es in der zweiten Auswahlrunde die Universität Augsburg als einzige geschafft hat, mit einem geisteswissenschaftlichen Projekt ins Elitenetzwerk Bayern Eingang zu finden: "Abgesehen von der Anerkennung der Qualität der Augsburger Geisteswissenschaften, die damit verbunden ist, ist dies ist nicht zuletzt ein ganz wichtiger Schritt für die Schärfung unseres Profils, für die weitere Stärkung einer der für die Identität der Universität Augsburg ganz wichtigen Säulen", meint der für das Ressort Hochschulentwicklung zuständige Prorektor und hofft, dass der Erfolg, den sein Kollege Mathias Mayer mit dem von ihm konzipierten Projekt 'Ethik der Textkulturen' eingefahren hat, die Geisteswissenschaften - auch über die Universität Augsburg hinaus - ermuntert, weiterhin und verstärkt offensiv zu agieren, anstatt sich von dem Umstand, dass die restlichen zehn zum Zuge gekommenen Projekte allesamt den Bereichen Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Informatik und Biomedizin zuzuordnen sind, weiter entmutigen zu lassen.

Darüber hinaus sieht Loidl den Elitestudiengang 'Ethik der Textkulturen', an dem auch Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt sind, inneruniversitär als wertvolles integratives Moment: "Dieser Studiengang ist an der Schnittstelle unserer beiden geistes- und sozialwissenschaftlich ausgerichteten Fakultäten angesiedelt. Er bezieht die 'Interkulturelle Kommunikation' als Schwerpunkt dieser beiden Fakultäten sowie die Lehrerbildung als einen unserer gesamtuniversitären Schwerpunkte mit ein. Darüber hinaus weist er aber auch konkrete Bezüge zum Medien- und Umweltethik-Schwerpunkt unserer Katholisch-Theologischen Fakultät auf, und fruchtbare Synergien werden sich insbesondere auch im Zusammenspiel mit der Europäischen Kulturgeschichte ergeben, die als Gegenstand eines renommierten Zentralinstituts und eines erfolgreichen Bachelor-/Masterstudiengangs über den deutschsprachigen Raum hinaus zu den Aushängeschildern der Universität Augsburg zählt."

EIN ELITEPROJEKT AUS DER JÜNGSTEN INFORMATIK BAYERNS

Nicht minder erfreut zeigt Loidl sich darüber, dass das zweite zum Zuge gekommene Augsburger ENB-Projekt - der Studiengang "Softwaretechnik", bei dem die beiden großen Münchner Universitäten Partner sind - aus der Informatik kommt: "Unser Informatik-Institut ist das jüngste in Bayern. Wir haben vor rund fünf Jahren die Chancen genutzt, die die High-Tech-Offensive geboten hat, und in kürzester Zeit eine schlagkräftige errichtet, das bereits zum Wintersemester 2000/01 voll funktionsfähig einen Diplom- und einen Bachelor-Studiengang angeboten hat. Mittlerweile sind ein weiterer Bachelor- und zwei Masterstudiengänge hinzugekommen. Diese Studiengänge sind derart attraktiv, dass sich unsere Informatik - die, wie gesagt, jüngste in Bayern - nach der Zahl der Studierenden in kürzester Zeit zur drittgrößten im Freistaat entwickelt hat. Wir haben dieser Erfolgsgeschichte Rechnung getragen, indem wir im vorigen Jahr die Informatik aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät herausgenommen und zusammen mit unserer in Richtung Geoinformatik neu orientierten Geographie in einer neuen, siebten Augsburger 'Fakultät für Angewandte Informatik' organisiert haben."

Dies, so Loidl weiter, sei nicht zuletzt ein Signal für den Stellenwert gewesen, den man der Informatik als Profil-Faktor für die Universität Augsburg zumesse, zumal diese Informatik von ihrer Ausrichtung her kein isoliertes Implantat sei, sondern vielfältige Bezüge zu Schwerpunkten und Themen anderer Fakultäten, insbesondere zur Wirtschaftswissenschaftlichen und zur Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, darüber hinaus aber auch zur Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen habe. "Die Aufnahme des Projekts 'Softwaretechnik' ins bayerische Elitenetzwerk ist ein neuerlicher und besonders eindrucksvoller Beleg dafür, dass wir mit unseren Anstrengungen für den Informatik-Ausbau den richtigen Weg gegangen sind."

PARTNER DREIER WEITERER NEUER ENB-PROJEKTE

Neben den beiden Elitestudiengängen, bei denen sie federführend verantwortlich zeichnet, sind in der zweiten Auswahlrunde drei weitere Projekte ins Elitenetzwerk Bayern aufgenommen worden, bei denen Natur- und Wirtschaftswissenschaftler der Universität Augsburg als Partner mitwirken. Dies gilt für die Internationalen Doktorandenkollegs "NanoCat: Nanodesign von Hochleistungskatalysatoren" und "Materials Science of Complex Interfaces" (Sprecheruniversität TU München) sowie "Incentives - Bavarian Graduate Program in Economics" (Sprecheruniversität Erlangen-Nürnberg).

AN NEUN VON 26 ELITESTUDIENGÄNGEN UND DOKTORANDENKOLLEGS BETEILIGT

"Wenn wir die beiden bisherigen ENB-Auswahlrunden gemeinsam betrachten, sind wir bei neun von den inzwischen 26 ENB-Elitestudiengängen bzw. Doktorandenkollegs mit dabei - viermal als Sprecher und fünfmal als Partner. Darüber hinaus sollte man auch festhalten, dass für eines von nur drei Projekten aus den Geisteswissenschaften und dass ebenfalls für eines von nur zwei Projekten aus dem Bereich Informatik die Federführung bei uns in Augsburg liegt; dass wir weiterhin im Bereich der Naturwissenschaften hervorragend vertreten sind - bei "Advanced Materials Science" als gleichberechtigte Sprecher-, in vier weiteren Fällen als Partneruniversität - und dass wir darüber hinaus auch an zwei der drei wirtschaftswissenschaftlichen Projekte beteiligt sind, einmal - bei "Finance and Information Management" - als Sprecher und ein weiteres Mal als Partner."
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ANHANG 1: DER ELITESTUDIENGANG "ETHIK DER TEXTKULTUREN" (Universität Augsburg in Kooperation mit der Universität Erlangen-Nürnberg)

Der Anspruch ethischen Denkens - bislang überwiegend im Bereich der Lebenswissenschaften oder Medien verankert - wird gerade von Seiten geistes- und kulturwissenschaftlicher Fächer noch kaum wahrgenommen. Der 4-semestrige, in Modulen gegliederte Elitestudiengang setzt hier mit einer neuen Perspektive an. Er reflektiert die ethische Orientierungsleistung jener Kulturwissenschaften, die in besonderem Maße mit der Auslegung und Vermittlung von Texten befasst sind, nämlich Literatur- und Sprachwissenschaften, Theologie und Philosophie. Dabei wird eine kulturgeschichtliche Perspektive zu Grunde gelegt. Es geht um eine Ethik des (textförmigen) Verstehens von Wirklichkeit. Zu den Grundvoraussetzungen dieses Studiengangs gehört, dass ethische Urteile nur in der Gestalt von Texten zugänglich sind, dass jede wertorientierte ethische Reflexion sprachlich verfasst ist und dass der Umgang mit Texten und das Textverstehen eine elementare ethische Dimension enthält. Der Studiengang stellt für die akademische Spitzenausbildung nicht nur inhaltlich, sondern auch als Mittel der Selbstreflexion eine anspruchsvolle Zusatzqualifikation bereit, die für die gesellschaftliche Wertorientierung mit Verantwortung übernimmt. (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, http://www.elitenetzwerk-bayern.de/inhalt/esg_ethik_textkulturen.html)

ANHANG 2: DER ELITESTUDIENGANG "SOFTWARETECHNIK" (Universität Augsburg in Zusammenarbeit mit der LMU und der TU München, dem Innovation Champion Network und dem National Institute of Economics Tokio)

Der Elite-Master-Studiengang kombiniert verschiedene Komponenten: eine wissenschaftliche Fachausbildung auf höchstem Niveau, eine erstklassige überfachliche Ausbildung (Soft Skills), eine studienbegleitende und direkte Einbindung führender Industriepartner aus der Praxis sowie eine internationale Vernetzung mit weltweit führenden High-Tech-Zentren. Dadurch werden die Absolventen in die Lage versetzt werden, Führungs- und Entscheidungsverantwortung in einer sehr innovativen aber risikobehafteten Schlüsseldisziplin wie der Softwaretechnik erfolgreich zu übernehmen. Der Studiengang ist inhaltlich deutlich umfangreicher als reguläre Studiengänge. Er bietet zudem eine Ausbildung in Methoden zur analytischen Modellbildung. Die Fachvorlesungen sind sehr anspruchsvoll und nahe an der Forschung konzipiert. Der Praxisbezug wird durch die direkte Einbeziehung von führenden Industriepartnern in die Lehre hergestellt. Es werden gemeinsame Entwicklungsprojekte definiert, die an den Universitäten und bei den Firmen durchgeführt werden. Ein Highlight ist der Auslandsaufenthalt der Studierenden an international renommierten Hightech-Zentren wie Sophia Antipolis, Tel-Aviv, Cambridge, etc. Die überfachliche Ausbildung erfolgt durch die Einbindung externer Experten aus Wissenschaft und Praxis. (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, http://www.elitenetzwerk-bayern.de/inhalt/esg_softwaretechnik.html)
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

o zur ENB-Beteiligung der Universität Augsburg:
Prorektor Prof. Dr. Alois Loidl, Telefon 0821/598-3600, alois.loidl@physik.uni-augsburg.de

o zu "Ethik der Textkulturen":

Prof. Dr. Mathias Mayer, Telefon 0821/598-2782, mathias.mayer@phil.uni-augsburg.de

o zu "Softwaretechnik":
Prof. Dr. Wolfgang Reif, Telefon 0821/598-2172, wolfgang.reif@informatik.uni-augsburg.de
Weitere Informationen: http://www.elitenetzwerk-bayern.de/ http://idw-online.de/pages/de/news76987 http://www.presse.uni-augsburg.de/unipress/up20042/artikel_01.pdf
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