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High-Tech-Unternehmen PSL Systemtechnik GmbH profitiert von Uni-Nähe

15.03.2005 - (idw) Technische Universität Clausthal

Das Unternehmen PSL Systemtechnik mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld, gegründet 2001 von dem Maschinenbauingenieur Dr.-Ing. Jens Pfeiffer und dem Technomathematiker Dr.-Ing. Jörg Sonnenberg, produziert und vertreibt hochwertige Messgeräte für die Erdölindustrie sowohl in Deutschland als auch weltweit. An dem Erfolg des Unternehmens der beiden Absolventen der TU Clausthal haben Studierende ihren Anteil mit Studien- und Diplomarbeiten, die der Weiterentwicklung der Systeme dienen. Bezahlt und bei besonders guten Ergebnissen mit einer Prämie belohnt, bietet PSL Systemtechnik, ein Unternehmen, das es ohne die Universität nicht gäbe, Studierenden die Möglichkeit, an direkten Entwicklungen für die Industrie beteiligt zu sein. Auf die Idee der Selbständigkeit kamen Dr. -Ing. Pfeiffer und Dr.-Ing. Sonnenberg im Jahr 1999, noch während ihrer Zeit der Promotion am Institut für Elektrische Informationstechnik, durch die damals frisch ins Leben gerufene Vorlesungsreihe für potentielle Existenzgründer. "Unsere ersten Versuche haben wir auf dem Küchentisch zuhause durchgeführt", erzählt Dr. Sonnenberg. Mitte 2001 fiel der Entschluss, die Firmengründung zu wagen und seit 2002 schreibt ihr Unternehmen schwarze Zahlen - mit steigender Tendenz.

Wofür dienen die Geräte von PSL Systemtechnik? Rohöl wird im Anschluss an die Förderung in Pipelines zu den großen Verladehäfen gepumpt. Wie dünn- oder zähflüssig oder im schlimmsten Fall sogar stockfest ein Rohöl sein kann, hängt von dessen Temperatur ab und unterscheidet sich zudem ganz individuell je nach Lagerstätte. Deshalb müssen Edölingenieure bei jeder neuen Rohölgewinnung prüfen, bei welcher Temperatur die Konsistenz des Rohöls von flüssig zu fest umschlägt. Das Gerät der PSL Systemtechnik bestimmt diesen Temperaturpunkt mit einer Genauigkeit von 0,1 Grad Celsius, herkömmliche Geräte können diesen Temperaturwert nur innerhalb eines Temperaturfensters von drei Grad Celsius angeben. Diese Präzision ist Geld wert. "Dank moderner Peltiertechnik lässt sich der Pour Point Tester ohne eine externes Kältegerät betreiben und kann im Handgepäck im Flugzeug mitgenommen werden", erläutert Dr. Pfeiffer.

Ein Clausthaler Maschinenbaustudent hat mit seiner kürzlich bei der PSL Systemtechnik angefertigten Diplomarbeit, betreut auf universitärer Seite von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Konigorski am Institut für Elektrische Informationstechnik, an der Entwicklung eines neuen Gerätes, einem Flokulationsmessgerät mitgewirkt. Das Gerät misst das Ausfällungsverhalten von Asphaltenen und Harzen im Rohöl auf optischem Wege: Die Probe wird mit Licht durchstrahlt. "Durch das Erdöl dringt per se nur ein ganz geringer Anteil des Lichtes. Die zähen Massen der Asphaltene oder Harze dämpfen diesen Lichtstrahl noch einmal. Dieses reduzierte, ganz schwache Lichtsignal ist unser Messwert", erklärt Dr. Sonnenberg. Aufbauend auf dem Grundkonzept der Firmengründer, baute der Student die Hardware für den Messverstärker auf, testete sie und passte die Software für die Problemstellung an.

Ein weiterer Student, Kassem Zaidan aus Israel, befasst sich in seiner Diplomarbeit bei PSL Systemtechnik mit einem Teilelement eines neuen Instruments, mit dem die Schmierfähigkeit von Dieseltreibstoff bestimmt werden kann. "Für diese Anwendung erwarten wir auf dem russischen Markt ein großes Potential", sagt Dr. Sonnenberg. Russland gehe zunehmend dazu über, Rohöl selbst zu raffinieren, weil dies eine höhere Wertschöpfung erlaubt. Weil aber beispielsweise die Treibstoffpumpen in Fahrzeugen, die den Dieseltreibstoff vom Tank zum Motor befördern, von diesem Treibstoff selbst geschmiert werden, muss dessen Schmierfähigkeit bestimmten Mindestanforderungen genügen und daher gemessen werden.
Weltweit gibt es für diese Problemstellung nur das Gerät eines Lieferanten - und dank des Clausthaler Technomathematikers Dr.-Ing. Sonnenberg, und seines Kompagnons, dem Clausthaler Maschinenbauingenieur Dr.-Ing. Jens Pfeiffer, wird dieser Lieferant in näherer Zukunft Konkurrenz bekommen.

Ein nächstes Projekt ist schon im Köcher. PSL Systemtechnik will ein so genanntesTurbulenzrheometer entwickeln. "Altern die Pipelines, so sind ihre Rohrwände aufgrund von Korrosion und Ablagerungen von winzigen Unebenheiten überzogen. So gerät aber das Rohöl schon bei Fließgeschwindigkeiten in Turbulenz, bei denen bei glatten Wänden noch eine laminare Strömung zu erwarten wäre", sagt Dr. Pfeiffer. Um das zu verhindern, werden den Ölen so genannte Fließverbesserer, beispielsweise langkettige Polymere zuzugeben. "Wir werden ein Messinstrument bauen, mit dem die Wirkung dieser Fließverbesserer getestet werden soll, ohne deren Moleküle durch den Versuchsaufbau zu zerscheren." Gute Clausthaler Studenten sind auch bei diesem Projekt gern gesehene Partner. PSL Systemtechnik bietet ständig eine große Auswahl an interessanten Themen für Studien-, Projekt- und Diplomarbeiten an.


Weitere Informationen:
Dr. Jörg Sonnenberg, Tel. 05323/962790,
eMail: sonnenberg@psl-systemtechnik.de.

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