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Führung und Familie

17.03.2005 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Chemie startet Initiative zur Vereinbarkeit von Karriere und Familie Kind oder Karriere? Diese Frage stellt sich Akademikerinnen zwischen 30 und 40. Denn dass sich beides in Deutschland kaum vereinbaren lässt, belegt eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg: Während in der Altersgruppe unter 30 Jahren noch ebenso viele Männer wie Frauen (7 %) Führungspositionen besetzen, arbeiten in der Altersgruppe von 30 bis 45 Jahren bereits 25 % der Männer, aber nur 13 % der Frauen in einer leitenden Position. Auch in der chemischen Industrie mangelt es an Frauen in Führungspositionen. Nach einer aktuellen Strukturerhebung des Bundesarbeitgeberverbands Chemie sind 20 % der Führungskräfte und 8 % der leitenden Angestellten Frauen. Der Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen (HessenChemie) suchen daher neue Wege für Führungskräfte, Karriere und Familie zu verbinden.

"Angesichts des demografischen Wandels wird es wirtschaftliche Notwendigkeit, das Potenzial an Akademikerinnen zu nutzen und Lösungen für eine Verbindung von Führungsposition und Familienleben zu finden", unterstreicht Dr. Axel Schack, Hauptgeschäftsführer der HessenChemie. "Gute Lösungen erfordern neue Strukturen - damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht zum Extremsport wird", sagt Professor Dr. Petra Mischnick, stellvertretende Präsidentin der GDCh. Wie diese neuen Strukturen in den Unternehmen aussehen könnten, darüber diskutierten AKCC und HessenChemie mit Personalleitern und Führungskräften aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie am 11. März 2005 in Frankfurt. An der Gesprächsrunde "Führungskräfte und Familie in der chemischen Industrie" nahmen Vertreter/innen von B. Braun Melsungen AG, Degussa AG, DuPont, Merck KGaA, der Sanofi-Aventis Gruppe, des Laboratoriums Liebich sowie des Hessischen Sozialministeriums teil.

Mit Teilzeitmodellen, Kinderbetreuungsangeboten, Telearbeit und Jobsharing bietet die chemische Industrie Hessens bereits eine Reihe an Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie werden jedoch abhängig von Unternehmenskultur und -größe mit unterschiedlicher Intensität verfolgt und zudem von Führungskräften oft nicht in Anspruch genommen. "Die Maßnahmen müssen gebündelt und über die Grenzen der Unternehmen hinaus publik gemacht werden", fordert Dr. Dagmar Eberhardt vom Hessischen Sozialministerium.

Oftmals liegen die Hürden für Akademikerinnen und Akademiker, die Karriere und Familienpflichten in Einklang bringen wollen, im mittleren Management, war ein Fazit des Gesprächs. Familienfreundliche Personalpolitik erfordert ein Umdenken in den Köpfen der Vorgesetzten. Ziel ist ein moderner Führungsstil, der sich mehr an der Leistung und weniger an der Anwesenheit der Mitarbeiter orientiert.

Um die genannten Ziele umzusetzen, planen die Teilnehmer/innen der Frankfurter Gesprächsrunde eine gemeinsame Tagung zum Thema "Führungskräfte und Familie" sowie Veranstaltungen für junge Führungskräfte in der Chemie.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 27000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter seit dem Jahr 2000 den Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie (AKCC). Der AKCC befasst sich mit Themen wie Doppelkarrieren von Akademikerpaaren, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und möchte auch Väter ermutigen, ihre familiären Interessen gegenüber dem Arbeitgeber offensiver zu vertreten.


Der Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e.V. (HessenChemie) ist der Zusammenschluss von rund 300 Unternehmen der chemischen und kunststoffverarbeitenden Industrie Hessens sowie einer Reihe von industrienahen Serviceunternehmen. Er vertritt seine Mitglieder in allen tarif-, arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, unterstützt ihre Personalarbeit durch umfassende Informationen und stellt ihre sozialpolitischen Anliegen gegenüber der Öffentlichkeit, der Politik und den Medien dar.

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