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50er Jahre-Siedlungen im Ruhrgebiet: Chance für neue Wohnkonzepte?

22.03.2005 - (idw) Universität Dortmund

Im Wettbewerb um den Zuzug neuer Einwohner sind die Kommunen im Ruhrgebiet bemüht, attraktive Wohnstandorte auszuweisen und zu generieren. Hier erhält oftmals der Neubau Priorität. Dabei bieten Eigenheimsiedlungen der 50er, 60er Jahre ein großes Zukunftspotential für eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Siedlungsflächenpolitik. Wie groß dieses Potenzial ist und wie es sich optimal nutzen lässt, untersucht eine Arbeitsgruppe vom Institut für Geographie unter der Leitung von Professor Manfred Nutz und Marc Boden. Speziell den Städten des Ruhrgebietes wird für die kommenden Jahre ein deutlicher Bevölkerungsrückgang prognostiziert. Schon heute übersteigt die Sterberate die Geburtenrate. Eine geringe Zuwanderung verstärkt die Gefahr von Wohnungsleerstand, wie es bereits in Essen offensichtlich ist. Demgegenüber steht eine zunehmende Zahl an Einfamilienhausgebieten aus den 50er und 60er Jahren mit einer unterdurchschnittlichen Bevölkerungsdichte. Diese Siedlungen werden oftmals nur noch von ehemaligen Familienoberhäuptern, also Seniorensingles oder Seniorenpaaren bewohnt. Allein durch die zu erwartenden Sterbefälle in der nahen Zukunft ist in den kommenden Jahren ein großes Potenzial an Wohnraum zu erwarten. Die unterdurchschnittliche Wohnraumauslastung dieser Nachkriegssiedlungen zeigt auf, dass es hier an einer bedarfsorientierten Wohnraumversorgung mangelt. So sind altengerechte Wohnanlagen in der Nachbarschaft für die über Jahrzehnte im Stadtteil verwurzelten Bewohner meist nicht vorhanden.

Das Potential, das sich in den über 45 Jahre alten Eigenheimsiedlungen in verschiedenen Stadtteilen der Ruhrgebietsmetropolen Essen und Dortmund verbirgt, erforschen Wissenschaftler des Instituts für Geographie und ihre Didaktik. Welche Motive bewegt Menschen bei ihrer Standortwahl ? Werden die alten Gebäude den Ansprüchen junger Familien von heute gerecht? Oder welche Qualität hat die Gebäudesubstanz? Diesen Fragen stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts.

Dazu führen die Forscher unter anderem in den Dortmunder Stadtteilen: Oespel und Lindenhorst sowie in den Essener StadtteilenHaarzopf, Heisingen, und Kettwig qualitative Interviews mit Bewohnern. In Essen wird weiterhin die Zusammenarbeit mit einer Bürgerinitiative angestrebt, die sich in dieser von Schrumpfung besonders stark betroffenen Stadt, gegen die Pläne der Politiker wendet, die wenigen verbliebenen Ackerflächen auf Essener Stadtgebiet, für neue Eigenheimsiedlungen zu opfern. Diese Initiative, wird von zahlreichen Bewohnern der Nachkriegssiedlungen unterstützt.

Kontakt:
Dipl. -Geograph Marc Boden, Ruf: (02 31) 7 55 - 41 47

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