Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 23. Juli 2019 

Erfinderwettbewerb 2004: RUB-Forscher entwickeln marktreife Verfahren

22.03.2005 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Mit dem Ultraschall sicher Gefäßerkrankungen diagnostizieren, mit einem Antikörper gezielt Stammzellen finden und in der industriellen Produktion Fehler erkennen, noch während sie passieren: Das sind die drei Verfahren, für die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum den Erfinderpreis 2004 der rubitec GmbH bekommen. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Alle drei Verfahren sind zum Patent angemeldet und werden nun von der rubitec GmbH vermarktet. Bochum, 22.03.2005
Nr. 93

Heureka!
Erfinderwettbewerb 2004: Die Sieger stehen fest
RUB-Forscher entwickeln marktreife Verfahren

Mit dem Ultraschall sicher Gefäßerkrankungen diagnostizieren, mit einem Antikörper gezielt Stammzellen finden und in der industriellen Produktion Fehler erkennen, noch während sie passieren: Das sind die drei Verfahren, für die Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum den Erfinderpreis 2004 der rubitec GmbH bekommen. Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert, die findigen Forscher erhalten die Auszeichnung auf der Akademischen Jahresfeier der RUB am 21. Juni. Alle drei Verfahren sind zum Patent angemeldet und werden nun von der rubitec GmbH vermarktet.

Mit Ultraschall in Gefäße sehen

Mit Ultraschall lassen sich Blutgefäße nicht nur von außerhalb des Körpers darstellen, man kann mittlerweile sogar mit kleinen Ultraschallsystemen in die Gefäße gehen und diese "intravaskulär" untersuchen. Allerdings muss man sich in den Gefäßen auch zurechtfinden können. Dabei hilft die Erfindung, die prämiert wurde. Wichtigstes Zielgebiet der intravaskulären Ultraschalldiagnostik sind die Herzkranzarterien. Die Ultraschallkatheter funktionieren wie mikroskopische Radaranlagen und liefern aus dem Inneren der Gefäße Bilder der Gefäßwände. Das patentierte Verfahren erlaubt nun, die Bilder rechnergestützt zu verarbeiten, so dass man nicht nur Formen und Strukturen sondern auch erkrankte Bereiche erkennen kann. Die Erfinder sind Dr.-Ing. Ulrich Scheipers, Dipl-Ing. Christian Perrey und Prof. Dr.-Ing. Helmut Ermert vom Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik und vom Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr (KMR) in Bochum.

Ein Antikörper findet neurale Stammzellen

Die Bochumer Neurobiologen Prof. Dr. Andreas Faissner, Dr. Alexander von Holst und Dipl.-Biol. Swetlana Sirko haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Stammzellen des zentralen Nervensystems finden, aufreinigen und anreichern lassen. Diese Stammzellen kommen in geringer Frequenz in adulten Geweben vor, bei Erwachsenen ist nur etwa eine von tausend Zellen eine Stammzelle. Der Clou des Bochumer "Immuno-Pannings": es nutzt die Eigenschaften des Antikörpers MAK 473 HD, dessen Struktur zu einem Marker der neuralen Stammzellen passt wie ein Schlüssel zu einem Schloss. Der Antikörper wirkt in gemischten Zellkulturen gleichsam wie ein Kundschafter und spürt gezielt die Stammzellen auf. Damit haben die Forscher ein Verfahren etabliert, das den Antikörper als Werkzeug nutzt, um Stammzellen zu gewinnen.

Fehler erkennen, wenn sie passieren

Ist der Fehler erst einmal passiert, sind die Kosten hoch und der Ärger ist groß: Nicht so mit dem neuen Verfahren aus Bochum, das in der industriellen Produktion Fehler bereits im laufenden Prozess erkennt. Prof. Dr.-Ing. Jan Lunze (Lehrstuhl für Automatisierungstechnik und Prozessinformatik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik) hat gemeinsam mit der ABB AG und der Firma TUTECH (Hamburg) eine Methode entwickelt, mit der sich Fehler frühzeitig und zuverlässig erkennen lassen. Mit Hilfe eines mathematischen Modells werden aus Messgrößen Rückschlüsse auf Störungen im Fertigungsablauf gezogen. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass es Mess- und Modellfehler berücksichtigt und sich deshalb insbesondere für den Einsatz in Walzwerken eignet.

Der Erfinderwettbewerb

Seit 2003 schreibt die rubitec - Gesellschaft für Innovation und Technologie der Ruhr-Universität - den Erfinderwettbewerb aus: Er richtet sich an alle Mitglieder und Angehörigen der RUB. Ziel ist, das Patentbewusstsein zu stärken und Diensterfindungen zu honorieren. Die Beiträge 2004 bewertete eine Jury mit sechs Personen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Neben den drei Siegerteams aus der Elektrotechnik und Biologie erhalten sieben weitere Forschergruppen der RUB einen Preis über je 500 Euro für ihre Diensterfindungen, die zum Patent angemeldet sind und nun von der RUB in Anspruch genommen werden.


Weitere Informationen

Dr. Gordon Heinemann, rubitec GmbH, Stiepeler Str. 129, 44801 Bochum, Tel. 0234/32-11952, E-Mail: rubitec@rub.de, Internet: http://www.rubitec.de
Weitere Informationen: http://www.rubitec.de
uniprotokolle > Nachrichten > Erfinderwettbewerb 2004: RUB-Forscher entwickeln marktreife Verfahren
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/96951/">Erfinderwettbewerb 2004: RUB-Forscher entwickeln marktreife Verfahren </a>