Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 18. Juli 2019 

Kommunen müssen den demographischen Wandel aktiver gestalten

23.03.2005 - (idw) Bertelsmann Stiftung

Bürgermeisterbefragung der Bertelsmann Stiftung zeigt Handlungsfelder auf Gütersloh, 23. März 2005. Der demographische Wandel ist in den Kommunen der Bundesre­publik das Thema der Zukunft. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bürgermeisterbefra­gung, die die Bertelsmann Stiftung im Februar und März 2005 in Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern durchgeführt hat. Demnach halten mehr als 70 Prozent der Bürgermeister das Thema "Demographischer Wandel" für sehr wichtig. Nur ein Drittel der befragten Kom­munen geben jedoch an, sich bereits ausreichend damit zu beschäftigen.

Die wichtigsten Handlungsfelder aus Sicht der Kommunen sind: Schulentwicklung, Bürger­schaftliches Engagement, Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie altersgerechtes Wohnen. Zum Teil setzen große und kleine Kommunen aber unterschiedliche Prioritäten: So haben die Themen Armutsbekämpfung, Förderung benachtei­ligter Gruppen, soziale Eingliederung und Ghettobildung für die großen Städte eine wesent­lich höhere Bedeutung als für kleine Gemeinden. Noch stabilisiert die Binnenwanderung die westdeutschen Kommunen auf Kosten ihrer ostdeutschen Nachbarn. Die Folgen: Der Rück­bau von Infrastruktur ist für 60 Prozent der Kommunen im Osten ein Thema mit hoher Prio­rität; im Westen sind es nur 40 Prozent. Wohnungsleerstand sehen sogar 68 Prozent der befragten Ost-Kommunen als wichtiges Thema, während dies nur für 18 Prozent der West-Kommunen der Fall ist.

Trotz der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft geben nur 55 Prozent der Befragten an, dass sie eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik betreiben. Auch hier sind Unterschiede zwi­schen großen und kleinen Kommunen erheblich: 90 Prozent der großen Städte, aber nur 45 Prozent der befragten Kommunen unter 20.000 Einwohner kümmern sich bereits um dieses Thema.

Um Veränderungen vor Ort zu erreichen, halten 85 Prozent der Kommunen es für dringend erforderlich, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen. Kommunen, die über Prognosedaten auf Gemeindeebene verfügen, sehen sich besser für die Zukunft gerüstet als andere. "Auf Basis der Prognosen müssen Kommunen Ziele formulieren und sich klare politische Prioritä­ten setzen. Dies erfordert starke Führung. Bei der Gestaltung des demographischen Wandels gibt es keine Patentlösungen: Vor Ort sind differenzierte Strategien notwendig, um die Be­lange kleiner und großer Kommunen zu berücksichtigen", so Kerstin Schmidt, Projektmana­gerin der Bertelsmann Stiftung.

Die Bürgermeisterbefragung wurde im Rahmen der "Aktion Demographischer Wandel" der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Das Projekt erarbeitet Konzepte für die notwendigen Re­formen auf allen Ebenen des Staates und hilft bei deren Umsetzung.

Über die Bertelsmann Stiftung:
Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapi­talanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung unabhängig vom Unternehmen und parteipo­litisch neutral.

Rückfragen an: Kerstin Schmidt, Telefon: 0 52 41 / 81-81 183
Weitere Informationen: http://www.aktion2050.de
uniprotokolle > Nachrichten > Kommunen müssen den demographischen Wandel aktiver gestalten
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/96973/">Kommunen müssen den demographischen Wandel aktiver gestalten </a>