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Wieviel Arbeitsschutz können wir uns leisten? - Über 1000 Arbeits- und Umweltmediziner in Bochum

23.03.2005 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Die Forschung hat auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin große Fortschritte gemacht - aber: wie viel Arbeitsschutz können wir uns leisten, wenn wir in wirtschaftlich schweren Zeiten wettbewerbsfähig bleiben müssen? Diese und andere politisch brisante Fragen diskutieren mehr als 1000 Spezialisten neben vielen wissenschaftlichen Themen auf der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) vom 6. bis zum 9. April im Bochumer RuhrCongress. "Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem neuen Präventionsgesetz und der Gefahrstoffverordnung, die am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist, und auf neuen europäischen Vorgaben, die es zu berücksichtigen gilt", so Tagungspräsident Prof. Dr. Thomas Brüning, Direktor des Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstituts für Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum (BGFA). Bochum, 23.03.2005
Nr. 94

Wie viel Arbeitsschutz können wir uns leisten?
Wissenschaftlicher Fortschritt und gesellschaftspolitische Fragen
DGAUM-Jahrestagung: Über 1000 Arbeits- und Umweltmediziner in Bochum

Die Forschung hat auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin große Fortschritte gemacht - aber: wie viel Arbeitsschutz können wir uns leisten, wenn wir in wirtschaftlich schweren Zeiten wettbewerbsfähig bleiben müssen? Diese und andere politisch brisante Fragen diskutieren mehr als 1000 Spezialisten neben vielen wissenschaftlichen Themen auf der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) vom 6. bis zum 9. April im Bochumer RuhrCongress. "Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem neuen Präventionsgesetz und der Gefahrstoffverordnung, die am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist, und auf neuen europäischen Vorgaben, die es zu berücksichtigen gilt", so Tagungspräsident Prof. Dr. Thomas Brüning, Direktor des Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstituts für Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum (BGFA). Bedeutung und Konsequenzen dieser Regelungen werden von Seiten des Bundeswirtschaftsministerium durch Staatssekretärin Dr. Cornelia Fischer und von Seiten des NRW-Gesundheitsministeriums durch Ministerin Birgit Fischer dargestellt. Die Schirmherrschaft des Kongresses hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement übernommen.

Pressekonferenz am 7. April 2005

Über die zentralen Themen der Jahrestagung informieren die Wissenschaftler auf einer Pressekonferenz am 7. April 2005, 11 bis 12 Uhr, RuhrCongress Raum 3 (gesonderte Einladung folgt)

Rasante Entwicklung der Biomedizin

Leitthema des Kongresses ist der "Dialog zwischen betrieblicher Praxis und arbeitsmedizinischer Wissenschaft - Chance für den Arbeitsschutz". In Diskussionen und Foren sollen Praxis und Wissenschaft eng miteinander verknüpft werden. Einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte ist die Molekulare Medizin, die sich rasant entwickelt hat: Insbesondere die komplette Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist ein Meilenstein zu einem besseren molekularbiologischen Verständnis des Körpers. Mit teils völlig neuen Methoden ermöglicht es die Molekulare Medizin inzwischen, das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren bei der Entstehung arbeitsbedingter Erkrankungen wie z.B. Krebs zu erforschen. Die zu erwartenden Erkenntnisse bieten die große Chance, Berufserkrankungen früher zu erkennen und Heilungschancen zu verbessern.

Welches Risiko akzeptabel ist

Das Wissen um die Risiken wirft aber auch neue Fragen auf: Zu den gesellschaftspolitischen Schwerpunkten des Kongresses gehört daher das "Risikomanagement": Wissenschaftlich fundierte, kosteneffektive Maßnahmen, die Risiken für die Gesundheit oder das Ökosystem reduzieren oder verhindern können. Die praktische Umsetzung solcher Maßnahmen erfordert im Vorhinein eine öffentliche Diskussion, denn neben den wissenschaftlichen müssen auch soziale, kulturelle, ethische, politische und rechtliche Aspekte berücksichtigt werden. Wie lässt sich z.B. bestimmen, bis zu welchem Punkt ein Risiko akzeptabel ist? Wie wird ein Grenzwert für Gefahrstoffe am Arbeitsplatz oder in der Umwelt festgesetzt? Wie muss ein Gesundheitsrisiko oder eine verbleibende Unsicherheit kommuniziert werden? Für die Beantwortung dieser Fragen ist ein gesellschaftlicher Konsens unerlässlich.

Von der Allergie bis zur Krebsentstehung

In den 140 Vorträgen und 120 Postern, zahlreichen Workshops und verschiedenen Foren geht es bei der Jahrestagung um Berufskrankheiten, nicht-invasive Methoden zur Früherkennung und Diagnose von Atemwegserkrankungen, muskuloskelettale Belastungen, berufsbedingte Allergien, arbeitsmedizinische Prävention und Gesundheitsförderung, Stäube, arbeitsmedizinische Betreuung von Lehrberufen und die Rolle verschiedener Faktoren bei der Krebsentstehung (Synkanzerogenese).


Weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Brüning, Berufsgenossenschaftliches Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin BGFA, Institut der Ruhr-Universität Bochum, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-4501, E-Mail: bruening@bgfa.rub.de

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